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Dienstleistungen Kaufangebot dürfte Techem-Aktie weiter antreiben

 ·  Ein Kaufangebot des Infrastruktur-Fonds der australischen Bank Macquarie sorgt am Montag für Aufmerksamkeit. Doch angesichts der eher bescheidenen Prämie dürfte dies wohl am ehesten für weiteren Auftrieb sorgen.

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Manche Dinge klären sich eben ein wenig später. Einen auffälligen Trend nach oben nahm der Kurs der Aktie des Energiedienstleisters Techem seit Mitte des vergangenen Monats. Dabei erreichte die Notierung vor rund zehn Tagen ein neues Rekordhoch und durchbrach zum ersten Mal seit Beginn des Börsenhandels die Marke von 40 Euro.

Dieses Allzeithoch konnte sie bis zum Freitag noch ausbauen, an welchem sie mit 42,25 Euro aus dem Handel ging. Schienen solide Zahlen und eine nicht übertriebene Bewertung seinerzeit (Techem-Aktie peilt neues Rekordhoch an) als Begründung ausreichend, so trat am Montag ein ganz anderer Kurstreiber in Erscheinung, den wohl wieder einmal einige im Voraus gewittert hatten.

„Langfristiges“ Interesse betont

Der von der australischen Bank Macquarie betreute Infrastrukturfonds MEIF II Energie Beteiligungen, der laut eigener Aussage bereits 17 Prozent an Techem hält, strebt „eine Mehrheitsposition“ bei den Frankfurtern an. Der Fonds biete den Aktionären des Eschborner Unternehmens 44 Euro je Aktie, womit Techem mit rund 1,1 Milliarden Euro bewertet wird.

„Es handelt sich um ein attraktives Angebot, das, wie wir glauben, im besten Interesse der Aktionäre und des Unternehmens liegt“, sagte Martin Stanley, Executive Director der Macquarie Bank und verantwortlich für deren europäische Infrastrukturfonds. „Durch uns erhält Techem eine langfristige und stabile Eigentümerstruktur.“ Man habe keine Pläne für weitere Restrukturierungsmaßnahmen.

Die Entscheidung soll aber erst am Sonntag gefallen sein. Techem wollte zu der Offerte zunächst keine Stellung nehmen. Ein Sprecher sagte zu Dow Jones Newswires, er warte noch auf weitere Details zu dem Übernahmeangebot. Indes hieß es bei Macquarie, man bemühe sich weiterhin um Unterstützung des Unternehmens - was darauf hindeutet, daß man sie nicht hat.

Unternehmen nicht von Finanzinvestoren angetan

Das steht auch im Einklang mit kürzlichen Äußerungen von Vorstandschef Enzelmüller, die wohl einige Anleger als Kontraindikator betrachtet hatten. Am 10. Oktober, also just drei Tage, bevor die Notierung die Schallmauer bei 40 Euro durchbrach, sagte Enzelmüller gegenüber der „Börsen-Zeitung“, eine Zusammenarbeit mit einem typischen Finanzinvestor gehe zwar nicht gerade nur über seine Leiche - aber widerstandslos hinnehmen werde er dies nicht.

Es gebe zwar immer wieder Versuche von Finanzinvestoren, mit dem Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Man habe aber „nichts gesehen, was mittel- und langfristig überzeugend wäre“. Das Geschäftsmodell sei auf nachhaltige Kundenbeziehungen und hohe Profitabilität ausgerichtet. Wenn der Finanzinvestor nach zwei, drei Jahren weiterziehe, sitze man auf einem Haufen Schulden. Einzelmüller kündigte zur Verhinderung eines Übernahmeversuchs den Rückkauf eigener Aktien und die Erhöhung der Ausschüttungsquote auf mindestens 30 Prozent an.

Insofern ist also das Übernahmeangebot vom Montag wohl eher nicht das letzte Wort in der Sache Techem, zumal sich in den vergangenen Monaten nach dem Ausscheiden der Familiengesellschafter die Allianz und Dit mit jeweils mehr als fünf Prozent und Fidelity mit mehr als zehn Prozent der Anteile eingekauft haben.

44 Euro scheinen nicht das letzte Wort

Die vom MEIF-II-Fonds gebotenen 44 Euro entsprechen lediglich einem Aufschlag von rund vier Prozent. Das ist nicht gerade üppig und angesichts des Interesses an Techem in den vergangenen Monaten, das nicht zuletzt auf das Geschäftsmodell zurückgeht, das einen stabilen Cashflow generiert, dürfte Macquarie wohl mehr bieten müssen, um angesichts der breiten Streuung des Kapitals zum Zuge zu kommen.

Insofern scheint keinerlei Eile geboten. Zumal Details des Angebots noch nicht vorliegen. Ob es sich indes lohnt, auf eine Erhöhung desselben zu spekulieren, ist eine ganz andere Frage. Denn das hängt wiederum davon ab, wie die Australier rechnen und welche Alternativen sie im Visier haben. Sicherlich ist eine „Reserve“ eingeplant - fragt sich nur, wo die Schmerzgrenze liegt.

Das ist für spekulative Naturen indes sicher ein Anlaß, einmal zuzugreifen. Zudem sichern das solide Geschäftsmodell, die angekündigten Rückkaufprogramme und Dividenden den Kurs nach unten ab, eben weil Techem an sich gerade kein typischer Spekulationswert ist.

Marktteilnehmer zeigten sich überrascht. Sinnvoller wäre eine Übernahme gewesen, als die Gründerfamilie Felten im Februar über Goldman Sachs ihren Aktienanteil von 25 Prozent plaziert habe, meinte ein Händler. Er hält es auch für möglich, daß Investoren auf eine Anhebung des Gebots spekulieren könnten, da der Aufpreis nicht besonders attraktiv sei.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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