Im Rausch der Tiefe des Neuen Marktes tauchen am Mittwoch Consors ab. Die Aktien fallen um 4,8 Prozent auf 19,05 Euro und markieren ein Allzeittief. Zur Erinnerung: Im März 2000 notierte die Aktien noch bei knapp 150 Euro.
UBS Warburg hat am Montag das Kursziel für Consors auf 27 Euro von zuvor 42 Euro heruntergenommen, die Einstufung „Hold“ allerdings bestätigt. Die Analystin Simone Glass begründet den Schritt mit dem schwachen zweiten Quartal. „Und ich erwarte auch für das dritte Quartal noch keine Besserung.“
Rückläufige Umsätze, steigende Kosten
Die demnächst anstehenden Quartalszahlen dürften noch einmal ernüchtern. Bereits im letzten Quartal hat der Online-Broker einen Verlust ausgewiesen. Dem auf Grund der Baisse nachlassenden Börsengeschäft standen höhere Kosten gegenüber. Consors erwirtschaftet immerhin rund drei Viertel der Umsätze mit der Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Damit ist die Korrelation zwischen der Entwicklung an den Aktienmärkten enorm. Um die Ausgaben besser in den Griff zu bekommen, haben die Nürnberger bereits ein Kostensenkungsprogramm implementiert. Im kommenden Jahr sollen so die Kosten um 15 Prozent zurück gehen.
IPO-Geschäft verstopft
Das neu geschaffenen Investmentbanking schwächelt ebenfalls. So korrigierte Consors für diesen Zweig die Ziele nach unten. Statt der geplanten 15 Börsengänge sollen im laufenden Jahr nur noch sechs bis acht Unternehmen an die Börse begleitet werden. Angesichts des kränkelnden IPO-Marktes und der zahlreichen Absagen von Börsengängen bleiben dieses Ziele aber noch immer ambitioniert. Zugleich hat Consors die Profitabilität für den Investmentarm, die für 2002 angestrebt war, nach hin verschoben.
Übernahmefantasie bleibt
Kursschübe erhält die Aktie jedoch gelegentlich, wenn Übernahmegerüchte kursieren. Der Vorstand der SchmidtBank, die zu 64,5 Prozent an Consors beteitligt ist, dementierte solche Spekulationen bislang. „Aus unserer Sicht liegt eine Übernahme von Consors durchaus im Bereich des Möglichens. Hinsichtlich der Kundenanzahl liegt Consors auf Platz zwei in Deutschland und wird damit zum interessanten Übernahmeobjekt, insbesondere von US-Brokern, die den Einstieg in den deutschen Markt suchen“, meinen die Analysten von SES Research.
Sie haben die Aktie jedoch zuletzt von Outerperformer auf Marketperformer zurück gestuft, da die Baisse auch für das zweite Quartal ein negatives Ergebnis erwarten lässt. Sollten die Aktienmärkte tatsächlich nach oben drehen, so erholt sich sicherlich der Kurs von Consors sehr schnell. Aber solange die Börsen nur eine Richtung gen Süden kennen, so lange hat die Consors-Aktie kaum Erholungschancen.