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Europäische Aktien Anleger stoßen Finanzwerte ab

30.09.2008 ·  Der Kurssturz an den europäischen Börsen setzt sich auch am Dienstag fort. Vor allem Bankenaktien werfen die Anleger auf den Markt.

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Auf das Scheitern des amerikanischen Rettungspakets und den Kursrutsch an Wall Street haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag mit hohen Kursverlusten reagiert. Diese fielen jedoch geringer aus, als noch am Morgen befürchtet wurde. Der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial hatte am Vorabend den größten Abschlag seit dem „Schwarzen Montag“ 1987 hinnehmen müssen.

In Europa fiel der Euro Stoxx 50 in der ersten Handelsstunde um 1,2 Prozent auf 2971 Zähler. In den ersten Minuten ging es gar bis auf 2924 Punkte nach unten. Der Stoxx 50 verlor 0,8 Prozent auf 2567 Punkte. Der Dax verlor knapp ein Prozent auf 5752 Punkte. Der FTSE 100 in London sackte um 0,7 Prozent auf 4787 Punkte. Der französische CAC-40-Index verlor 1,1 Prozent auf 3909 Zähler.

EZB versucht zu beruhigen

Unterdessen versucht die Europäische Zentralbank (EZB) die Akteure an den Finanzmärkten zu beruhigen. Die EZB und die nationalen Regierungen würden laut EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo handeln, um die Finanzmärkte zu schützen. Die Marktteilnehmer könnten sich darauf verlassen, dass die EZB und die Regierung je nach Bedarf alleine oder gemeinsam Maßnahmen ergreifen würden, um die Integrität des Finanzsystems zu verteidigen, sagte Gonzalez-Paramo am Dienstag in Madrid. Die starken Spannungen an den Geldmärkten weltweit hielten an und die Volatilität bleibe hoch, sagte Gonzalez-Paramo.

Finanzwerte standen europaweit unter Druck, reduzierten jedoch im Verlauf ihre Verluste Commerzbank sind am Dienstag weiter abgestürzt und haben zeitweise 13 Prozent auf 9,50 Euro verloren. Im weiteren Verlauf belief sich der Kursverlust auf etwas mehr als 5 Prozent.

Dresdner Bank belastet Commerzbank

„Die Sorgen über die Tochter Eurohypo nach den Problemen der Hypo Real Estate am Vortag belasten weiter. Hinzu kommt der Kauf der Dresdner Bank und daraus entstehende mögliche Konsequenzen“, sagte ein Händler. Immerhin liege die Marktkapitalisierung der Commerzbank aktuell rund ein Drittel unter der für die Dresdner Bank zu stemmenden Summe.

Auch Analyst Philipp Häßler erwartet kurzfristig keine positiven Nachrichten von der Commerzbank. Die Übernahme der Dresdner Bank sei zwar strategisch sinnvoll, die Details der Transaktion missfallen dem Experten allerdings, insbesondere dass mit der Integration nicht vor der zweiten Hälfte 2009 begonnen werden soll.

Die Aktie der Hypo Real Estate erholte sich um mehr als 20 Prozent auf 4,28 Euro, nachdem sie am Montag mit einem Kursverlust von 74 Prozent aus dem Handel gegangen war.

Hohe Kursverluste für Unicredit

Schwächster Wert im Euro Stoxx 50 waren die Titel von Unicredit mit minus 6,6 Prozent auf 2,78 Euro. Aegon folgten mit minus 4,7 Prozent auf 5,84 Euro. Fortis fielen ebenfalls erneut und fielen zuletzt um 1,8 Prozent auf 3,89 Euro. In London sackten HBOS um mehr als 11 Prozent auf 126,10 Pence. Royal Bank of Scotland (RBS) verloren 6,08 Prozent auf 170,00 Pence. Lloyds TSB brachen um 6,6 Prozent auf 203 Pence ein.

In der Schweiz verloren UBS 2,8 Prozent auf 17,64 Franken. Julius Bär fiel um 6,11 Prozent auf 51,50 Franken. Der Kurs der französischen Bank Natixis brach weiter um 8,2 Prozent auf 2,02 Euro ein. Bereits am Vortag hatten Gerüchte kursiert, dass diese Bank die nächste sei, die von dem Strudel der Finanzkrise mit fortgerissen werde. Der Kurs war um mehr als 10 Prozent gefallen.

Die Aktien von Dexia Banque blieben vom Handel ausgesetzt. Belgien, Frankreich und Luxemburg wollen den angeschlagenen Immobilienfinanzierer mit einer Kapitalspritze in Höhe von 6,4 Milliarden Euro retten.

Amerikanischer Rettungsplan gescheitert

Das amerikanische Repräsentantenhaus hatte zu Wochenbeginn dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungsplan der amerikanischen Regierung eine Absage erteilt. Für Beunruhigung an den Märkten hatte zudem gesorgt, dass am Montag mehrere europäische Banken in den Strudel der internationalen Finanzkrise geraten waren.

In Deutschland wurde der angeschlagene deutsche Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) durch eine milliardenschweren Rettungsaktion vor dem Aus bewahrt. Auch die belgisch-niederländische Fortis, die britische Hypothekenbank B&B sowie der belgisch-französische Finanzkonzern Dexia wurden mit staatlicher Hilfe vor dem Ruin bewahrt.

Börse Tokio schloss im Minus

Nach den historischen Vortagesverlusten an der Wall Street ist auch Asiens Leitbörse in Tokio in den Abwärtssog geraten. Der 225 führende Werte umfassende Aktienindex Nikkei stürzte am Dienstagmorgen um 4,1 Prozent und schloss bei 11.260 Punkten. Der breit gefasste Index Topix fiel um 3,6 Prozent auf 1087 Punkte. In Südkorea verlor der Kospi, der Leitindex der Börse Seoul, sogar 8,3 Prozent.

Die amerikanischen Aktienmärkte verzeichneten zum Teil historisch hohe Kursverluste. Der Dow Jones Industrial Index ging schließlich mit einem Minus von 6,98 Prozent bei 10.365 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Aktienindex S&P 500 verlor unter dem Gewicht der extrem schwachen Finanzwerte sogar 8,77 Prozent auf 1106 Punkte, der Nasdaq Composite gab 9,14 Prozent nach.

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