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Geschichte Ada. Bemberg. Otavi

Der F.A.Z.-Aktienindex erzählt die Wirtschaftsgeschichte der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Wandel hat viele ehemals namhafte Unternehmen untergehen oder in neuem Gewande erscheinen lassen.

© © Historical Picture Archive/COR Vergrößern Vergangene Börsenwerte: Seiden von Bemberg erfreuten vor allem die Frauen.

Damals waren es die Ada-Ada-Werke, Otavi-Minen, AEG und die Hüttenwerke Oberhausen. Heute sind es Deutsche Telekom, SAP, Solarworld und United Internet. Immer dabei waren Siemens, BASF, Bayer oder die Allianz. Ein Aktienindex ist viel mehr als nur eine Zahl und deren Veränderung im Zeitablauf. Eine Zeitreise durch die 50 Jahre F.A.Z.-Aktienindex ist nicht nur eine Reise durch den Konjunkturverlauf von 1961 bis heute, sondern auch durch das Auf und Ab der Unternehmen, durch Neugründungen und Übernahmen, durch Verkäufe und Insolvenzen, durch Konzernzerschlagungen, Privatisierungen und Neuanfänge in der Unternehmenslandschaft.

Georg Giersberg Folgen:  

Schon seine Geburt verdankt der F.A.Z.-Index in seiner heutigen Form solchen Veränderungen. Der Vorgänger baute auf der Unternehmensstruktur von 1948 auf, die weitgehend noch von der Vorkriegswirtschaft geprägt war. Nach der nicht einfachen Umstellung der Kurse auf die neue Währung – die Aktien der IG Farben Industrie lauten auch heute noch auf Reichsmark – war es vor allem die Zerschlagung der früheren Großkonzerne in der Stahl- und in der Chemieindustrie, die den Börsenzettel veränderte.

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Beispielhafte Geschichte von „Dynamit“

Mit BASF, Bayer, der Chemie-Verwaltung und Hoechst tauchen neue Großunternehmen auf. Sie waren aus der IG Farben hervorgegangen, genauso wie die Kölner Agfa (die durch die erste grenzüberschreitende Großfusion nach dem Krieg mit Gaevert zu einem belgischen Unternehmen wurde) oder die Dynamit. Das Unternehmen Dynamit – es trug zeitweise auch den Doppelnamen Dynamit Nobel – ist ein schönes Beispiel dafür, wie man am Aktienindex die Unternehmensgeschichte nachvollziehen kann.

Bild / F.A.Z.-Index / Brauereipferde © Wolfgang Eilmes Vergrößern Die Biere von Binding erfreuen eher die Männer.

Das einst zum IG-Farben-Konzern gehörende und später verselbständigte Chemieunternehmen wurde in den achtziger Jahren von der Familie Flick mit dem (zeitweise im F.A.Z.-Aktienindex auftauchenden) Papierkonzern Feldmühle verschmolzen, kam dann nach der Zerschlagung (Feldmühle wurde von der schwedischen Stora übernommen) zur Frankfurter Metallgesellschaft, die unter der Rubrik „Sonstige Werte“ auch schon 1961 im F.A.Z.-Aktienindex vertreten war. Die Metallgesellschaft ihrerseits ist heute ein Teil der ebenfalls börsennotierten Gea AG. In dieser Gesellschaft, die sich vor allem dem Anlagenbau in den Bereichen Melk-, Brauerei- und Kältetechnik verschrieben hat, war für chemische Produkte und Munition aber kein Platz mehr. Dynamit wurde 2004 zerschlagen, der größte Teil landete bei dem amerikanischen Rockwood-Konzern.

Wer unterging, wer aufstieg

Untergegangen ist auch der einst stolze Hoechst-Konzern, die alten Farbwerke Hoechst aus dem gleichnamigen Frankfurter Stadtteil. Er ist heute ein Teil der französischen Sanofi-Gruppe. An der Börse lebt aber noch die SGL Carbon AG. Aus dem einstigen zur Hoechst AG gehörenden Firmenkonglomerat mit einem Hauptprodukt hat sich unter großen Wehen und Schmerzen ein Werkstoffkonzern gemausert, der mit seinen Kohlenstofffasern ein zukunftsträchtiges Produkt anzubieten hat.

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Veröffentlicht: 21.09.2011, 10:47 Uhr

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