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Dividenden Großes Fest im Dax erwartet

 ·  21 von 30 Dax-Unternehmen werden die Dividende im Vergleich zum Vorjahr anheben. In diesem Halbjahr winkt den Aktionären die zweithöchste Gesamtausschüttung in der Dax-Geschichte. Nach Analystenschätzungen wird nur die Telekom ihre Dividende senken.

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Der Deutsche Aktienindex Dax hat am Montag mit 7287 Punkten den höchsten Wert seit Januar 2008 erreicht. Als einen Treiber hinter den steigenden Aktienkursen sehen Marktteilnehmer, dass die Dax-Unternehmen in diesem Halbjahr zusammen fast 30 Prozent mehr an Dividenden ausschütten werden. „Der deutsche Aktienmarkt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig von Mitte Februar bis Mitte April überdurchschnittlich entwickelt“, hat Andreas Hürkamp von der Commerzbank beobachtet und schließt daraus: „Anleger positionieren sich im Vorfeld der Dividendensaison, die im April und Mai ihren Höhepunkt erreicht.“

Dividenden machen im Durchschnitt über mehrere Jahrzehnte betrachtet rund 40 Prozent und Kurssteigerungen rund 60 Prozent an der Wertentwicklung des Dax aus. Wer gezielt Aktien mit hohen Dividendenrenditen wählt, schneidet aber über einen längeren Zeitraum besser ab als der Dax. „Wer im Jahr 1996 in die zehn Aktien im Dax mit der höchsten Dividendenrendite investiert hat und zu Beginn jedes Jahres nach diesem Kriterium abermals die zehn besten ausgewählt hat, dessen Anlagekapital wuchs bis heute um 270 Prozent“, hat Volker Siedhoff von der WGZ-Bank ausgerechnet. Der Dax sei in diesem Zeitraum lediglich um 205 Prozent gestiegen.

Im Januar haben schon Siemens und Thyssen-Krupp höhere Dividenden als im Vorjahr an ihre Aktionäre ausgeschüttet. Am 17. Februar ist der Halbleiterkonzern Infineon an der Reihe, der zum ersten Mal seit dem 2000 wieder eine Dividende zahlt. Diese drei Unternehmen haben ein Geschäftsjahr, das immer am 30. September endet. Damit finden auch ihre Hauptversammlungen ein Vierteljahr früher statt als bei den anderen Dax-Unternehmen, deren Geschäftsjahresende mit dem Ende des Jahres zusammenfällt und deren Hauptversammlung im April oder Mai stattfindet. Nur wer mit Ende des Aktienhandels am Tag der Hauptversammlung Aktionär ist, kommt in den Genuss der Dividende, mit der die Unternehmen ihre Aktionäre am Gewinn des Vorjahres teilhaben lassen.

Telekom-Aktie bleibt unangefochtener Dividendenspitzenreiter

Viele Dax-Unternehmen werden erst auf der oft im März stattfindenden Bilanzpressekonferenz mitteilen, wie hoch ihre Dividende für das Jahr 2010 sein wird. Klar ist aber schon jetzt, dass die bisherige Rekordsumme von 28,1 Milliarden Euro, die von den 30 Dax-Unternehmen für das Jahr 2007 im Jahr 2008 gezahlt wurde, wohl noch nicht ganz wieder erreicht wird.

Nach Schätzungen von Aktienanalysten wird von den 30 Dax-Unternehmen aber nur die Deutsche Telekom ihre Dividende im Vergleich zum Vorjahr senken. 21 Unternehmen werden demnach ihre Dividenden erhöhen. Der Automobilkonzern Daimler, der im vergangenen Jahr keine Dividende zahlte, und die Münchener Rück, die in der vergangenen Woche eine um 9 Prozent steigende Dividende ankündigte, dürften in die Spitzengruppe der Dividendenzahler zurückkehren. Andere Spitzenzahler wie die Versorger Eon und RWE halten ihre Dividenden immerhin konstant.

Im Durchschnitt schätzen Analysten, dass die Dax-Unternehmen ihre Dividendenzahlungen um 27 Prozent auf rund 25 Milliarden Euro steigern werden. Weil die Commerzbank für die Automobilkonzerne Daimler, VW und BMW mit höheren Dividenden als der Durchschnitt rechnet, kommt sie auf eine Prognose von 26 Milliarden Euro. Da der Dax 30 Prozent höher liegt als vor einem Jahr, beträgt die durchschnittliche Dividendenrendite unverändert gut 3 Prozent und bewegt sich damit auf dem Niveau der Rendite von Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit. Es gibt aber einige Unternehmen, darunter BASF und Allianz, deren Aktien eine höhere Dividendenrendite abwerfen als ihre Anleihen mit Laufzeiten bis 2017 und 2019.

Unangefochtener Dividendenspitzenreiter aber bleibt trotz einer voraussichtlich sinkenden Dividende die Telekom-Aktie. Sie weist bezogen auf den aktuellen Kurs mit 7,0 Prozent die höchste Dividendenrendite auf und hat eine Mindestdividenden von 70 Cent je Aktie bis einschließlich des Geschäftsjahres 2012 garantiert.

Die Commerzbank ist das einzige Dax-Unternehmen, das wie schon im Vorjahr keine Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr zahlt. Die Deutsche Bank zählt zu den acht Unternehmen, die eine unveränderte Dividende je Aktie zahlen. Allerdings erhöht sich die Ausschüttungssumme für die Deutsche Bank um 50 Prozent, weil sie im vergangenen Jahr die Zahl ihrer Aktien mit einer Kapitalerhöhung um 50 Prozent ausgeweitet hat.

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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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