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Div-Dax Dividendenstrategie zahlt sich aus

 ·  Wer konsequent auf Aktien mit hohen Ausschüttungen setzt, schlägt den Gesamtmarkt: Der Div-Dax ist seit 2001 um 60 Prozent gestiegen, der Dax selbst hingegen nur um knapp 13 Prozent.

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© dapd Vergrößern Attraktion auf der IFA und im Portfolio: Die deutsche Telekom

Dividendenstarke Aktien haben den Anlegern in den vergangenen Jahren eine überdurchschnittliche Rendite geliefert. Der Div-Dax, der die 15 dividendenstärksten der 30 Dax-Titel umfasst, ist seit 2001 um 60 Prozent gestiegen, der Dax selbst hingegen nur um knapp 13 Prozent. Nur in zwei der vergangenen zwölf Jahre entwickelte sich der Dax besser als der Div-Dax. In der Betrachtung werden bei beiden Indizes die Dividendenzahlungen berücksichtigt.

Es hat sich unter dem Strich damit für die Anleger ausgezahlt, den Anlagefokus auf die dividendenstärkeren Titel zu legen. Der Div-Dax wird einmal im Jahr im September angepasst. Auf Basis der Gewinnausschüttungen im Frühjahr erstellt die Deutsche Börse eine Rangfolge der Unternehmen nach Dividendenrendite. Die Dividendenrendite ergibt sich aus der Relation von gezahlter Dividende zum Aktienkurs am Tag vor der Dividendenzahlung. Die 15 Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite bilden dann für die nächsten zwölf Monate den Div-Dax.

Dividende nicht in Stein gemeißelt

Schnitt der Div-Dax von 2001 bis 2007 stets besser ab als der Dax, ist die Entwicklung seither nicht mehr so eindeutig. Im Jahr 2008, als der Dax 40 Prozent an Wert einbüßte, gab der Div-Dax sogar um 45 Prozent nach. Finanzwerte wie Deutsche Bank, Commerzbank, Hypo Real Estate, Allianz und Münchener Rück zählten damals allesamt zu den überdurchschnittlichen Dividendenzahlern und haben mit Ausbruch der Finanzkrise die Div-Dax-Entwicklung besonders belastet. Auch im Jahr 2010 entwickelte sich der Dax fünf Prozentpunkte besser als der Div-Dax. 2011 und 2012 weisen die Indizes eine ähnliche Entwicklung auf.

© F.A.Z. Vergrößern Div-Dax und Dax seit 2001

Neben den Finanzwerten sorgten auch die Energieversorger zuletzt für eine Belastung des Div-Dax. Eon und RWE kürzten die Dividende kräftig und wiesen zudem weit unterdurchschnittliche Kursentwicklungen auf. Hierbei wird deutlich, dass die ausschließliche Fokussierung auf den ausgeschütteten Gewinn erhebliche Risiken birgt. Zwar dient eine Dividendenrendite von 6 und mehr Prozent, wie sie bei Eon und RWE nicht unüblich sind, als Risikopuffer. Dies hilft jedoch nur wenig, wenn der Aktienkurs um rund zwei Drittel fällt, wie bei Eon und RWE seit den Höchstständen geschehen.

Eine Analyse der Zukunftsfähigkeit eines Geschäftsmodells bleibt auch bei treuen Dividendenzahlern unerlässlich. Zumal die Dividende nicht in Stein gemeißelt ist. Eon hat in diesem Frühjahr ein Drittel weniger ausgezahlt als im Jahr zuvor. RWE hat die Dividende von 3,50 Euro auf 2 Euro je Aktie gekürzt. Wegen des deutlich gesunkenen Aktienkurses zählen aber beide Werte mit Dividendenrenditen von aktuell 6 Prozent weiterhin zur Spitzengruppe. Den Höchstwert liefert weiterhin die Deutsche Telekom mit gut 8 Prozent. Hier gab es jedoch zuletzt Spekulationen, dass der Konzern seine üppige Ausschüttungspolitik ändern könnte. Einen Vorgeschmack lieferte der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica, der auf europäischer Ebene über Jahre stets zur Spitzengruppe der Dividendenzahler zählte. Angesichts der Geschäftsentwicklung strich Telefónica für dieses Jahr die Dividende. Andere Unternehmen aus dem Telekommunikationssektor gingen ähnlich vor.

SAP war noch nie im Div-Dax vertreten

Der Blick auf die reine Kursentwicklung von dividendenstarken Werten zeigt die Skepsis des Marktes, was die künftige Entwicklung der Unternehmen angeht. Oft sind die starken Dividendenzahler äußerst profitable Unternehmen, die aber wenig dynamisch wachsen. Ehemalige Staatsunternehmen und Monopolisten aus den Bereichen Telekommunikation und Energieversorgung sowie international die Ölkonzerne sind klassische Dividendenwerte.

Unter den fünf größten Kursgewinnern im Dax findet sich kein einziger Div-Dax-Wert, von den besten elf Werten sind nur zwei im Div-Dax vertreten. Dies folgt der Logik vieler Anleger, dass ein Unternehmen, das nichts Besseres mit seinem Geld anzufangen weiß, als es an die Aktionäre auszuschütten, über nicht genügend Wachstumsfelder zu verfügen scheint, in die es zu investieren lohnte. So zählen Wachstumsunternehmen der Internetindustrie klassischerweise nicht zu den großzügigen Dividendenzahlern. SAP als einer der größten Gewinner am deutschen Aktienmarkt in der jüngeren Zeit war noch nie im Div-Dax vertreten.

Nicht zu unterschätzen ist bei dieser Betrachtung allerdings der langfristige Einfluss von Dividenden auf die Aktienrendite. Mit Blick auf die vergangenen 20 Jahre verbuchten Aktien eine durchschnittliche Rendite von 7 Prozent. Rund die Hälfte davon ist auf Gewinnausschüttungen zurückzuführen.

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08.11.2012, 17:40 Uhr

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Von Daniel Mohr

Einige Unternehmen zahlen hohe Dividenden. Doch Aktionäre sollten sich davon nicht blenden lassen und zusätzlich einen genauen Blick auf die Unternehmensentwicklung werfen. Mehr


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