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Elektrotechnik Aktie von Philips läuft mit dem Markt

16.07.2007 ·  Eine hohe Gewinnsteigerung im zweiten Quartal verzeichnet der niederländische Elektronikkonzern Philips. Doch hat er dies einem Sondereffekt zu verdanken. Ansonsten überzeugt die Umsatz -und Gewinnentwicklung bisher nur bedingt

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Seit den deutlichen Kursverlusten in den Jahren 2000 bis 2002 können sich die Aktionäre von
Royal Philips Electronics wieder freuen. Denn die Aktie seit Jahren wieder im Trend nach oben und hat ausgehend von einem Zwischentief bei 12,65 Euro im März des Jahres 2003 inzwischen wieder 156 Prozent auf zuletzt 32,41 Euro zugelegt. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.

Weniger erfreulich ist dagegen die relative Entwicklung der Aktie. Immerhin schnitt sie in den vergangenen Jahren schlechter ab als der niederländisch AEX oder auch der Eurostoxx. Auch die Bewertung bietet Anlegern zumindest auf den ersten Blick nicht unbedingt starke Reize. Die Kurs-Gewinnverhältnisse liegen auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr bei 20,5 und 18,4.

Sondererlöse peppen den Gewinn auf - bei stagnierendem Umsatz

Allerdings wird diese im Moment etwas relativiert durch eine starke Liquiditätsposition, die das Unternehmen zu Aktienrückkäufen und zu einer weiteren Optimierung des Unternehmensportfolios in die Lage versetzen. Genau diese hat auch die am Montag vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal geprägt. So konnte es den Gewinn im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 422 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro oder auf 1,41 Euro je Aktie steigern. Allerdings sind dafür in erster Linie Sondereffekte verantwortlich.

Der Verkauf von 1,2 Milliarden Aktien der Taiwan Semiconductor Manufacturing hat dem Konzern einen steuerfreien Buchgewinn von 1,22 Milliarden Euro in dem Zeitraum von März bis Mai beschert. Der Verkauf der verbleibenden Hälfte der bisherigen Beteiligung von 16,2 Prozent wird angestrebt. Auch die restliche Beteiligung an NXP stehe zur Disposition. Insgesamt verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über ein Liquiditätspotential von 20 Milliarden Euro, die in den kommenden drei Jahren für Übernahmen, Dividenden und Aktienrückkäufe verwendet werden können. Der Umsatz dagegen ging im zweiten Quartal um 4,4 Prozent zurück auf 6,1 Milliarden Euro.

Im Mittelpunkt des Interesses der Anleger steht bei Philips der Ausblick auf Umsatz, die Margen und die Entwicklung bei den Auftragseingängen. Grundsätzlich scheint es sich dabei in die richtige Richtung zu bewegen. Immerhin lag die operative Umsatzrendite im zweiten Quartal bei 6,4 Prozent, nach 4,5 Prozent noch im Jahr zuvor. Grund dafür sind geringere Kosten, höhere Ergebnisse in Bereiche mit höheren Margen und die „Verbesserung“ der Geschäftsmodelle, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Anhaltende Restrukturierungsphantasie

Philips hatte im vergangenen Geschäftsjahr knapp 40 Prozent seines Umsatzes mit elektronischen Konsumgütern erzielt, der in den vergangenen Jahren nur schwach wuchs. Ein Viertel des Gesamtumsatzes wurde in Medizintechniksparte erlöst, die allerdings Kostensenkungsanstrengungen in den Vereinigten Staaten zu spüren bekam, in anderen Regionen jedoch robust wuchs. Etwas mehr als 20 Prozent des Umsatzes wurde im Beleuchtungsbereich erzielt. Dieser profitieren in Zeiten teurer Energie von Innovationen, die die Energieeffizienz verbessern. Dazu sollen unter anderem verstärkte Investitionen im LED-Bereich beitragen. Die Konsumgütersparte - Rasierer et cetera - trug rund zehn Prozent zum Umsatz zu im vergangenen Jahr. Sie verbuchte im vergangenen Quartal eine Wachstumsrate im zweistelligen Bereich.

In den vergangenen Jahren hatte Philips eine Transformation von einem Hersteller elektronischer Geräte hin zu einem Technologiekonzern mit Schwerpunkt auf Lebensstil und Gesundheit vollzogen. Im Geschäftsfeld medizinische Systeme macht CEO Gerard Kleisterlee einen der wichtigsten Wachstumsmotoren der Zukunft aus. Insgesamt bietet das Unternehmen seinen Aktionären auf der einen Seite immer noch eine gewisse Restrukturierungsphantasie. Auf der anderen Seite ist gegenwärtig die Planbarkeit der Entwicklung nicht sonderlich groß. Aus diesem Grund dürfte die Aktie allenfalls mit dem Markt mitlaufen können.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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