21.01.2010 · Dividendenstarke Aktien werden von vielen Profis derzeit als Kaufobjekte genannt. dafür gibt es gute Gründe. Die 30 Dax-Unternehmen etwa schütten trotz kräftiger Gewinneinbrüche an ihre Aktionäre insgesamt nur 7 Prozent weniger aus zum Vorjahr.
Von Hanno MußlerViele Vermögensverwalter und Anlagestrategen setzen in diesem Jahr auf dividendenstarke Aktien. Denn trotz eines kräftigen Gewinneinbruchs schütten die 30 Dax-Unternehmen an ihre Aktionäre insgesamt für das Geschäftsjahr 2009 voraussichtlich gut 20 Milliarden Euro aus. Das ist nur ein leichter Rückgang um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Dividenden sind insbesondere für Anleger wichtig, die nicht nur auf Kursgewinne, sondern auch auf eine jährliche Einnahme Wert legen. Dieser Anlegertyp wählt oft Zins tragende Wertpapiere. Allerdings sind die Zinsen so tief wie seit Jahrzehnten nicht.
Thyssen-Krupp macht den Anfang
Bezogen auf den aktuellen Kurs, liegt die Dividendenrendite von Aktien bei Versorgern wie der Deutschen Telekom (7,7 Prozent), Eon (5,2) und RWE (5,1), aber auch bei einigen europäischen Ölwerten wie Royal Dutch Shell (6,2) und Total (5,3) im Moment höher oder zumindest in der Nähe der Rendite von Anleihen dieser Unternehmen. Im Durchschnitt beträgt die Dividendenrendite im Dax derzeit 3,5 Prozent. Das ist mehr, als zehn Jahre laufende Bundesanleihen mit 3,2 Prozent abwerfen. Allerdings haben Aktien gegenüber Anleihen die größeren Kurschancen und -risiken.
Die deutschen Unternehmen zahlen ihre Dividende einmal im Jahr mit Abschluss der Hauptversammlung. Thyssen-Krupp macht an diesem Donnerstag den Anfang. Als erster Dax-Konzern in diesem Jahr hat der Stahlkonzern seine Aktionäre eingeladen und schüttet anschließend Geld an die Eigentümer aus. In der kommenden Woche folgt Siemens.
Beide Konzerne machen ihre Aktionärstreffen so früh im Jahr, weil ihre Geschäftsjahre nicht mit dem Kalenderjahr, sondern schon am 30. September abschließen. Infineon, der dritte Dax-Wert mit vom Kalenderjahr abweichenden Geschäftsjahr, hält zwar auch schon im Februar die Hauptversammlung ab. Der Halbleiterkonzern zahlt indes wie in jedem Jahr seit dem Börsengang im Jahr 2000 keine Dividende.
Infineon, Commerzbank und Lufthansa zahlen nicht
Die eigentliche Hauptversammlungssaison erreicht Ende April ihren Höhepunkt. Die meisten Unternehmen müssen zuvor noch ihre Bilanz für 2009 aufstellen. Mit Ausnahme von Infineon, Commerzbank und Lufthansa werden voraussichtlich alle weiteren 27 Dax-Werte dann im Frühsommer eine Dividende zahlen. Mit voraussichtlich 17 Unternehmen werden die meisten die Dividende stabil halten. Von Allianz, Deutscher Bank sowie Fresenius und Fresenius Medical Care wird erwartet, dass sie ihre Dividende im Vergleich zum Vorjahr erhöhen.
Thyssen-Krupp dagegen gehört zu den Unternehmen, die die Dividende kürzen. Nach 1,30 Euro im Vorjahr gibt es jetzt nur 30 Cent je Aktie. Das ist ein deutlicher Rückgang um 77 Prozent. Thyssen-Krupp hat im Geschäftsjahr 2008/2009 rund 1,9 Milliarden Euro Verlust gemacht und zahlt die Ausschüttung an die Aktionäre in Höhe von 140 Millionen Euro aus den Reserven. Allerdings ist der Kurs der Thyssen-Aktie seit einem Jahr von 17 auf 26,50 Euro geklettert. Zum Anstieg des Dax von 1000 Punkten Ende des Jahres 1987 auf heute 5900 Punkte haben Dividenden 40 Prozent beigetragen.
Dividendenhopping, Fonds und Zertifikate
Anleger können mit verschiedenen Strategien gezielt auf Dividenden setzen. Um in den Genuss der Ausschüttung zu kommen, reicht es aus, die Aktie am Tag der Hauptversammlung des Unternehmens zu kaufen. Es gibt Anleger, die sich nach dem Dividendenzufluss wieder von den Wertpapieren trennen, um von dem Erlös Aktien von Unternehmen zu kaufen, deren Dividendenzahlung noch ansteht. Bei diesem „Dividendenhopping“ sind jedoch Transaktionskosten und steuerliche Aspekte zu berücksichtigen. Sobald der Sparerfreibetrag von 801 (Verheiratete: 1602) Euro ausgeschöpft ist, fällt auf Dividenden und Kursgewinne 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an.
Neben der Direktanlage in dividendenstarke Aktien bietet sich eine Vielzahl weiterer Wertpapiere an. Wer Fondsmanagern zutraut, die Unternehmen mit dauerhaft hohen Dividenden auszuwählen, kann auf aktiv gemanagte Fonds wie den DWS Top-Dividende oder den LBBW Dividenden Strategie Euroland setzen. Kostengünstiger sind Fonds auf den Index Div-Dax, in dem die 15 dividendenstärksten Dax-Werte vertreten sind. Société Générale hat gerade Zertifikate herausgebracht, mit denen Anleger sogar die Dividendenerwartungen an einzelne europäische Aktien handeln können.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |