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Dow Jones Höhenflug der Wall Street setzt sich fort

 ·  Insbesondere die expansive Geldpolitik der Fed schürt die Hoffnung der Börsianer auf weitere Rekorde. Das Vertrauen der Verbraucher dürfte beflügelt werden. Der Dax erreicht indes fast 8000 Punkte.

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Der Höhenflug der amerikanischen Börsen setzt sich fort. Auch am Mittwoch stellte der Dow Jones ein Rekordhoch auf, als er im Handelsverlauf in der Spitze um 0,5 Prozent auf 14.320 Punkte zulegte. An der Wall Street debattieren die Aktienmarktstrategen in den Banken nun, ob der Aufschwung der Aktienkurse weitergehen kann. Getrieben wird der Kursanstieg seit März 2009 vor allem von einer lockeren Geldpolitik der Notenbank Fed, die mit niedrigen Zinsen das immer noch schleppende Wachstum der amerikanischen Wirtschaft beflügeln will. Notenbank-Chef Ben Bernanke will an diesem Kurs festhalten, bis die Arbeitslosenquote deutlich gesunken ist.

Nach Ansicht des Aktienmarktstrategen Barry Knapp von der britischen Bank Barclays wird ein nachhaltiger Anstieg der Aktienkurse vom Erfolg der Fed abhängen. „Ich glaube nicht, dass der Markt mehrere Quartale mit schwachem Wachstum ignorieren wird“, sagte Knapp, der bis zum Ende des Jahres mit einem leichten Rückgang der amerikanischen Aktienkurse rechnet. Andere Auguren an der Wall Street äußerten sich überwiegend positiv. „Der Markt hat Momentum“, sagte Russ Koesterich, der bei der großen Fondsgesellschaft Blackrock die globalen Anlagen verantwortet. Aktien seien im Vergleich zu den niedrigen Renditen von Anleihen zunehmend attraktiv.

Börsenkurse können Verbrauchervertrauen steigern

Als Argument für einen weiteren Kursanstieg führten Aktienmarktstrategen auch die steigenden Unternehmensgewinne an, die langfristig die wichtigste Triebfeder für Aktienkurse sind. Dazu kommt in den Vereinigten Staaten eine klare Stabilisierung des Häusermarktes, der im Zentrum der Finanzkrise gestanden hatte. Ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit und steigende Häuserpreise dürften das Vertrauen der Verbraucher in einen Wirtschaftsaufschwung beflügeln. Die Entwicklung der amerikanischen Konjunktur hängt stark von den Ausgaben der Verbraucher ab. Die gestiegenen Börsenkurse könnten das Verbrauchervertrauen ebenfalls steigern. Privatanleger investieren jedenfalls seit Anfang des Jahres wieder stärker in Aktienfonds, nachdem sie in den Jahren nach der Krise vor allem festverzinsliche Anlagen bevorzugt hatten.

Auch in Europa setzte sich am Mittwoch der Kursanstieg der vergangenen Tage fort. Der Dax erreichte zwischenzeitlich mit 7978 Punkten den höchsten Stand seit Sommer 2007. Aus dem Juli 2007 stammt der bisherige Dax-Rekord von 8151 Punkten. Allerdings berücksichtigt der Dax anders als die amerikanischen Indizes Dividendenzahlungen. Der Dax-Kursindex (ohne Dividenden) befindet sich mit aktuell gut 4300 Punkten noch weit unter seinem Rekordwert von 6266 Punkten aus dem Frühjahr 2000. Der Euro Stoxx 50 steht mit knapp 2700 Punkten sogar nicht einmal halb so hoch wie im Frühjahr 2000 mit 5522 Punkten. Auch der breit gefasste F.A.Z.-Index ist mit aktuell gut 1700 Punkten noch weit von seinem Rekord aus dem März 2000 von 2509 Punkten entfernt. Damals hatte insbesondere der Höhenflug der Telekom-Aktie die Aktienindizes auf immer neue Rekorde getrieben.

Positive Bewertungen

Die jüngsten Kurssteigerungen an den europäischen Börsen haben einige Aktienstrategen auf dem falschen Fuß erwischt. Sie hatten nach den italienischen Parlamentswahlen, die keine klare Regierungsmehrheit hervorgebracht hatten, eigentlich mit einer Wiederkehr der Unsicherheit gerechnet und sinkende Aktienkurse prognostiziert. Viele warnen nun davor, dass der jüngste Kursanstieg für die nächsten Monate der letzte gewesen sein könnte. Die Commerzbank bewertet die Lage jedoch positiv. Sie kommt in einer Analyse zu dem Urteil, dass die Aktienmärkte fundamental sehr viel besser abgesichert seien als zu den Rekordhochs im Frühjahr 2000 und im Sommer 2007. Als der Dax im Frühjahr 2000 erstmals auf mehr als 8000 Punkte stieg, habe der Buchwert der Dax-Unternehmen einem Indexwert von 2700 Punkten entsprochen. Beim zweiten Anstieg auf mehr als 8000 Punkte im Sommer 2007 habe der Buchwert 4500 Punkte betragen. Es schloss sich jeweils eine mehrjährige Korrektur der Aktienkurse auf knapp 2200 Dax-Punkte im Frühjahr 2003 und auf rund 3600 Punkte im März 2009 an. Nun entspreche der Buchwert der Dax-Werte 5800 Punkte.

Die Bilanzen der Unternehmen hätten sich in den vergangenen 13 Jahren deutlich verbessert, sagen die Analysten der Commerzbank. Auch der Anstieg des S&P 500 sei fundamental sehr viel besser unterlegt. Die Gewinne der Unternehmen lägen in Indexpunkten gerechnet derzeit fast doppelt so hoch wie im Jahr 2000 und auch deutlich höher als 2007. Als wichtigsten Faktor, der den jüngsten Kursanstieg von jenen der Jahre 2000 und 2007 unterscheidet, wird jedoch die nun expansive Geldpolitik genannt. Anders als in den Jahren 2000 und 2007 sei insbesondere die amerikanische Notenbank Fed eindeutig dem Lager der Bullen zuzuordnen.

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