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Dienstleister Zeitarbeits-Aktien warten noch auf Aufschwung

 ·  In Deutschland bleibt die Lage am Arbeitsmarkt mau. Dazu paßt die Wertentwicklung der Aktien der deutschen Zeitarbeitsfirmen Allbecon und Amadeus Fire - wobei die zweite besser läuft, obwohl sie teurer ist.

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Beim Blick auf den Tabellenplatz des FSV Mainz 05 in der zweiten Liga kann der Vorstand von Amadeus Fire derzeit sehr zufrieden sein. Mainz ist Tabellenführer - und damit ein guter Werbeträger für Amadeus Fire, den in Frankfurt sitzenden Sponsor der Fußballer. Der eigene Aktienkurs der Zeitarbeitsfirma dürfte dagegen genauso wenig Anlaß zur Freude sein wie der Geschäftsverlauf in diesem Jahr. Denn binnen Jahresfrist war mit der Aktie fast nichts zu verdienen. Am Dienstag legt sie gleichwohl um 2,10 Prozent auf 6,33 Euro zu, was der höchste Stand seit Januar ist.

Nur etwas besser sieht es beim Mitbewerber Allbecon aus. Der Titel hat sich seit Anfang Dezember 2002 immerhin um 29 Prozent verbessert. Doch auch bei diesem Konzern laufen besonders die Inlandsgeschäfte schleppend, und Gewinne sind noch nicht in Sicht. Dieser Titel gewinnt in einem freundlichen Umfeld 2,50 Prozent auf 1,23 Euro. Ob beide Titel aber die Kraft für nachhaltige Kursgewinne haben, erscheint dabei fraglich.

Ertragslage hat sich jeweils verschlechtert

Die Geschäfte beider Anbieter haben sich zuletzt gegenläufig entwickelt und haben gemeinsam, kein Anlaß für Jubel zu sein. Die Allbecon, die viele gewerbliche Arbeitskräfte in ihren Karteien führt, konnte den Umsatz in den ersten neun Monaten gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent auf knapp 98 Millionen Euro steigern, wobei 35,3 Millionen Euro im dritten Quartal anfielen. Das Ergebnis war jedoch im Zuge von sogenannten Restrukturierungsmaßnahmen mit minus 3,8 Millionen Euro nach minus 3,1 Millionen Euro abermals negativ; ohne Abschreibungen hätte es bei plus 1,5 Millionen Euro gelegen. Dabei konnte der Anstieg des Auslandsgeschäfts um 20,3 Prozent auf einen Umsatz von 55,9 Millionen Euro den Rückgang im Inland um 15,5 Prozent auf knapp 42 Millionen Euro ausgleichen.

Dagegen ist der Konzernumsatz der besonders auf Leute aus dem Finanz- und Rechnungswesen ausgerichtete Amadeus Fire auf 25,17 Millionen Euro nach 32,86 Millionen Euro im ersten Halbjahr gesunken. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) verringerte sich von knapp 3,5 auf knapp 1,3 Millionen Euro. Damit lag Amadeus Fire nach eigenen Angaben im Rahmen der Erwartungen.

„Wachstumsimpulse sind zur Zeit nicht absehbar“

Während sich die Allbecon über die Einschätzung der Zukunft ausschweigt und ihre Aktionäre in dieser Hinsicht ziemlich allein läßt, hat Amadeus Fire zumindest einen Ausblick gewagt. Derselbe ist aber nicht geeignet, besondere Umsatz- und Kursphantasien zu entwickeln: „Die anhaltend schwache konjunkturelle Lage und die negative Investitionshaltung wirken sich weiterhin belastend auf den Personal-Diestleistungsmarkt in Deutschland aus. Wachstumsimpulse sind zur Zeit nicht absehbar“, teilte der Konzern in seinem Halbjahresbericht zum Geschäftshar 2003/04 mit. Allerdings hat Amadeus Fire die Ergebnisprognose bekräftigt, ein Ebita von 2,6 Millionen Euro nach 7,2 Millionen Euro zu erreichen.

Anders gesagt: Die Lage bleibt unbefriedigend. Gerade angesichts dessen ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 61,5 für dieses und rund 35 für das nächste Jahr hoch bewertet. Dabei bewegt sich der Titel noch in einem langfristigen Abwärtstrend, aber auch in einem kurzfristigen Aufwärtstrend. Um technische Kaufsignale zu setzen, müßte er die Widerstandszone von 6,35 Euro bis 7,20 Euro überwinden.

Allbecon nicht hoch bewertet, aber...

Die Allbecon-Aktie ist bei einer Marktkapitalisierung von 9,5 Millionen Euro angesichts des Umsatzes gewiß nicht hoch bewertet. Eher ist das Gegenteil der Fall. Der mittelfristige Trend zeigt aufwärts, doch bewegt sich der Kurs seit geraumer Zeit seitwärts. Ein Kaufsignal wäre die Überwindung des Jahreshochs (auf Schlußkursbasis) bei 1,65 Euro. Doch scheint es zweifelhaft, daß dies dem Titel alsbald gelingen könnte.

Angesichts dessen drängen sich beide Aktien weiterhin nicht auf. Sie dürften aber profitieren, falls der deutsche Arbeitsmarkt sich anschickt, wieder anzuspringen. Aber wann wird das sein?

Die Charts zeigen die Kursentwicklung der Aktien von Allbecon und Amadeus Fire (unten) in diesem Jahr.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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