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Drittes Quartal Investmentbanken erwarten Erholung

21.09.2007 ·  Im August hatte die Unsicherheit wegen der Turbulenzen an den Kreditmärkten ihren Höhepunkt erreicht. Die Kurse der Investmentbanken an der Wall Street haben sich nun ein wenig erholt. Die Ergebnisse für das dritte Quartal sind aber immer noch gemischt.

Von Norbert Kuls, New York
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Die Aktienkurse der Investmentbanken an der Wall Street haben sich seit den jüngsten Tiefständen im August etwas erholt. Damals war die Unsicherheit wegen der Turbulenzen an den Kreditmärkten auf ihrem Höhepunkt gewesen. Nachrichten von Verlusten bei Hedge-Fonds machten die Runde. Analysten nahmen die Prognosen für die Investmentbanken zurück, die alle im Geschäft mit verbrieften Hypotheken engagiert sind. Die in der vergangenen Woche vorgelegten Quartalsergebnisse von vier der größten Investmentbanken an der Wall Street waren mit entsprechender Spannung erwartet worden.

Denn Investmentbanken gelten als Trendindikator für die gesamte Börse. Das Resultat war gemischt. Goldman Sachs berichtete gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg des Nettogewinns von 79 Prozent, während die Konkurrenten Morgan Stanley, Lehman Brothers und Bear Stearns alle einen Gewinnrückgang verzeichneten. Am schlimmsten traf es Bear Stearns, die Nummer fünf an der Wall Street, deren Resultate am stärksten vom Hypothekengeschäft abhängen.

„Goldman muss die Gegenpartie gewesen sein“

Die anderen Banken profitierten von einem anhaltend robusten Geschäft mit der Beratung bei Fusionen und Übernahmen sowie dem Aktienhandel. Das glich die Schwäche im Anleihe- und Kreditgeschäft aus. Auch ein starkes Auslandsgeschäft hat den Wall-Street-Banken im vergangenen Quartal geholfen. Bis auf Bear Stearns kommen mittlerweile über die Hälfte der Einkünfte der Banken von außerhalb der Vereinigten Staaten.

Entscheidend für das Ergebnis von Goldman war offenbar die richtige Wette auf fallende Preise bei mit Hypotheken besicherten Anleihen. Goldman berichtete gegenüber dem zweiten Quartal um 46 Prozent gestiegene Einkünfte in der Handelssparte. Die Konkurrenten verzeichneten dagegen alle kräftige Rückgänge in diesem Bereich. „Goldman muss bei allen Transaktionen die Gegenpartei für die anderen Häuser gewesen sein“, sagte Brad Hintz, ein Analyst beim Wertpapierhaus Sanford C. Bernstein.

„Das Schlimmste ist definitiv hinter uns“

Die Investmentbanken selbst glauben, dass der schlimmste Teil der Finanzkrise bereits überstanden sei. „Wir sind ein ganzes Stück näher am Tiefpunkt als noch im zweiten Quartal“, sagte David Viniar, der Finanzchef von Goldman Sachs. Die globale Konjunktur scheine in gesunder Verfassung zu sein und die über Erwarten starke Senkung der amerikanischen Leitzinsen am Dienstag habe für eine deutlich bessere Stimmung an den Finanzmärkten gesorgt. Sam Molinaro, der Finanzchef von Bear Stearns, deren Nettogewinn um 61 Prozent zurückgegangen war, zeigte ebenfalls Zuversicht. „Das Schlimmste ist definitiv hinter uns“, sagte Molinaro.

Einige Analysten waren dennoch skeptisch und kritisierten die Informationspolitik der Banken. So hat Lehman Brothers Verluste von 700 Millionen Dollar in Zusammenhang mit der Kreditkrise ausgewiesen. Diese Zahl war niedriger als erwartet.

„Im Grunde wird uns nur ein Minimum mitgeteilt“

Aber es waren mehrere Anlagekategorien zusammengefasst, was eine Bewertung der einzelnen Geschäftssparten erschwert. „Die Investmentbanken haben nicht allzu viele Informationen über die Bestände in ihren Wertpapierportfolios veröffentlicht“, sagte Analyst Richard Bove vom Wertpapierhaus Punk, Ziegel & Co: „Im Grunde wird uns nur ein Minimum an Informationen mitgeteilt.“

Lehman, die viertgrößte New Yorker Investmentbank, hatte trotz eines Gewinnrückgangs um 3 Prozent die zuvor reduzierten Erwartungen der Analysten übertroffen. Lehman hatte den Bereich für zweitklassige Subprime-Hypotheken geschlossen und insgesamt rund 2500 Stellen im Hypothekenbereich gekürzt. Morgan Stanley hatte die Erwartungen der Analysten an der Wall Street mit einem Rückgang des Nettogewinns um 17 Prozent dagegen enttäuscht.

Quelle: F.A.Z., 22.09.2007, Nr. 221 / Seite 19
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