31.05.2006 · Solon, Ersol und Centrotec legen gute Quartalszahlen vor - und wurden am Mittwoch dennoch an der Börse zunächst abgestraft. Im aktuellen Börsenumfeld konnten sich die Solarwerte nicht gegen den Trend stemmen.
Die Solarbranche boomt weiter - allerdings nicht unbedingt an der Börse. Zumindest nicht in diesen Tagen. Solon, Ersol und Centrotec legten am Mittwoch gute Quartalszahlen vor, doch die Aktien der Unternehmen büßten zunächst deutlich ein.
Vielleicht wurden die hohen Erwartungen nicht erfüllt, vielleicht ist es einfach das Börsenumfeld, das besonders für Wachstumswerte sehr unerfreulich ist. Solon (DE0007471195) verliert in den ersten Handelsminuten 2,6 Prozent auf 36,04 Euro, Ersol (DE0006627532) 2,5 Prozent auf 50 Euro, Centrotec (DE0005407506) 1,3 Prozent auf 30,80 Euro.
Der Umsatz steigt - bei Solon und Ersol auch der Gewinn
Solon konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 75 Prozent auf 50,9 Millionen Euro und die Gesamtleistung um 140 Prozent auf 79,3 Millionen Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 4,3 (Vorjahreszeitraum: 1,5) Millionen Euro, das Konzernergebnis nach Minderheiten auf 2,5 (0,9) Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nach eigener Auskunft damit, Umsatz und Ergebnis jeweils um über 50 Prozent zu steigern.
Ersol verdoppelte das Quartalsergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 3,36 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 2,06 Millionen Euro nach 1,08 Millionen im Vorjahresquartal. Der Umsatz legte um 123 Prozent auf 25,73 Millionen Euro zu. Den Wachstumssprung erklärt das Unternehmen mit einer von 25 auf 60 Megawatt ausgeweiteten Kapazität. Bis 2010 soll diese auf 1.000 Megawatt erhöht werden. Für das Gesamtjahr hatte Ersol kürzlich seine Prognosen nach oben geschraubt. Bei einem Umsatz von 120 bis 125 Millionen Euro soll 2006 ein Ebit von bis zu 30 Millionen Euro erzielt werden.
Centrotec ist zwar kein reines Solarunternehmen, hat den Umsatz aber vor allem dank der Solartochter gesteigert - und zwar von 32,7 auf 62 Millionen Euro. Das Ebit blieb jedoch mit 3,6 Millionen Euro um 0,1 Millionen Euro hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Das Ebit habe besonders unter dem langen Winter und erhöhten Integrationskosten gelitten. Das Ebitda stieg unterdessen um 14 Prozent auf 5,5 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 0,67 von 0,27 Euro, vor allem bedingt durch die Kapitalerhöhungen der Centrosolar AG. Ohne diesen Sondereffekt läge das Ergebnis je Aktie bei 0,21 Euro.
Charts: Solon und Centrotec - noch - im Aufwärtstrend
Die Solon-Aktie zeigt langfristig klar nach oben, auch wenn die jüngste Korrektur sehr deutlich ausgefallen ist. Die Aktie war 2003 zeitweise für neun Cent zu haben, auf dem jüngsten Rekordhoch Anfang Mai war sie 47 Euro wert. Der Ausverkauf der Technologieaktien führte das Papier allerdings zeitweise auf weniger als 35 Euro zurück.
Die Aktionäre von Ersol sind Berg- und Talfahrten inzwischen gewohnt. Nach dem Börsengang im vergangenen Jahr fiel der Kurs zunächst auf unter 40 Euro, danach ging es bergauf. Anfang dieses Jahres wurde die Marke von 65 Euro kurz gerissen, dann fiel das Papier wieder unter 50 Euro. Das Spiel wiederholte sich: Ende April mehr als 65 Euro, Mitte Mai weniger als 50. Charttechnisch ist hier Vorsicht angebracht, ein eindeutiger Trend ist nicht abzulesen.
Die Centrotec-Aktie arbeitete sich von einem Tief bei 3,80 Euro 2003 bis auf Rekordhoch bei 35,70 Euro Anfang Mai vor. Das Papier fiel zwischenzeitlich zwar wieder unter 30 Euro, hat sich inzwischen aber gefangen. Der langfristige Aufwärtstrend ist trotz der jüngsten Korrektur noch intakt.
Derzeit bietet sich ein Investment nicht an
Ob die langfristigen Aufwärtstrends allerdings halten, ist noch nicht ausgemacht. Schließlich ist das Ende der Talfahrt derzeit noch nicht auszumachen.
Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist die Aktie von Centrotec noch am billigsten, Ersol ist am teuersten. Auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzung für dieses und das kommende Jahr berechnet sich für Solon ein KGV von 22,7 und 17,4. Das KGV von Ersol beträgt 28,7 bzw. 24,2, das von Centrotec 15,9 bzw. 13,6. Damit sind die Aktien trotz der laufenden Korrektur noch nicht billig.
Weder aus charttechnischer noch aus fundamentaler Sicht drängen sich die genannten Solarwerte derzeit deshalb auf. Wenn die Korrektur an den Märkten beendet ist, kann das wieder anders aussehen. Denn Solar ist und bleibt ein Wachstumsmarkt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |