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Dividenden Der Dax verliert an Stärke

04.03.2010 ·  Für die Aktienrendite spielt die Dividende eine nicht zu unterschätzende Rolle. Doch nach der Krise trennt sich die Spreu vom Weizen. Mit den besten acht Dax-Werten ist eine Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent erzielbar. Ein Sechstel im Dax aber zahlt gar keine Dividende.

Von Hanno Mußler
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Die Dividendensaison rückt näher. Im April und Mai werden 25 der 30 Dax-Konzerne am Tag nach der Hauptversammlung ihre Aktionäre für deren Treue belohnen. Voraussichtlich gut 19 Milliarden Euro werden alle dreißig Dax-Unternehmen insgesamt in diesem Jahr als Dividende ausschütten. Das ist ein Rückgang um lediglich 12 Prozent zum Vorjahr und nur 29 Prozent weniger als die Rekordsumme von 28 Milliarden Euro aus dem Jahr 2007.

Die Gewinne der Unternehmen, aus denen die Dividende bestritten wird, sind weit stärker - um 35 Prozent zunächst 2008 und um weitere 24 Prozent 2009 - gesunken. Die durchschnittliche Dividendenrendite im Dax, bezogen auf die aktuelle Marktkapitalisierung aller dreißig Index-Mitglieder, erscheint mit derzeit 3,2 Prozent nun hoch - zumindest im Vergleich zu Bundesanleihen, die nur 3,1 Prozent abwerfen.

Hohe Bedeutung in schlechten Jahren

Die Durchschnittszahlen lassen vermuten, dass es einfach ist, die von vielen Vermögensverwaltern mit guten Argumenten für dieses Jahr empfohlene Dividendenstrategie erfolgreich umzusetzen. Schließlich steht der Dax nach der Kurserholung seit März 2009 nun 55 Prozent höher als vor einem Jahr.

Da zunehmend unsicher ist, ob die Konjunkturerholung andauert und die Unternehmensgewinne langfristig die wichtigste Triebfeder für Kursgewinne sind, könnte das Aufwärtspotential in diesem Jahr klein sein. Damit gewönne die Dividende als vermeintlich stabiler Teil der Aktienjahresrendite an Bedeutung. Im Jahr 2009 trugen Dividenden den absoluten Rekordwert von 5,4 Prozentpunkten zur Gesamtrendite des Dax von 23 Prozent bei.

In schlechteren Aktienjahren liegt der relative Anteil, den die Dividendenrendite an der Gesamtaktienrendite hat, höher. So haben seit 1991 Dividendenzahlungen fast 50 Prozent zur Gesamtrendite des Dax beigetragen. Doch derzeit wird es immer schwieriger, die dauerhaft wahren Dividendenperlen zu finden. Der M-Dax, in dem nach starken Konjunkturphasen wegen der dort besonders zahlreich vertretenen zyklischen Unternehmen traditionell viele dividendenstarke Werte anzutreffen sind, hat nach den Gewinnrückgängen der Unternehmen seine starke Stellung verloren.

Mini-Dividenden

Auch im Dax steigt die Zahl der Unternehmen, die für das Geschäftsjahr 2009 in 2010 nur eine Mini-Dividende oder gar nichts ausschütten. Zusätzlich zu Commerzbank und Infineon, die schon im Vorjahr keine Dividende zahlten, haben auch der Automobilkonzern Daimler und die Lufthansa die Dividende gestrichen. Auch von Daimlers Konkurrent BMW wird keine Ausschüttung erwartet. Und der Nutzfahrzeughersteller MAN kürzt die Dividende so stark, dass, bezogen auf den heutigen Kurs, die Dividendenrendite weniger als 1 Prozent beträgt. Dagegen glänzt Volkswagen im Automobilsektor mit einer kaum gekürzten Dividende und einer Dividendenrendite von 2,7 Prozent.

Salzgitter und K+S gehören zu den neun Dax-Unternehmen, die ihre Dividende noch nicht festgelegt haben. Analysten schätzen aber, dass mit beiden Aktien auch nur eine Dividendenrendite von weniger als 1 Prozent zu erzielen sein wird. Salzgitters Konkurrent Thyssen-Krupp hat schon im Januar eine deutlich gekürzte Dividende gezahlt.

Auch die Deutsche Bank enttäuscht nach einem Gewinn in 2009 von 5 Milliarden Euro die Erwartungen an eine deutliche Erhöhung der Dividende. Die Aktie bietet derzeit eine Rendite von 1,5 Prozent. Zu erwarten ist, dass auch andere Banken sich angesichts der von den Aufsichtsbehörden künftig verlangten höheren Kapitalausstattung in den Jahren mit Dividendenzahlungen zurückhalten werden. Noch aber sind Banken wegen ihrer stark gefallenen Kurse und der Annahme einer stabilen Dividende in vielen Dividendenindexfonds hoch gewichtet.

Nur die Dividende stützt die T-Aktie

Wegen der zunehmenden Unsicherheit, wie viel ein Unternehmen an Dividende zahlt, erscheinen Dividendenindexfonds als Anlage derzeit wenig passend. Neben aktiv gemanagten Fonds lohnt sich womöglich die Einzelauswahl. Auffällig ist, dass dividendenstarke Werte oft aus den Branchen Versicherer, Pharma und Versorger kommen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie auch in der Krise über stabile Mittelzuflüsse verfügen. Allerdings ist bei einigen wie der Deutschen Telekom die hohe Dividendenrendite fast das einzige Kaufargument für die Aktie.

Auf Dauer aber können hohe Dividendenzahlungen nur durchgehalten werden, wenn die Gewinnaussichten stimmen. Zu den acht besten Dividendentiteln im Dax gehören Allianz und Münchener Rück. Die beiden Versicherer sind gleichzeitig auch unter den fünf Unternehmen im Dax, die in diesem Jahr mehr Dividende zahlen werden als im Vorjahr. Die auf hohem Niveau nochmals gesteigerte Dividendenrendite zeigt ein großes Selbstvertrauen der beiden Versicherer in ihre Gewinnaussichten. Darüber hinaus hat viele Analysten überrascht, dass der Pharmakonzern Bayer seine Dividende stabil hält und der Chemiekonzern BASF seine Dividende nur leicht kürzt.

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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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