25.04.2007 · Mit nachbörslichen Kursgewinnen von bis zu 12,5 Prozent reagierte die Aktie des bekannten Internethändlers Amazon auf die Umsatz- und Ertragszahlen des ersten Quartals. Allerdings wird der Gewinn von Steuereffekten aufgepeppt.
Mit nachbörslichen Kursgewinnen von bis zu 12,5 Prozent auf 50,33 Dollar reagierte am Dienstag die Aktie des bekannten Internet-Buchhändlers Amazon auf die Umsatz- und Ertragszahlen des ersten Quartals des laufenden Geschäftsjahres.
Damit hat die Aktie nicht nur den im Oktober des Jahres 2003 etablierten Abwärtstrend überwunden, sondern seit einem Kurstief im August des vergangenen Jahres rund 75 Prozent zugelegt. Allerdings dürfte diese Kursperformance eher den gegenwärtigen Zustand der Finanzmärkte erklären, der die Anleger offensichtlich ohne Rücksicht auf operative Entwicklungen und Bewertungen zum nehmen von Risiken ermuntert.
Steuereffekte peppen den Gewinn auf
Der Umsatz von Amazon legte im ersten Quartal im Vergleich mit der Vorjahresperiode zwar um 32 Prozent auf 3,02 Milliarden Dollar zu und der Gewinn verdoppelte sich sogar auf 111 Millionen Dollar oder auf 26 Cents je Aktie. Allerdings spielten bei dieser Entwicklung Steuereffekte eine wesentliche Rolle. Der Steuersatz habe im laufenden Jahr noch bei 23 Prozent gelegen, nach 47 Prozent im vergangenen Jahr, teilte Finanzchef Thomas Szkutak mit. Hintergrund sei die Verlagerung von gewissen „Assets“ von den Vereinigten Staaten nach Europa. Fragt sich nur, wie nachhaltig diese Entwicklung sein kann.
Diese Frage stellt sich auch mit Blick auf die reduzierten Aufwendungen im Technologiebereich. Solche Strategien mögen zwar kurzfristig dazu beitragen, die Gewinnentwicklung optisch aufzufrischen. Das Unternehmen könnte sich dazu genötigt sehen, war die Umsatzrendite in den vergangenen Monaten auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 1999 gefallen. Allerdings sind solche kurzfristigen Strategien nicht selten kurzsichtig. Denn wenn sich die Technologie nicht auf dem modernsten Stand befindet, kann die Kundenzufriedenheit nachlassen und damit die Umsatzentwicklung.
Unternehmen hoch verschuldet - Aktie stark überbewertet
Amazon genießt zwar nach wie vor das Image eines Technologie- und Wachstums-Unternehmens. Allerdings handelt es sich in Wirklichkeit um einen immer größer werdenden, wenig fokussierten Gemischtwarenladen mit elektronischem Vertriebskanal, der sich die Umsatzzuwächse durch den subventionierten Versand kauft. So zeigt zwar die Umsatzentwicklung im langfristigen Trend nach oben, das gilt jedoch nicht für die Gewinnentwicklung. Ob sich das jemals ändern wird, dürfte sich fragen lassen.
Das Unternehmen ist nicht nur stark verschuldet - die Quote von Fremd- zu Eigenkapital liegt bei knapp 300 Prozent -, sondern mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 62 und 50 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist und bleibt die Aktie massiv überbewertet. Wer sie sich ins Depot legt, muss wissen was er tut.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |