Home
http://www.faz.net/-gv6-748uu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.11.2012, 11:41 Uhr

Europäer pfeifen auf Schnäppchen Groupon-Aktie auf Allzeittief

Für die Anleger geht der Groupon-Alptraum weiter: Nach enttäuschenden Geschäftszahlen bricht die Aktie zeitweise um mehr als 15 Prozent ein und erreicht einen neuen Tiefstand. Besonders schlecht läuft es für das Rabattcoupon-Portal in Europa.

© dapd In Europa kommt Groupon nicht so gut an.

Groupon fällt es immer schwerer, neue Kunden für seine Schnäppchen-Angebote zu begeistern. Das einst steile Wachstum der Internetfirma ist im dritten Quartal weiter abgeflaut. Während die Amerikaner und Kanadier noch zuschlugen, stagnierte das internationale Geschäft beinahe. Gründer und Firmenchef Andrew Mason verwies am Donnerstag auf „anhaltende Herausforderungen in Europa“.

Mehr zum Thema

Nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen brach die Aktie nachbörslich um 15 Prozent auf 3,33 Dollar ein. Das ist ein neuer Tiefstand. Beim Börsengang vor einem Jahr hatte das Papier noch 20 Dollar gekostet.

Aktienkurs Groupon, 1 Jahr © FAZ.net, Fazfinance.de Vergrößern

Groupon galt sogar als Wegbereiter für das Soziale Netzwerk Facebook an den Kapitalmarkt. Auch Facebooks Aktie steht im Keller, wenngleich der Absturz weniger dramatisch als bei Groupon ausfiel.

Wachstum flaut ab

Gewerbetreibende können bei Groupon Rabattcoupons anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Das Unternehmen erhält dann einen Teil der Einnahmen. Ende September hatte Groupon 39,5 Millionen aktive Kunden.

Was die Anleger verstimmte, war das abflauende Wachstum: Im dritten Quartal setzte Groupon 569 Millionen Dollar um - das war ein Plus von 32 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal hatte Groupon dagegen noch um 45 Prozent zulegen können und im ersten Quartal sogar um 89 Prozent. Immerhin konnte Groupon seinen Quartalsverlust auf 3 Millionen Dollar eindämmen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 54 Millionen Dollar aufgelaufen war. Dabei versucht das Unternehmen, das Geschäft über die Rabattcoupons hinaus auszuweiten.

Anleger zweifeln am Geschäftsmodell

Groupon steckt viel Geld ins Gewinnen von Unternehmen wie Restaurants oder Dienstleistern für die Rabattangebot und das Verwalten der Schnäppchen. Schon seit einiger Zeit hegen die Anleger Zweifel daran, dass das Geschäftsmodell überhaupt auf Dauer funktionieren kann. Einige Konkurrenten haben bereits aufgegeben. Amazon schrieb jüngst fast seine gesamte Investition in den Groupon-Rivalen LivingSocial ab.

Groupon hatte von Anfang an einen schweren Stand an der Börse. Das Schnäppchenportal verspielte viel Vertrauen durch schlampige oder allzu kreative Buchführung. Auf Druck der Börsenaufsicht SEC musste Groupon seine Geschäftszahlen mehrfach korrigieren.

Quelle: FAZ.net mit dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Weitere Nachrichten Geschäft mit Luxus-Kosmetik treibt L’Oreal-Umsatz an

Eine steigende Nachfrage nach hochpreisigen Kosmetikartikeln hat L’Oreal im Jahr 2015 einen etwas höher als erwarteten Umsatz beschert, der Daimler-Vorstand soll umgebaut werden und das Internet-Radio Pandora hat im vergangenen Jahr Verlust gemacht. Mehr

12.02.2016, 06:51 Uhr | Wirtschaft
Daumen hoch Facebook im Wachstumsrausch

Im abgelaufenen Vierteljahr katapultierte der Internet-Gigant seinen Gewinn um 124 Prozent nach oben - auf 1,56 Milliarden Dollar. Mehr

28.01.2016, 11:45 Uhr | Wirtschaft
Aktienmarkt Hoffnungswerte erobern die Börsen

Apple zählt an der Börse schon zur Old Economy. Doch nun ist Alphabet das wertvollste Unternehmen. Nur: Wie lange können sich die neuen Überflieger bewähren? Mehr Von Daniel Mohr, Frankfurt und Roland Lindner, New York

02.02.2016, 22:59 Uhr | Finanzen
Internetriese Massiver Jobabbau bei Yahoo

Im vierten Quartal ist der Umsatz bei Yahoo um 15 Prozent zurückgegangen. Der Internetriese Yahoo findet gegenwärtig kein Mittel, um sich im Netz gegen Google und Facebook durchzusetzen. Deshalb streicht der Konzern nun 15 Prozent seiner Arbeitsplätze. Mehr

08.02.2016, 13:21 Uhr | Wirtschaft
Ölpreisverfall BP verbucht größten Verlust seit 20 Jahren

Der niedrige Ölpreis macht den Konzernen zu schaffen. Jetzt verkündete BP den höchsten Verlust seit 20 Jahren. Selbst nach Deepwater Horizon sah es besser aus. Mehr

02.02.2016, 11:33 Uhr | Wirtschaft

Aktienmärkte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei --  --
  Hang Seng --  --
  F.A.Z.-Euro-Index --  --
  EuroStoxx 50 --  --
  S&P 500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  S-Dax --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche