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Dividenden Europa lockt mit hohen Renditen

22.02.2010 ·  Wer auf hohe Dividendenrenditen Wert legt, sollte sich auch außerhalb Deutschlands umtun, lockt dort doch so manches Schätzchen. Vor allem in Großbritannien und Norwegen. Doch die Tücke lauert bisweilen im Detail.

Von Martin Hock
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Die Direktbank DAB will nach einer deutlichen Ergebnisverbesserung im vergangenen Jahr ihren Gewinn vollständig an die Aktionäre ausschütten. Die Dividende belaufe sich auf 30 Cent je Aktie, teilte das Unternehmen mit. Das entspricht einer knappen Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr, in dem die Bank 11 Cent pro Anteilsschein ausschüttete.

Relativ gesehen behält die DAB damit ihre Dividendenpolitik bei, den Bilanzgewinn vollständig auszuschütten. Freuen kann sich darüber vor allem der Großaktionär , die Hypovereinsbank. Sie ist selbst eine Tochter des italienischen Unicredit, der mehr als drei Viertel der Anteile hält.

Dividendenstarke DAB

Haupttreiber für den deutlichen Ergebnisanstieg waren der Zinsüberschuss und das Ergebnis aus Finanzanlagen. Zudem sanken die Kosten um mehr als sieben Prozent. Der Verkauf der Fondsservicebank brachte noch einmal vier Millionen Euro bei einem Überschuss von 23,3 Millionen Euro ein.

Negativ wirkte sich indes die Zurückhaltung der Anleger angesichts der unsicheren Börsenentwicklung aus. Der wichtige Provisionsüberschuss fiel um fast ein Viertel auf 83 Millionen Euro, weil die DAB für ihre rund eine Million Kunden nur noch 6,65 Millionen Wertpapiertransaktionen ausführte. Das waren 26 Prozent weniger als noch vor Jahresfrist.

Mit einer Dividendenrendite von 7,9 Prozent gehört die DAB-Aktie damit zu den dividendenstärksten in Deutschland nach dem Immobilienkonzern Gagfah, der es auf knapp 12 Prozent bringt. Analysten hatten Bei der DAB im Mittel mit einer etwas höheren Dividende von etwa 33 Cent gerechnet. Das ist ein verschmerzbarere Unterschied, der aber das Risiko deutlich macht, das Dividendenjäger gerade in Zeiten einer wirtschaftlich eher unsicheren Entwicklung eingehen.

Vorsicht außerhalb des Euroraums

Wer auf hohe Dividenden Wert legt, tut sich besser auch im Ausland um. 29 Aktien mit auf Dauer prognostizierten Dividendenrenditen von mehr als 8,5 Prozent finden sich bei einer Analyse der Datenbank des Finanzinformationsdienstleisters Bloomberg allein in Westeuropa. Beschränkt man sich auf die in Deutschland handelbaren Werte, so bleiben noch 22 übrig.

Dominiert wird die Liste von britischen Aktien, die mehr als ein Viertel der Werte stellen. Norwegische machen mehr fast ein Fünftel aus. Das zeigt ein weiteres Risiko, planen doch die meisten Unternehmen ihre Ausschüttungen in Landeswährung. Immerhin hat die norwegische Krone seit Anfang des Jahres 2009 deutlich aufgewertet, während sich das Pfund seit Oktober etwas von seiner Schwäche erholen konnte.

Wer dagegen beispielsweise im Sommer des Jahres 2008 in norwegische Aktien investiert hatte, der wurde gleich doppelt bestraft: Selbst bei stabilem Aktienkurs in Oslo, war der Anteilschein in Euro gerechnet im Mai 2009 rund 10 Prozent weniger wert. Auch eine Dividendenausschüttung zu diesem Zeitpunkt fiel umgerechnet in Euro gegebenenfalls 10 Prozent niedriger aus als ursprünglich gedacht.

Nicht nur auf die Rendite schauen

Hohe Dividenden werden nicht immer nur von großen Firmen bezahlt. Schon die DAB Bank ist mit einer Marktkapitalisierung von 287 Millionen Euro eher klein. Doch der Marktwert des schwedischen Auftragsfertigers für Elektronikprodukte, Note, beträgt nur 14,7 Millionen Euro. Ihm wird eine Dividendenrendite von mehr als 12 Prozent prognostiziert .

Wichtig ist nicht nur die Höher der zu erwartenden Ausschüttungen an sich, sondern auch die Nachhaltigkeit und Entwicklung der Dividenden. So wird dem belgischen Mobiltelefonkonzern Mobistar zwar derzeit noch eine Dividendenrendite von mehr als 9 Prozent zugetraut. Doch in zwei Jahren soll diese unter diese Grenze gesunken sein. Das deutet auf eine schwächere Ertragsentwicklung hin, die sich nicht nur auf die Dividendenzahlung auswirken dürfte, sondern auch auf die Bewertung der Aktie und mithin auf ihren Kurs.

Hohe Dividendenzahlungen können zudem nur Kursverluste ausgleichen, die sich in Grenzen halten. Doch der Aktienkurs des griechischen Wett- und Lotterieanbieters Opap etwa ist seit Anfang 2006 beständig um durchschnittlich mehr als 17 Prozent jährlich gefallen. Solche Kursverluste kann auch die auf 11 bis 12 Prozent prognostizierte Dividendenrendite nicht wettmachen, zumal sie rückläufig ist.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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