21.01.2005 · Eine Gewinnwarnung von Sony macht deutlich, daß der Elektronikkonzern noch immer mit großen Problemen zu kämpfen hat. Das dämpft die Hoffnung auf eine baldige Renaissance der etwas in Vergessenheit geratenen Aktie.
Der japanische Hersteller von Unterhaltungs-Elektronik, Sony, sucht weiter nach dem Weg zurück in die Erfolgsspur. Das Bemühen, die Geschicke des Konzerns in die richtigen Bahnen zu lenken, ist zwar unverkennbar, und es gibt auch erste hoffnungsvolle Anzeichen. Aber Fortschritte in bestimmten Bereichen werden auch immer wieder durch Rückschläge auf anderen Gebieten unterminiert.
Auch am Donnerstag mußten die Sony-Aktionäre wieder einen Rückschlag hinnehmen. Denn da senkte das Unternehmen die Prognose für den operativen Gewinn im Geschäftsjahr 2004/2005 um fast ein Drittel. Als Grund gab Sony einen unerwartet starken Preisverfall bei Fernsehern, DVD-Recordern und anderen Produkten der Unterhaltungselektronik an.
Konkret wird nun bei dem zum 31. März endenden Geschäftsjahr ein operativer Gewinn von 110 Milliarden Yen statt wie bislang versprochen 160 Milliarden Yen erwartet. Der Vorsteuergewinn werde voraussichtlich bei 140 Milliarden Yen liegen. Hier hatte Sony bislang mit 170 Milliarden gerechnet.
Sony-Produkte haben mit großer Konkurrenz zu kämpfen
Doch Sony leidet nicht nur unter einem harten Konkurrenzkampf in den erwähnten Produktbereichen. Die Gesellschaft, die einst den zum Kult gewordenen Walkman erfunden hatte, hat auch im Bereich der tragbaren Musikgeräte den Anschluß verpasst und kann aktuell mit dem Konkurrenten Apple Computer Inc. und dessen MP3-Player nicht mithalten.
Wie stark der Gesellschaft der Wind ins Gesicht bläst, wird auch daran deutlich, dass die Warnung vor einem Gewinneinbruch noch drastischer ausgefallen, hätte Sony nicht seine Umstrukturierungskosten um zehn Milliarden auf 100 Milliarden Yen reduziert. Diese Kosten sind Teil einer auf drei Jahre angesetzten Umstrukturierung mit einem Gesamtvolumen von 335 Milliarden Yen. Sie werden als operative Kosten verbucht.
Zu früh vor einen Einstieg
Wie zu erwarten war, reagierte die Aktie im Tokioter Handel am Freitag mit klaren Verlusten. Am Handelsende stand bei hohen Umsätzen ein Minus von 3,3 Prozent auf 3.820 Yen zu Buche. Vereinzelt versuchten Analysten, wie etwa die von J.P. Morgan, mit Hinweisen, wonach es jetzt nicht mehr schlimmer kommen könne, beschwichtigend auf die Anleger einzuwirken. Aber diese Sichtweise hat sich in der jüngeren Vergangenheit schon des öfteren als nicht zutreffend erwiesen.
Wer auf Nummer sich gehen will, wartet deshalb besser erst einmal eine bessere Nachrichtenlage ab, bevor über einen Einstieg bei der Sony-Aktie nachgedacht wird. Beim Versuch, die zuletzt zu beobachtenden zaghaften Erholungsansätzen weiter fortzusetzen, dürfte sich der Titel bis auf weiteres noch etwas schwerer tun als ohnehin schon.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |