02.11.2007 · Um den Elektronikgroßhändler Medion war es lange Zeit kritisch bestellt. Doch wie die neuen Quartalszahlen zeigen, hat der SDax-Vertreter offenbar die Wende geschafft. Der Aktienkurs hat jedenfalls schon länger wieder in den Vorwärtsgang geschaltet.
In den vergangenen Jahren war der Elektronikgroßhändler Medion eindeutig aus der Erfolgsspur gerutscht. Selbst im Vorjahr wurden noch 65 Millionen Euro verbrannt und mitunter wurden schon Zweifel an dem früher so gepriesenen Geschäftsmodell geäußert. Dieses besteht darin Handelsketten wie Aldi, Tchibo oder Metro bei Verkaufsaktionen von Produkten aus den Bereichen PC/Multimedia, Unterhaltungs- und Haushaltselektronik und Kommunikationstechnik zu unterstützten.
Wie groß die Krise war, lässt sich wie immer sehr gut auch am Aktienkurs des SDax-Vertreters ablesen. Denn der ist ausgehend von dem im September 2000 markierten Hoch von 64 Euro bis zum Oktober 2006 auf ein Tief von 7,65 Euro abgerutscht. Doch seit diesem Jahr sendet der Chart wieder Lebenszeichen aus. In der Spitze ist die Notiz schon bis auf 19,04 Euro gestiegen. Der Kurs hat somit in diesem Jahr schon bis zu 136 Prozent zugelegt.
Am Donnerstag kam es zwar zu einem deutlichen Rückschlag, aber mit einem Tagesplus von 5,89 Prozent auf 18,17 Euro wird das am Freitag fast schon wieder komplett ausgebügelt. Und nicht nur der Chart mit einem wieder intakten Aufwärtstrend schürt die Hoffnung, dass die Kurserholung noch nicht beendet ist.
Erfreuliche Quartalzahlen
Für weiter steigende Notierungen spricht auch die operative Entwicklung, zumindest wenn sich diese so fortsetzt wie in den vergangenen Monaten. Den Unternehmensangaben zufolge sieht es auch ganz danach aus. Denn bei der Vorlage der Quartalszahlen war mit Verweis auf erfolgreiche Marketing-Maßnahmen sowie der Einführung der neuen Design-Linie Medion Life kürzlich von einer auch im Oktober guten Nachfrage die Rede. Ein erfolgreich verlaufender Oktober wäre für Medion ganz wichtig, denn für gewöhnlich wird der Großteil der Weihnachtsaufträge Ende Oktober eingefahren.
Damit scheint sich im vierten Quartal die im dritten Quartal zu beobachtende Geschäftsbelebung fortzusetzen. Denn wie das Essener Unternehmen auf der Basis vorläufiger Zahlen berichtete, haben die Monate Juli bis September deutliche Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis beschert. Nachdem Medion zuvor mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen hatte, zog das Geschäft im dritten Quartal mit einem unerwartet hohen Plus von rund 40 Prozent auf 330 Millionen Euro erstmals seit langem wieder an.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern wurde auf 3,5 Millionen Euro verbessert. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte Medion einen Verlust von annähernd 8 Millionen Euro ausgewiesen. Zur Begründung hieß es, die in allen Bereichen gestiegene Nachfrage, speziell auch im internationalen „Back to School“ Geschäft, sei für diese positive Entwicklung verantwortlich gewesen.
Prognoseanhebung denkbar
Sollte sich die positive Geschäftstendenz fortsetzen, besteht womöglich eine gute Chance auf eine Prognoseanhebung. Bisher hat der Vorstand für das Gesamtjahr 2007 einen Umsatz zwischen 1,4 und 1,6 Milliarden Euro und ein positives operatives Ergebnis zwischen einem und 1,5 Prozent des Umsatzes in Aussicht gestellt. Am oberen Rand dieser Umsatzprognose wäre die Gesellschaft bei einem aktuellen Börsenwert von 873 Millionen Euro nur mit gut dem halben Umsatz bewertet.
Das beinhaltet noch etwas Bewertungspotential, insbesondere dann, wenn es gelingen sollte, irgendwann einmal wieder in Richtung der im Jahr 2003 erzielten Spitzenumsätze von 2,9 Milliarden Euro vorzustoßen. Was das Kurs-Gewinn-Verhältnis angeht, scheint die Bewertung selbst unter Verwendung der bisher für 2008 erwarteten Gewinne mit einer Relation von gut 35 eher hoch zu sein. Aber wenn die Umsätze wieder nachhaltig gesteigert werden können, ist auch beim Gewinn ein großer Hebel drin.
Analysten haben sich zuletzt jedenfalls zumeist positiv über den Titel geäußert. So hat die Credit Suisse in Reaktion auf die Drittquartalszahlen das Kursziel von 17,00 auf 21,41 Euro angehoben. Rein charttechnisch gesehen, ist es dank des eingeleiteten Aufwärtstrends kein Problem, sich einen Anstieg in diese Größenordnung und sogar noch etwas darüber vorzustellen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass die Aktie kein Papier für konservative Anleger ist. Investieren sollten deshalb nur jene Börsianer, die mit der teilweise volatilen Geschäfts- und damit auch Kursentwicklung umgehen können.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |