Die Zeiten an den Finanzmärkten sind unsicherer geworden als früher. Die Vergangenheit zeigt jedoch, dass sich einzelne Branchen oder gut gewählte Werte davon immer wieder abkoppeln können. In diesem Sinne ist die Strategie des so genannten „Stock Pickings“ zu allen Zeiten interessant.
Gegenwärtig scheint beispielsweise die Aktie des kleinen britischen Dienstleisters Aero Inventory einen Blick wert zu sein. Erstens befindet sich die Aktie in einem mittelfristigen Aufwärtstrend praktisch auf Allzeithoch. Das Papier hat auf Sicht eines Jahres 170 und seit Jahresbeginn 46 Prozent auf zuletzt 538 Pence zugelegt. Zweitens ist die Aktie mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp zwölf und 10,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sowie mit einer Dividendenrendite von 2,8 Prozent auf Basis der getätigten und angekündigten Ausschüttungen fair bewertet.
Umsatz und Gewinn nehmen schon seit Jahren zu
Drittens kann das Unternehmen schon seit Jahren sowohl Umsatz als auch Gewinn im Trend steigern. Diese Entwicklung bestätigte sich einmal mehr mit den in den vergangenen Tagen vorgelegten Zahlen für das Ende Juni abgeschlossene Geschäftsjahr 2006/07. In dieser Periode konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um etwas mehr als 100 Prozent auf 127,8 Millionen Pfund steigern. Der Vorsteuergewinn legte um 171 Prozent auf 26,8 Millionen Pfund und der Gewinn je Aktie auf verwässerter Basis um 62,2 Prozent auf 39,2 Pence zu.
Aero Inventory ist ein Dienstleistungsunternehmen, das sich auf die Lagerhaltung und Bereitstellung von Ersatzteilen für die Luftfahrtindustrie - vor allem Fluglinien - spezialisiert hat. Dieser Markt sei interessant, da es notwendig und möglich sei, tausende unterschiedlicher Teile mit unterschiedlichen Nummern effizient mit einem dafür geeigneten Datenbearbeitungssystem zu verwalten. Bisher hätten die Hersteller, Fluglinien sowie die Service- und Reparaturwerften solche Aufgaben intern gestemmt.
Aero Inventory geht allerdings davon aus, dass es künftig unter anderem im Rahmen des harten Wettbewerbs einerseits und auch im Rahmen des allgemeinen Wachstums im Luftfahrtbereich im fragmentierten Ersatzteilmarkt verstärkt zu Outsourcing-Tendenzen kommen wird. Denn auf diese Weise ließen sich Kosten- und Effizienzvorteile erschließen.
Unternehmen hofft auf Outsourcing-Tendenzen und Skaleneffekte
Dafür sieht sich das Unternehmen gut gewappnet. Denn es verfügt schon über eine Reihe von langfristigen Kontrakten. Dazu kommt ein wachsender Ersatzteilbestand, auf den jederzeit zugegriffen werden könne. Zusammen genommen führe das anhaltende Wachstum zu Skaleneffekten, die sich unter anderen aus der zunehmenden Einkaufsmacht und einer verbesserten Logistik ergäben.
In den vergangenen Monaten konnte das Unternehmen insbesondere von einem im vergangenen Jahr ausgehandelten Kontrakt mit der australischen Airline Quantas profitieren, der einen Gesamtwert von 1,6 Milliarden Dollar über eine Laufzeit von zehn Jahren hat. Mit solchen Referenzkunden dürfte die Akquisition weiterer Kontrakte und damit weiteres Wachstum möglich werden. Dafür spricht der Erfolg der bisherigen Strategie: Das durchschnittliche Umsatzwachstum der vergangenen sieben Geschäftsjahre liegt bei mehr als 70 Prozent. Das spricht für sich und für das Unternehmen.