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Dividenden Viele Unternehmen zahlen zum ersten Mal

 ·  Die gute Wirtschaftslage führt nicht nur zu höheren Dividenden. Viele Unternehmen schütten zudem erstmals oder nach langer Unterbrechung wieder Gewinne aus.

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Die Gewinnausschüttungen der Unternehmen an ihre Aktionäre steigen in diesem Jahr deutlich. Nachdem nun alle 30 Dax-Unternehmen ihre Dividendenvorschläge veröffentlicht haben, ergibt sich nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst &Young ein Anstieg der Gesamtsumme um 6 Prozent auf etwa 27,5 Milliarden Euro. Damit bleiben die Ausschüttungen für das Geschäftsjahr 2011 zwar unter dem Wert für das Jahr 2007, erreichen jedoch den zweithöchsten Wert überhaupt.

Conti zahlt wieder

19 Dax-Unternehmen haben ihre Ausschüttungen erhöht, nur die Commerzbank zahlt weiter keine Dividende. Hiermit bleibt sie im Dax alleine, seit Infineon im vergangenen Jahr erstmals eine Dividende gezahlt hat. Bei kleineren Aktiengesellschaften kommt es dagegen viel häufiger vor, dass die Anteilseigner nicht an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt werden oder gar keine Gewinne erwirtschaftet werden. Doch auch hier hat die gute wirtschaftliche Entwicklung der Jahre 2010 und 2011 ihre Wirkung gezeigt: Immer mehr Unternehmen schütten erstmals Dividenden aus oder nehmen Dividendenzahlungen nach jahrelangen Unterbrechungen wieder auf.

So kündigte die Continental AG an, nach ihrer bislang letzten Dividendenzahlung im April 2008 dieses Jahr wieder eine Ausschüttung von 1,50 Euro je Aktie vornehmen zu wollen. 300 Millionen Euro fließen so an die Aktionäre, die Hälfte davon an den Großaktionär Schaeffler. Noch im Vorjahr hatte der Automobilzulieferer mit Verweis auf bestehende Kreditverträge keine Dividende gezahlt. Dass Conti sich trotz schwächerer Automobilkonjunktur und weiterhin hoher Verschuldung nun wieder eine Dividende zutraut, wurde von Analysten als Zeichen der Zuversicht gewertet.

Ausschüttung wegen Einfallslosigkeit

Dies ist nicht bei allen Dividendenankündigungen so. Gerade bei Unternehmen aus neuen Branchen, denen ein hohes Wachstum zugetraut wird, sehen die Börsianer es häufig lieber, wenn das erwirtschaftete Geld im Unternehmen bleibt und zur Wachstumsfinanzierung verwendet wird.

Dort ist es nach Ansicht der meisten Analysten wesentlich rentabler angelegt und nutzt dem Anleger durch Kurssteigerungen der Aktie mehr als eine Dividendenausschüttung. Dieser Argumentationslinie folgend, wird es als mangelndes Zutrauen in das eigene Geschäftsmodell oder als Einfallslosigkeit in der Gewinnverwendung ausgelegt, wenn Unternehmen Dividenden ausschütten.

Erstlinge Apple und Xing

Dennoch kommt es gerade in der Technologiebranche, einer klassischen Wachstumsbranche, in diesem Jahr vermehrt zu Dividendenpremieren. Prominentestes Beispiel ist Apple. Der Konzern will nach 17 Jahren wieder Dividenden zahlen und eigene Aktien zurückkaufen.

Hierzulande hat das Karrierenetzwerk Xing zunächst im Februar eine Sonderdividende ausgeschüttet und der Hauptversammlung nun erstmals eine reguläre Dividende von 56 Cent je Aktie vorgeschlagen, was etwa 1 Prozent des aktuellen Kurses entspricht. Auch der Telekommunikationsanbieter QSC will erstmals eine Dividende zahlen.

Grammer und SGL Carbon wieder dabei

Neben Technologiewerten gibt es vor allem unter den Automobilzulieferern einige Dividendenpremieren oder Wiederaufnahmen. Neben Continental will auch der Sitzehersteller Grammer nach drei Jahren ohne Dividende wieder eine Ausschüttung vornehmen. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn aufgestellt. Die genaue Höhe der Dividende wird am Mittwoch bekanntgegeben. Analysten rechnen mit etwa 40 Cent je Aktie, was einer Dividendenrendite von rund 2,5 Prozent entspräche.

SGL Carbon will nach 14 Jahren wieder eine „symbolische Dividende“ zahlen, wie es der Vorstandsvorsitzende Robert Koehler nannte. Mit Micronas plant ein weiterer Automobilzulieferer erstmals eine Dividendenzahlung.

Zwei Jahre nach ihren Börsengängen planen zudem der Modehersteller Tom Tailor und Kabel Deutschland die Aufnahme von Dividendenzahlungen. Tom Tailor will 17 Cent je Aktie ausschütten (Dividendenrendite: 1,2 Prozent), Kabel Deutschland 1,50 Euro (3,2 Prozent).

Immer konkreter wird eine Dividendenzahlung auch von Borussia Dortmund. Der einzige börsennotierte Fußballverein in Dortmund hatte die Zahlung vom Erreichen der Champions League abhängig gemacht, wonach es derzeit jedoch aussieht.

Zertifikate nutzen

Der positive Verlauf der diesjährigen Dividendensaison hat einige Marktteilnehmer überrascht. Abzulesen ist dies am Dividenden-Future auf den Euro Stoxx 50. Nach den Kursturbulenzen im zweiten Halbjahr 2011 war der Future für das Jahr 2012 auf Werte knapp über 100 Punkten gefallen. Die tatsächlichen Dividendenzahlungen werden aber wohl Werte um 120 Punkte erreichen. Auch der Future für die Dividendenzahlungen 2012 hat sich mittlerweile auf 117 erhöht.

Für die Zukunft zeigen die Futures traditionell eine skeptische Markthaltung. Der Future für die Dividendenzahlungen im Jahr 2014 im Euro Stoxx 50 steht auf 96 Punkten. Wer als Anleger mit höheren Dividenden rechnet, kann ein Zertifikat von Goldman Sachs mit der Isin DE000GS1ZZ45 kaufen. Es kostet derzeit gut 92 Euro. Die Analysten von Goldman Sachs rechnen für 2014 mit Dividendenzahlungen von 135 Punkten. Der Wert des Zertifikats entspricht dann den tatsächlich gezahlten Dividenden in Indexpunkten.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Wirtschaft.

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