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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Ein lohnendes Jahr für Mutige Das wurde im Jahr 2010 aus 100.000 Euro

 ·  In der Jahresbilanz 2010: Mut zum Risiko hat sich für Anleger ausgezahlt - doch auch konservativere Strategien waren durchaus erfolgreich. Nur für Sparer werden die Zeiten dagegen immer magerer. Ihr Geld wurde im vergangenen Jahr weniger wert.

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Wie schon so häufig in den letzten Jahren hätte sich der Mut zum Risiko für Anleger im Jahr 2010 ausgezahlt. Doch auch konservativere Strategien waren durchaus erfolgreich. In der Jahresbilanz besonders gut abgeschnitten haben die Aktienmärkte in der Mongolei, in Sri Lanka und Peru. Wer jedoch inmitten der europäischen Schuldenkrise ebenfalls Mut bewiesen, und auf die Aktien hochverschuldeter Länder wie Griechenland oder Spanien gesetzt hat, der hat nun das Nachsehen.

Aus 100.000 Euro zu Jahresbeginn wurden in Spanien gemessen am Auswahlindex Ibex-35 weniger als 87.000 Euro - ein Verlust von 17 Prozent. Für den griechischen ASE-Composite-Index fällt der Rückgang sogar doppelt so hoch aus. Er ist damit das zweitschlechteste Börsenbarometer unter den von dem Informationsdienst Bloomberg aufgeführten 91 Hauptindizes der Welt. Nur der Index der venezolanischen Börse hat in Euro gerechnet 2010 noch etwas mehr an Wert verloren.

Für Privatanleger ist es jedoch auch in Zeiten, in denen es weit mehr als 500.000 verschiedene Zertifikate und Hebelprodukte gibt, alles andere als einfach, auf exotische Aktienmärkte zu setzen. Der Handel an den Börsen der Schwellenländer gilt vielfach als illiquide, intransparent und wenig reguliert. Häufig gibt es nur wenige handelbare Aktien und zudem Zugangsbeschränkungen für ausländische Investoren. Viele Finanzplätze bleiben Privatanlegern nach wie vor verschlossen, es sei denn, sie greifen auf Einzelaktien zurück, die im Ausland gehandelt werden. So sind an den Börsen Stuttgart und Frankfurt bisher keine derivativen Wertpapiere notiert, die sich auf den besten Aktienmarkt des Jahres, die Mongolei, beziehen. Auch börsengehandelte Fonds gibt es hierfür bislang keine.

Kleinere Unternehmen haben besonders profitiert

Erst seit Oktober gibt es ein Zertifikat der Royal Bank of Scotland (RBS) auf den MSCI Sri Lanka Index unter der Wertpapierkennnummer (WKN) AA2 RDH. Mongolische Minenaktien wiederum werden an der Börse in Hongkong notiert, einige Werte aus Sri Lanka in Luxemburg. Gleichwohl ist es möglich, dass Zertifikate auf Aktienkörbe oder regionale Fonds Einzeltitel dieser Länder in ihren Portfolios haben. Ein Zertifikat auf die Dividendenpapiere des südamerikanischen Landes Peru bietet derweil ebenfalls die RBS (WKN: AA0 PEU). Es hat im vergangenen Jahr aber nur 64 Prozent an Wert gewonnen.

Doch auch für weniger wagemutige Anleger, die lieber direkt vor der Haustür nach Investitionschancen suchen, hat sich das Aktienjahr 2010 gelohnt. Der Dax ist mit einem Aufschlag von 16 Prozent einer der besten unter den großen Indizes der Welt. Noch besser haben jedoch die Aktien geringer kapitalisierter Gesellschaften abgeschnitten. Mit einem Anstieg um 46 Prozent hat in Deutschland der S-Dax die Nase vorn. Ähnliches gilt für andere Länder. Kleinere Unternehmen haben von dem unerwartet starken wirtschaftlichen Aufschwung besonders profitiert. Zudem waren diese Werte im Jahr 2008 während der Finanz- und Wirtschaftskrise an der Börse deutlich stärker unter Druck geraten als die großen.

Magere Zeiten für Sparer

Für Anleger, die in Fremdwährungsmärkte investiert haben, war zudem der schwächere Euro ein wichtiger Renditebringer des Jahres 2010. Gegenüber dem japanischen Yen hat er um fast 23 Prozent abgewertet, zum amerikanischen Dollar waren es 7 Prozent. Richtig wäre es daher gewesen, Zertifikate oder Fonds zu wählen, die nicht gegen den Einfluss der Wechselkurse gesichert sind. Dies hätte zusätzliche Währungsgewinne beschert. Mit diesen Gewinnen konnten Anleger, die auf Aktien oder Anleihen aus dem Nicht-Euro-Raum gesetzt haben, die Renditen deutlich aufpolieren oder aber Verluste mildern. Aus einem Anstieg des amerikanischen Dow Jones Index um 11 Prozent wurde so in Euro gerechnet ein Plus von 19 Prozent.

Auch konservativere Anleger kamen im vergangenen Jahr auf ihre Kosten. Der Silberpreis ist um 96 Prozent gestiegen, Gold ist um fast 40 Prozent teurer geworden. Wollen Anleger an solchen Wertentwicklungen teilhaben, können sie Barren und Münzen kaufen, was mit erheblichen Kosten verbunden ist und die Rendite entsprechend mindert. Doch auch bei dem Kauf von vergleichsweise günstigeren Zertifikaten oder börsennotierten Rohstoffderivaten (ETC) fallen Gebühren an.

Für Sparer werden die Zeiten dagegen immer magerer. Ihr Geld wurde im vergangenen Jahr weniger wert. Denn während angesichts rekordniedriger Zinsen in vielen Ländern die Zinsen für Spareinlagen der Banken häufig unter einem Prozent liegen, tritt nun langsam eine wachsende Inflationsrate zutage. Im Dezember betrug die Teuerung in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr 1,7 Prozent - Tendenz steigend.

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Redakteurin in der Finanzmarktredaktion.

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