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Deutscher Aktienmarkt Die Chance des Jahrzehnts

 ·  Der Dax befindet sich in einzigartiger Situation - eine technische Analyse.

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Die unten abgebildete Grafik zeigt den deutschen Aktienindex Dax seit dem Jahr 1959. Schneiden Sie den Chart aus, vergrößern Sie ihn, und hängen Sie ihn gut sichtbar an die Wand. Er zeigt, was geschah, als 1982 Helmut Kohl Bundeskanzler wurde: Der Dax schloss eine zwei Jahrzehnte währende Korrektur ab und setzte zu einem unglaublichen Höhenflug an: Es war die Chance der achtziger Jahre. Der Chart zeigt auch die Tristesse der letzten 13 Jahre und deren Abschluss mit Kursen über den bisherigen historischen Bestmarken von 8150 Punkten: Die Chance unseres Jahrzehnts!

Das bestmögliche Aufbruchssignal

Die Worte im vorangegangenen Absatz habe ich mit Bedacht gewählt. Sie sollen die Einzigartigkeit der aktuellen technischen Situation des Dax betonen. Fast immer, wenn lange anhaltende Korrekturen abgeschlossen werden, eröffnet sich für einen Markt erhebliches neues Potential. Geht diese Entwicklung mit Kursen in noch niemals zuvor gesehenen Höhen einher, dann liegt wahrscheinlich das bestmögliche Aufbruchssignal vor, das die technische Analyse überhaupt kennt.

Zugegebenermaßen ist die Korrekturphase nach meiner Geburt nicht so ganz mit der seit dem Beginn des neuen Jahrtausends vergleichbar. Es passte weit besser, wenn der Dax sich und uns im Jahr 2003 den Ausflug unter die Unterstützung von 3700 Punkten erspart hätte. Aber an der Kernaussage kann diese kleine Einschränkung nur wenig ändern: Wer nach Investitionschancen sucht, der findet heute, hier und jetzt im Dax eine der bestmöglichen überhaupt vor.

Ein paar Dax-Sorgenkinder

In meinem Jahresausblick ging ich von einem Kurspotential von 9000 Punkten für den Dax aus. Dazu fehlen jetzt noch knapp 600 Punkte oder wenig mehr als 7 Prozent. Damals war diese Prognose die hierzulande mit Abstand zuversichtlichste Prognose für den Dax überhaupt.

Es könnte dennoch sein, dass sie nicht zuversichtlich genug war. Entwicklungen wie die jüngste, die in den letzten Wochen begann, können eine ungewöhnliche Dynamik entwickeln. Dennoch gebietet es die analytische Disziplin auch heute, daran zu denken, dass eine Prognose nur eine Prognose ist und sie niemals den Status absoluter Gewissheit erlangen kann. Sollte der Dax explizit wider Erwarten abermals unter die Marke von 7480 Punkten zurückfallen, dann dürfte mir dieser Beitrag noch lange und von vielen unter die Nase gerieben werden.

Es wäre ebenfalls nicht korrekt zu verhehlen, dass der Dax nach wie vor ein paar richtige Sorgenkinder mit sich herumschleppt. Sie hängen ihm wie ein Klotz am Bein. Dazu zählen seit geraumer Zeit die Commerzbank, Eon und RWE. Daran wird sich wahrscheinlich in der überschaubaren Zukunft nur wenig ändern. Eine grundlegende technische Verbesserung dieser Werte ist derzeit nicht absehbar.

Aber die Deutsche Telekom scheint gerade ihr Jammertal zu verlassen. Aus einer fast schon verzweifelten technischen Lage gelang ihr in den letzten Wochen eine Rally, die viel von dem hat, was es für eine Trendwende braucht. Besonders die fortgesetzte Dynamik dieses Kursanstiegs von rund 8,00 auf 10,00 Euro ist überzeugend und weicht damit von vergleichbaren Entwicklungen in den letzten Jahren ab.

Ein klares Kursziel für die Telekom-Aktie lässt sich derzeit zwar nicht ausmachen. Aber Kurse um 11,50 Euro und damit ein Anstieg um fast 20 Prozent sollten noch möglich sein. Sie werden der Deutschen Telekom und auch dem Dax guttun. Einerseits wird mit den genannten drei Werten wahrscheinlich weiterhin kein großer Staat zu machen sein. Auf der anderen Seite stehen aber auch 27 Werte, die auf jeden Fall nicht richtig schlecht aussehen und zumindest ein begrenztes Potential aufweisen. Diese Marktbreite war schon länger nicht mehr zu beobachten. Sie ist eine unabdingbare Voraussetzung für einen dauerhaften Aufschwung.

Wall Street-Indizes überzeugen

Richtig rund wird das Bild dann bei einem Blick auf die beiden entscheidenden Wall-Street-Indizes. Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 haben bereits vor geraumer Zeit überzeugende neue historische Höchstwerte erzielt und sich damit jeweils erheblichen weiteren Spielraum erschlossen. Damit sinkt für den Dax die Wahrscheinlichkeit dauerhafter Störfeuer auf ein Minimum.

Wenig Neues kann vom gelben Krisenmetall berichtet werden. Die Feinunze Gold scheint wenigstens die erste Phase ihrer jüngsten Erholung abgeschlossen zu haben und wieder in Richtung ihrer erst vor wenigen Wochen erzielten Tiefs bei 1340 Dollar zu streben. So sich nicht doch noch in der näheren Zukunft eine zweite, nicht untypische Phase der Erholung anschließt, dürfte der Stoff, aus dem so viele gerade zerplatzende Träume waren und sind, direkt zu neuen Jahrestiefs durchgereicht werden. Ich bleibe wie in den letzten 18 Monaten ganz ohne Frage weiterhin dezidiert negativ gestimmt. Auch dreistellige Notierungen sind langfristig im Bereich des Möglichen.

Die deutschen Zinsen sind in den vergangenen beiden Wochen leicht gestiegen und haben damit wohl wieder bei vielen Investoren, je nach Positionierung, die Sorge aufkommen oder die Hoffnung auf eine dauerhafte Wende keimen lassen. Es wäre allerdings verwegen, auf einer schmalen analytischen Basis jetzt die Zinswende auszurufen.

Der Autor Wieland Staudt leitet die Staud Research GmbH in Bad Homburg.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (2)

17.05.2013, 10:21 Uhr

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