10.03.2009 · Der Energiekonzern Eon hat sein Gewinnziel für das Jahr 2010 gesenkt. Der Aktienkurs fällt um bis zu neun Prozent. Aber Eon bietet eine stabile Dividende mit einer Rendite von immerhin knapp acht Prozent.
Die Aktie des Energiekonzerns Eon gilt als klassisch defensiver Wert. Anleger, die in Versorgertitel wie Eon investieren, erleben eigentlich selten große Überraschungen.
So gesehen ist der Kursrutsch der Eon-Aktie am Dienstag beachtlich. Nach Bekanntgabe eines schwachen Geschäftsausblicks rutschte der Wert um bis zu neun Prozent nach unten. Der Grund: Eon hatte sein Gewinnziel für das Jahr 2010 deutlich gesenkt und auch die Erwartungen für das laufende Jahr gedämpft. Zudem strich das Unternehmen seine Investitionen zusammen.
Für 2010 rechnet der Dax-Konzern mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 11 Milliarden Euro, das wäre ein Plus von rund 10 Prozent. Bislang hatte man für das neue Geschäftsjahr ein Ebit von 12,4 Milliarden Euro anvisiert. „Die Reduktion der Ergebnisziele für das Jahr 2010 ist signifikant“, sagt Oppenheim-Analyst Stephan Wulf. „Es geht um 1,4 Milliarden Euro, die das Unternehmen weniger verdienen wird.“
Die dem Ebit-Ziel zugrunde liegenden Annahmen hätten sich geändert, hieß es nun von Eon. Den zu erwartenden höheren Gewinnen aus der Stromerzeugung stünden voraussichtlich geringere Absätze im Strom- und Gasgeschäft infolge der Wirtschaftskrise, negative Effekte aus der Regulierung von Strom- und Gasnetzen in Deutschland, Belastungen durch Entwicklungen der Wechselkurse sowie niedrigere Ergebnisbeiträge neuer Geschäftsbereiche als erwartet gegenüber.
Beteiligungen sollen überprüft werden
Für das laufende Geschäftsjahr peilt Eon ein bereinigtes Ebit auf dem Niveau des Vorjahres an. Der bereinigte Konzernüberschuss wird im Jahr 2009 aufgrund höherer Zinsaufwendungen für die gestiegene Verschuldung wohl um 10 Prozent sinken. Die Kürzung der Investitionen betreffe nahezu alle Sparten, erklärte das Management von Eon.
Etwa ein Drittel der nun geplanten Ausgaben sollen in die Modernisierung und den Ersatz von Netzen und Kraftwerken in Deutschland und Großbritannien gehen, zwei Drittel sind für - vor allem organisches - Wachstum vorgesehen. Schwerpunkt ist dabei der Ausbau der Kraftwerkskapazitäten in den Niederlanden, in Belgien, in der Slowakei und in Russland.
Das Beteiligungsportfolio will das Unternehmen nun „konsequent überprüfen“. Bis Ende des Jahres 2010 sollen Assets im Umfang von mindestens 10 Milliarden Euro verkauft werden. Unter anderem erwägt Eon die Abgabe der Stadtwerke-Beteiligungsholding Thüga - ein Verkaufsbeschluss ist aber noch nicht getroffen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Eon vor allem durch Zukäufe die Erlöse um 26 Prozent auf 86,8 Milliarden Euro gesteigert. Der Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter sank auf 1,27 Miliarden Euro. Für den Rückgang sind unter anderem hohe Abschreibungen in Amerika und Italien verantwortlich. Der bereinigte Konzernüberschuss lag mit 5,6 Milliarden Euro leicht über den Markterwartungen.
Stabile Dividende für 2009
Im Vergleich zu anderen Branchen - allen voran die krisengeplagte Automobilindustrie, aber auch der Maschinenbau - war der Energiekonzern Eon bisher relativ gut durch die Krise gekommen. Nun bekomme Eon wohl die finanziellen Folgen seiner aggressiven Expansion der vergangenen Jahre zu spüren, urteilten die Analysten von Merck Finck.
Doch nach Einschätzung von Oppenheim-Analyst Wulf stehe Eon insgesamt vergleichsweise gut da. Viele Dax-Unternehmen würden sich über einen Ausblick wie bei Eon sehr freuen.
Nach Einschätzung des Analysten ist der gesenkte Ausblick für den Aktienkurs vor allem eine kurzfristige Belastung. Die neue Prognose schaffe aber mittelfristig mehr Sicherheit und führe noch immer zu einer Bewertung mit substanziellem Aufwärtspotential und einer stabilen Dividende für 2009.
Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 6 und 5,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sehen die Eon-Papiere günstig aus. Eine Dividendenrendite von knapp acht Prozent ist auch nicht zu verachten, zumindest im Vergleich zu den derzeitigen Renditen am Rentenmarkt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |