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Erneuerbare Energien Kräftige Kursgewinne mit Windenergieaktien

12.02.2007 ·  Windenergieaktien sind derzeit begehrte Papiere an den Börsen. Die Übernahmeangebote für Repower und prall gefüllte Auftragsbücher sorgen für Phantasie. Die Branche hofft auf weitere Übernahmen.

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Windenergieaktien sind derzeit begehrte Papiere an den Börsen. Die im Tec-Dax notierte Nordex hat seit Jahresbeginn 46 Prozent gewonnen, die dänische Vestas legte seit dem Herbst 75 Prozent zu, und die Aktien des spanischen Windenergiekonzerns Gamesa stiegen im selben Zeitraum um 50 Prozent.

Spitzenreiter ist jedoch die deutsche Repower, deren Kurs sich in den vergangenen vier Wochen alleine um mehr als 50 Prozent erhöht hat. Der französische Energiekonzern Areva - bislang spezialisiert auf Atomkraftwerke - hat für jede Repower-Aktie 105 Euro geboten, vergangene Woche überbot der indische Windenergiekonzern Suzlon die Franzosen und stellte 126 Euro je Aktie in Aussicht, in der Summe mehr als eine Milliarde Euro. In der Erwartung eines Bietergefechts ist der Aktienkurs von Repower mittlerweile auf 140 Euro gestiegen. „Wenn man Repower isoliert betrachtet, ist diese hohe Bewertung nicht nachvollziehbar“, sagt Stephan Wulf, Aktienanalyst bei Sal. Oppenheim. „Lediglich durch mögliche Synergien mit dem Stammgeschäft von Areva oder Suzlon lassen sich die hohen Angebote erklären.“

Hoffnung auf weitere Übernahmen

In der Hoffnung auf weitere Übernahmen in der Branche sind die Anleger in den vergangenen Wochen verstärkt in Nordex-Aktien eingestiegen. Auf dem Weltmarkt für Windanlagenhersteller gibt es nämlich nicht viel Auswahl. Weltmarktführer ist die dänische Vestas (Marktanteil 28 Prozent), gefolgt von General Electric Wind (18 Prozent), der spanischen Gamesa (13 Prozent) und der ostfriesischen Enercon (13 Prozent). Die ersten drei gelten als zu groß, um übernommen zu werden, und Enercon ist nicht börsennotiert. Daneben bleiben noch eine Handvoll kleinerer Unternehmen, darunter Tochtergesellschaften von Mitsubishi und Siemens, sowie eben Repower und Nordex.

Aber auch bei Unternehmen wie Vestas und Gamesa, bei denen nicht unmittelbar auf eine Übernahme spekuliert wird, haben sich die Aktienkurse weit überdurchschnittlich entwickelt. Der Grund dafür liegt in einem stark wachsenden Markt. Nachdem zunächst Dänemark und Deutschland viel Geld in Windräder investiert haben, sind mittlerweile die Vereinigten Staaten bei neu installierten Windkraftanlagen an der Spitze. Länder wie Spanien, Indien und China weisen ebenfalls hohe Wachstumsraten auf.

Umfangreiche Restrukturierungen

Zudem haben die Unternehmen der Branche teils umfangreiche Restrukturierungen durchgeführt und arbeiten nun profitabel. „Die Branche hat sich sehr gut entwickelt, und die in sie gehegten Erwartungen sind realistisch“, sagt Analyst Wulf. Die aktuellen Bewertungen der Unternehmen spiegeln dabei das Vertrauen der Märkte wider, dass die Branche die hochgesteckten Ziele erreicht. So plant Repower für das Jahr 2008 einen Umsatz von 850 Millionen Euro, in den ersten neun Monaten 2006 waren es knapp 300 Millionen Euro.

Auch Nordex will seine Umsätze von derzeit 500 Millionen Euro im Jahr auf mehr als eine Milliarde Euro im Jahr 2008 erhöhen. Die Gewinnmarge soll von 3 auf 6 Prozent steigen. Fundamental unterlegt sind solch schwungvolle Wachstumsraten mit vollen Auftragsbüchern. Bei Nordex ist von derzeit 700 Millionen Euro die Rede, bei Repower von etwa 800 Millionen Euro. Branchenprimus Vestas erwartet für das Jahr 2007 Umsätze von 4,5 Milliarden Euro bei einer Ebit-Marge von 7 bis 9 Prozent.

Gleichwohl bleibt die Branche abhängig von staatlichen Förderprogrammen, da Strom aus Windenergie noch nicht ohne Hilfen konkurrenzfähig ist. Angesichts der Bemühungen, Energieträger wie Kohle, Öl und Atomkraft langfristig zu ersetzen, deutet derzeit aber wenig auf eine Einschränkung der Förderung hin - in vielen Ländern der Welt laufen üppige Programme zur Stärkung der Windkraft sogar gerade erst an.

Windiges aus Indien

Auf dem Markt für geschlossene Fonds gibt es nichts, was es nicht geben könnte. Verkauften sich in den vergangenen fünf Jahren Beteiligungen an deutschen Windparks gut, so ist seit dem vergangenen September erstmals auch indische Windkraft im Angebot. 14,7 Millionen Euro will die Indiavest Windpower I GmbH & Co. KG mit Geschäftssitz in Hamburg einsammeln. Rund zwei Millionen Euro davon bleiben als „Emissionskosten“ hängen. Gut 12 Millionen Euro sollen tatsächlich nach Indien fließen. Zielinvestition ist eine Beteiligung von 50 Prozent an dem Windenergieunternehmen J Wind Power, das wiederum so rasch wie möglich an die Börse gebracht werden soll.

Die im Prospekt beschriebenen Aussichten sind rosig. Ein jährlicher Wertzuwachs von 11,2 Prozent nach Kapitalrückführung wird schließlich in Aussicht gestellt. Allerdings lohnt sich wie so häufig bei geschlossenen Fonds auch ein Blick in das Kleingedruckte. So heißt es an einer Stelle, dass die deutschen Anleger den überwiegenden Kapitaleinsatz in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen, wogegen der indische Partner „nicht signifikant zur Kapitalisierung der J Wind Power beiträgt“. Freiwillig wird im Risikobericht auf fehlende Leistungsbilanzen verwiesen, die eine Einschätzung der Qualität des Angebots erschweren. Zudem ist unklar, ob der Fonds den vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) erarbeiteten Standards „Grundsätze ordnungsgemäßer Beurteilung von Prospekten über angebotene Kapitalanlagen“ entspricht. Ein entsprechendes Gutachten, das Schlussfolgerungen zu den inhaltlichen Angaben zulässt, hält der Initiator nicht für notwendig. (sfu.)

Quelle: dmoh. / F.A.Z., 13.02.2007, Nr. 37 / Seite 19
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