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Dow Jones gewinnt fast 7 Prozent Börse reagiert begeistert auf Rettungsplan

23.03.2009 ·  Die Pläne der amerikanischen Regierung zum Aufkauf fauler Wertpapiere haben an der Wall Street für ein Kursfeuerwerk gesorgt. Vor allem Aktien von Finanzfirmen profitierten.

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Der Plan der amerikanischen Regierung, den Banken verlustanfällige Wertpapiere abzukaufen, hat an den Börsen hohe Kursgewinne ausgelöst. Die New Yorker Börsen feierten den Plan. Der amerikanische Leitindex Dow Jones schloss mit plus 6,84 Prozent auf 7.775,86 Zählern. Der marktbreite S&P-500-Index legte um 7,08 Prozent zu auf 822,92 Zähler. Die Regierung in Washington hatte ein Programm zum Kauf von Wertpapieren von bis zu einer Billion Dollar (740 Milliarden Euro) aufgelegt (siehe Washington kauft im großen Stil Schrottpapiere).

Zu den größten Gewinnern zählten die Aktien der führenden amerikanischen Finanzkonzerne. Die Aktien der Bank of America rückten um 26,01 Prozent auf 7,80 Dollar vor und standen an der Spitze der Gewinner im Dow Jones. Die Papiere der Citigroup schlossen am Ende mit einem Plus von 19,47 Prozent auf 3,13 Dollar, und die Aktien von JPMorgan sprangen 24,67 Prozent auf 28,86 Dollar. Trotz der zum Teil starken Kursgewinne gab es auch warnende Stimmen von Börsen-Experten: Sie sprachen von einem „Bullenrennen auf dünnem Eis“.

Auch die großen Ölkonzerne zählen zu den Gewinnern

Einen Kurssprung um 15,52 Prozent auf 23,37 Dollar verzeichneten auch die Aktien der Juwelier-Kette Tiffany. Das Unternehmen hatte vor dem Handelsauftakt mit den Geschäftszahlen positiv überrascht. Zu den Gewinnern des Tages zählten zudem die Aktien der großen Ölkonzerne. So schlossen die Aktien von Exxon Mobil den Handel mit einem Aufschlag von 6,72 Prozent auf 70,53 Dollar und die von Chevron mit 6,86 Prozent auf 69,15 Dollar.

Die starke Kursreaktion der Bankaktien am Montag relativiert sich durch den Blick auf die vorangegangenen Verluste. Binnen eines Jahres hat zum Beispiel die Citigroup-Aktie mehr als 85 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Selbst nach den jüngsten Kursgewinnen wird das Unternehmen an der Börse nur mit etwa einem Viertel des bilanzierten Eigenkapitals bewertet. Die Anleger misstrauen also der Bilanz und befürchten weitere Abschreibungen auf die von der Citigroup gehaltenen Aktiva. Ähnlich niedrig ist das Verhältnis des Aktienkurses zum Buchwert je Aktie auch bei vielen anderen Banken.

Auch auf den Kreditmärkten werden die Banken weiterhin skeptisch beurteilt. Durch die Ankündigung des amerikanischen Programms zum Aufkauf von riskanten Kreditverbriefungen hat sich die Lage allerdings spürbar entspannt. Der Itraxx-Index für erstrangige Schuldverschreibungen europäischer Großbanken sank am Montag um 11 auf 165 Punkte. Die Absicherung per Credit Default Swap einer erstrangigen Bankenanleihe kostet also im Durchschnitt 1,65 Prozent der versicherten Summe. Das ist im langjährigen Vergleich zwar immer noch ein enorm hoher Wert. Vor einigen Tagen war das Misstrauen aber noch größer, und der Index stand bei rund 220 Punkten.

Dax gewinnt 2,7 Prozent

Der Dax beendete den Handel 2,7 Prozent höher bei 4176 Punkten und erreichte damit wieder das Niveau, das er vor einem Monat innehatte. Auch hier zählten Bankenpapiere zu den größten Profiteuren. So sprangen Commerzbank um 9,45 Prozent an, und für Deutsche Bank ging es um 8,48 Prozent nach oben. Papiere der nunmehr im MDAX notierten Postbank rückten um 7,83 Prozent vor. Dagegen konnten Autotitel nur einen Teil ihrer frühen Gewinne behaupten. Daimler schlossen 1,43 Prozent höher. Der von der Absatzkrise gebeutelte Autobauer hat sich mit Abu Dhabi ein zweites Emirat als Großaktionär
ins Haus geholt.

Der Europa-Index Stoxx 50 gewann gar 3,7 Prozent auf 1831 Stellen. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 1,6 Prozent auf 4480 Zähler hoch, für den Technologiewerte-Index TecDax 3,6 Prozent auf 454 Zähler.

In London schossen Barclays-Aktien als Reaktion auf Spekulationen auf einen baldigen Verkauf der ETF-Sparte iShares 15 Prozent nach oben. Die Privat-Equity-Häuser Hellman & Friedman, Bain Capital und TPG haben nach Angaben von mit der Situation vertrauten Personen Interesse an iShares bekundet.

Euro-Aufwertung gestoppt

Auch Staatsanleihen und Devisen reagierten auf den Rettungsplan in Übersee. Die kräftige Aufwertung des Euro wurde vorerst gestoppt. Der Euro kostete am Morgen noch mehr als 1,37 Dollar und sank im weiteren Verlauf auf 1,36 Dollar. Auch die Flucht vieler Anleger in sichere Staatsanleihen ebbte ab, nachdem die Details des Plans bekanntgeworden waren. Die Kurse europäischer Staatsanleihen gaben etwas nach. Dadurch nähert sich die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen wieder 3 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, Bloomberg, Dow Jones, dpa.
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