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Devisenmarkt Kreditkrise zieht Schwellenländer-Märkte nach unten

16.08.2007 ·  Die immer weiter um sich greifende Kredit- und Liquiditätskrise greift immer weiter um sich. Ihre Wirkungen zeigen sich auch an den Schwellenländerbörsen. Die deutlichsten Verluste gab es in Brasilien.

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Die immer weiter um sich greifende Kredit- und Liquiditätskrise greift immer weiter um sich. Ihre Wirkungen zeigen sich auch an den Schwellenländerbörsen, die in den vergangenen Jahren scheinbar so unbeirrbar nach oben gelaufen sind.

Nun dreht sich das Rad zurück. Die größten Kursverluste mussten in den vergangenen vier Wochen die Anleger an der brasilianischen Börse hinnehmen. Denn der Bovespa hat inzwischen satte 9 Prozent seines Wertes verloren. Die massivsten Kursverluste von etwas mehr als 33 Prozent verbuchte das Unternehmen Cosan, das Zucker- und Alkoholprodukte produziert und exportiert., gefolgt von der Companhia Energetica de Sao Paulo mit einem Minus von knapp 32 Prozent.

Satte Kursverluste an den verschiedenen Märkten

Deutliche Kursverluste verzeichneten auch die überbewerteten Aktien in Island, der Philipinen und der Türkei. Der Istanbuler Leitindex ISE National 100 fiel am Donnerstag in der Spitze 9,3 Prozent auf 43.291 Zähler und verzeichnete damit die größten Verluste seit eineinhalb Jahren. Zum Handelsende lag er mit einem Minus von 6,8 Prozent bei 44.473 Zählern.

Besonders stark gerieten die Finanzwerte unter Druck. Bank Garanti gaben bis zum Abend 7,1 Prozent auf 7,25 Lira nach. Die Aktien von Isbank verloren 4,9 Prozent und die Aktien von Akbank TAS gaben 6,9 Prozent nach. „Der Türkische Markt reagiert auf die Turbulenzen weltweit“, sagte Orhan Veli Canli, Händler bei Is Invest in Istanbul der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Infolge der amerikanische Subprime-Krise nimmt die Risikoneigung der Investoren ab, und dies zeigt sich besonders deutlich in Schwellenländern: Der Morgan Stanley Capital International Emerging Market Index notierte am Donnerstagabend in London sechs Prozent im Minus bei 953,03 Punkten, der stärkste Rückgang seit April 2000. „Wir sehen Panikverkäufe“, erklärte auch Mark Mobius, der für Templeton Asset Management in Singapur 30 Milliarden Dollar in Emerging Market Anlagen verwaltet.

Die Kursverluste an der Börse Istanbul gingen mit einem Kursverfall bei der türkischen Lira einher. Die Währung gab gegenüber dem Dollar im stärksten Einbruch seit Mai 2006 zeitweise 6 Prozent nach. „Anleger lösen ihre Carry Trades auf, so Debbie Orgill, Senior Economist bei ABN Amro Holding NV in London - und dies erhöht den Abgabedruck bei Hochzins-Währungen aus Schwellenländern.

... vor allem auch in der Türkei

Zuletzt standen auch die Preise türkischer Anleihen am dritten Handelstag in Folge unter massivem Abgabedruck. „Die Türkei sieht aktuell sehr riskant aus,“ fasst Lars Christensen als leitender Stratege bei der Danske Bank A/S in Kopenhagen seine gegenwärtige Einshcätzung der Lage zusammen.

Sollte sich die Entwicklung auf der Kreditseite nicht entspannen und dürfte sich sogar herausstellen, dass sie auch bremsend auf die Realwirtschaft der verschiedenen Staaten übergreifen sollte, dann dürften weitere Gewinnmutnahmen gerade an den Märkten kaum überraschen, die in den vergangenen Jahren besonders positiv abgeschnitten haben.

Allerdings gab es in den vergangenen vier Wochen nicht nur Verlierermärkte. So liegt der chinesische Markt mit einem Plus von etwas mehr als 30 Prozent in Euro immer noch deutlich im Plus, gefolgt von der Märkten in den arabischen Staaten, machen afrikanischen Märkten und nicht zuletzt der kleinen Börse in Slowenien. Es fragt sich nur, wie lange auch diese Märkte der allgemeinen Ausverkaufsstimmung noch widerstehen können. Von Käufen mag gegenwärtig niemand so richtig reden, obwohl sie aus antizyklischer und kurzfristiger Sicht zumindest kurzfristig bald zum Thema werden können, als Wette auf eine Gegenbewegung. Grundsätzlich dürfte allerdings die Unsicherheit gegenwärtig zu groß sein für eine Spekulation auf eine nachhaltige Wende nach oben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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