Ausgerechnet auf dem amerikanischen Markt hat Foot Locker zuletzt ein bißchen an Standfestigkeit eingebüßt. Doch die Geschäfte außerhalb der Vereinigten Staaten, vor allem in Europa, laufen für den größten Sportschuh-Einzelhändler Amerikas umso besser.
Außerdem hat Foot Locker vom schwachen Dollar im zweiten Quartal profitiert, weil für jeden umgesetzten Euro mehr Dollar in die Kasse kamen als zuvor. So hat das Unternehmen mehr verdient, als Analysten erwartet hatten. Die Börse in New York honoriert diese Nachricht und den zuversichtlichen Ausblick mit einem Kursaufschlag von 4,56 Prozent auf 16,06 Dollar. Und der Aktienkurs dürfte weiter hochlaufen.
Weniger Rabatte und Expansion in Europa
Foot Locker hat den Umsatz im Vergleich zum zweiten Quartal 2002 um 3,5 Prozent auf 1,12 Milliarden Dollar gesteigert. Der Nettogewinn wuchs auf 36 nach 31 Millionen Dollar oder auf 24 Cents je Aktie. Ohne Abschreibungen auf die Beteiligung bei der Northern Group hätte Foot Locker ein Ergebnis von 25 Cents je Anteilsschein erreicht. Auf die Basis konnte das Unternehmen die durchschnittliche Gewinnprognose von Analysten um einen Cent schlagen.
Der Konzern hat diese Zahlen durch Kostensenkungen und eine starke Expansion in Europa erreicht, wo die Geschäfte höhere Bruttogewinnmargen erzielten als in der von Rabattschlachten gekennzeichneten Heimat. In Amerika sanken die Erlöse vor diesem Hintergrund in seit einem Jahr oder länger bestehenden Geschäften um 4,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum; Zahlen aus solchen Geschäften gelten als wichtiger Maßstab, weil diese Läden anders als neu eröffnete weniger von der Neugier der Kunden profitieren, die zu höheren Verkaufszahlen führt, sondern vielmehr auf Stammkundschaft zählen können und Stetigkeit darstellen.
Die Umsätze in Amerika leiden auch unter dem fortgesetzten Streit mit dem Sportschuhhersteller Nike, der seine Luxusmodelle nicht mehr an Fott Locker liefert. Der Grund: Foot Locker hatte 2002 die Zahl der Bestellungen bei Nike verringert, nachdem diese weniger nachgefragt worden waren. Daraufhin hat sich Nike mit der Liefersperre gerächt. Der Effekt ist aber für beide Unternehmen nachteilig: Nike hat auch am Umsatz eingebüßt, und der Anteil seiner Schuhe an den Erlösen von Foot Locker ist auf rund 35 Prozent nach 40 Prozent vor einem Jahr gefallen.
Verkäufe ziehen an - weitere Gewinnsteigerung erwartet
Gleichwohl geht Foot Locker davon aus, den Gewinn im dritten Quartal auf 31 bis 33 Cents je Aktie zu steigern; damit würde das Unternehmen die Prognosen von Analysten, die durchschnittlich mit 32 Cents rechnen, ziemlich genau treffen. Wie der Vorstand berichtete, haben die Verkäufe seit Ende Juli angezogen und steigen in der dritten Woche.
Der Geschäftserfolg spiegelt sich im Aktienkurs wider: Das Papier hat sich seit dem Tief vom Oktober annährend um 100 Prozent verteuert. Infolge des Kursanstiegs der vergangenen Tage hat Foot Locker den langfristigen Abwärtstrend verlassen und schickt sich an, weiter nach oben zu laufen. Derzeit kämpft sich die Aktie in einer Widerstandszone voran, die bei 17,02 Dollar überwunden wäre. In diesem Fall setzte dieser Titel, der mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,3 moderat bewertet erscheint, ein weiteres starkes Kaufsignal.