18.02.2004 · Im Ranking der 50 größten Kapitalvernichter 2003 schneidet die Beteiligungsgesellschaft WCM als schlechteste Aktie ab. Die Zahl der Dax-Unternehmen in der Liste der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hat sich verdoppelt.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) weist in ihrer neuesten sogenannten „Watchlist“ die Frankfurter Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft WCM als den größten Kapitalvernichter des vergangenen Jahres aus. Ihr folgt die Plambeck AG und “ein ehemaliger Star“ des Neuen Marktes, die Intershop AG (siehe Infografik).
Im Vergleich zum Vorjahr habe sich jedoch die Zahl der Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (DAX) auf der Negativliste der 50 größten Kapitalvernichter unter deutschen Aktiengesellschaften von drei auf sechs verdoppelt, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker.
Allianz schwächster Dax-Wert
Schlechtester DAX-Wert war im vergangenen Jahr die Allianz AG auf Platz 28, gefolgt von der Münchener Rück auf Platz 29, der HypoVereinsbank auf Platz 32, TUI auf Platz 38, der Deutschen Telekom auf Platz 41 und der Bayer AG auf Platz 50. Immerhin habe sich die Commerzbank, die im vergangenen Jahr noch das schlechteste Dax-Unternehmen gewesen sei, inzwischen aus der Liste verabschieden können, sagte der DSW-Hauptgeschäftsführer.
Über die Höhe des vernichteten Kapitals konnte die DSW keine Angaben machen. 2003 hatte die DSW vorgerechnet, dass die Marktkapitalisierung der 30 größten Unternehmen zwischen Ende 2000 und Ende 2002 von 890 Milliarden auf 315 Milliarden Euro sank.
Die DSW sieht in der Liste eine Hilfe für Aktionäre und auf keinem Falle eine Kauf- oder Verkaufsanleitung für Anleger. Bei einigen aufgeführten Werten zum Beispiel zeigte sich im vergangenen Jahr ein positiver Trend. Die DSW wurde 1947 gegründet und ist nach eigenen Angaben mit 28 000 Mitgliedern größte deutschen Aktionärsvereinigung.
Warnung vor neuen Boom-Gefahren an Technologiebörsen
Der Kursanstieg an Technologiebörsen wie der amerikanische Nasdaq oder dem deutschen Neue-Markt-Nachfolger TecDax geben nach Einschätzung der DSW Anlaß zur Sorge. Internettitel wie Ebay, Yahoo oder auch Amazone hätten jetzt ein Bewertungsniveau, das vom der Boomzeit im Jahr 2000 nicht mehr weit entfernt sei, sagte DSW- Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Dienstag in Berlin. In den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, daß einige Anleger die schlechte Entwicklung der vergangenen Jahre schnell vergessen hätten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |