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Betrugsprozess : Vier Jahre Haft für den Thielert-Gründer

  • Aktualisiert am

Thielert baut heute weiter Motoren - als AVIC International für chinesische Eigner. Bild: ddp

Wie lange sich Prozesse nach einer Insolvenz hinziehen können, zeigt einmal mehr der Fall des Flugzeugmotorenbauers Thielert. Nach dem jetzt ergangenen strafrechtlichen Urteil ist immer noch nicht Schluss

          Es war nur ein vergleichsweise kurzes Kapitel, das Ende 2005 mit einem Börsengang begann und 2008 in der Insolvenz endete. In den ersten sechs Monaten hatte sich seinerzeit der Kurs des Flugzeugmotorenbauers Thielert fast verdoppelt. Dann tauchten Vorwürfe wegen Bilanz- und Urkundenfälschung auf und sehr rasch stürzten Kurs und Unternehmen ab.

          Vergangene Woche schloss das Landgericht Hamburg das strafrechtliche Kapitel ab und verurteilte den früheren Firmenchef Frank Thielert wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie Urkundenfälschung zu vier Jahren Haft, was jedoch außer Vollzug bleibt. Thielert soll unter anderem durch Scheinbuchungen die Situation des Unternehmens auch im Hinblick auf den Börsengang positiver dargestellt haben, als sie war. Banken soll er eine bessere Bonität vorgetäuscht haben. Thielert will gegen das Urteil in Revision gehen. Der Prozess hatte sich lange hingezogen, weil er Ende 2014 aufgrund der Pensionierung des Richters geplatzt war.

          Die Prozesse sind damit aber noch nicht abgeschlossen, obgleich sich der Insolvenzverwalter offenbar jetzt außergerichtlich mit den Wirtschaftsprüfern von BDO einigte. Letztere waren in erster Instanz noch zu rund Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden.

          Weiter gehen auch die Schadenersatzprozesse gegen Thielert, die Commerzbank und die damalige Aufsichtsratschef Georg Wittuhn. Die Ansprüche gegen die Commerzbank als Konsortialbank waren in erster Instanz noch als verjährt abgewiesen worden. Doch das Oberlandesgericht könnte zu einem anderen Urteil kommen – allerdings wohl nicht vor April.

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