Home
http://www.faz.net/-gv7-43fq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Deutsche Post Bei der „Aktie Gelb“ geht die Post nicht ab

 ·  Die Deutsche Post hat die Ergebnisprognosen mehr als erfüllt. Kurzfristig hilft das dem Kurs. Langfristig bleibt die Aktie Gelb aber im Abwärtstrend gefangen.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Erfreuliche Nachrichten für Aktionäre der Deutschen Post AG: Der Logistikkonzern hat eine um drei Cent höhere Dividende angekündigt - obwohl sein Nettogewinn 2002 im Vergleich zum Vorjahr stark eingebrochen ist.

Beim Umsatz konnte die Post jedoch deutlich zulegen. Und das Restrukturierungsprogramm „Star“ habe schon erste Erfolge gezeitigt, sagt die Unternehmensleitung. Die Börse hört das gern. Das Papier des früheren Staatsbetriebs führt am Dienstag in der Spitze der kleinen Riege der Gewinner im Dax und gewinnt 2,04 Prozent auf 9,51 Euro.

Beihilferückzahlung drückt auf Gewinn

Wie die Post mitteilte, hat sie ihren Umsatz im vergangenen Jahr auf 39,3 Milliarden Euro nach 33,4 Milliarden Euro im Jahr zuvor gesteigert - ein Plus von 17,6 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) sank dagegen um knapp sechs Prozent von 2,55 auf 2,4 Milliarden Euro, der Nettogewinn sackte um 58 Prozent auf 660 Millionen Euro ab und das Ergebnis je Aktie von 1,42 auf 0,59 Cent.

Der Grund für die Ergebniseinbußen: Die Post AG musste staatliche Beihilfen in Höhe von 850 Millionen Euro zuzüglich 57 Millionen Euro an Zinsen zurückzahlen. Die EU-Kommission hatte die Beihilfe als illegal eingestuft, weil das Unternehmen aus ihrer Sicht den Paketdienst mit Gewinnen aus dem Briefmonopol subventionierte.

Zahlen wie von Analysten erwartet

Trotz dieser Einmal-Strafe, für die die Post schon in der ersten Jahreshälfte 850 Millionen Euro vorsorglich zur Seite gelegt hatte, war die Ertragslage besser als vom Unternehmen erwartet. Analysten haben die Zahlen positiv aufgenommen. Nils Machemehl von M.M. Warbung bezeichnete die Daten als „gut“ und empfiehlt, die Aktie überzugewichten. Gleiches gilt für die Investmentbank Lehman Brothers, wo die Analysten die Aktie Geld sogar auf „Übergewichten“ hochgestuft haben..

„Die Ergebnisse waren in etwa so, wie wir sie erwartet hatten“, sagte von Frank Laser, Post-Analyst der Berenberg Bank. Er verwies zudem auf die Aussage des Konzerns, nach denen das „Star“-Programm Fortschritte mache. Dies werde dem Profit dienen. „Halten“ lautet die Empfehlung der Berenberg Bank - diese Einstufung galt jedoch auch schon bei einem Aktienkurs von rund 15 Euro.

Keine neuen Ansätze für Kursphantasie

Der Ausblick der Unternehmensleitung ist optimistisch. Von der EU-Kommission erwartet die Post keine neuen blauen Briefe. Chancen könnten sich aus der Privatisierung der österreichen Post ergeben. Obwohl das Unternehmen seit Jahresbeginn ein um einen Cent verbilligtes Briefporto verkraften muss und dem Image eher abträglichen Ärger wegen geplanter neuer Verträge mit Betreibern von Post-Agenturen bekommen hat, hält sie an ihrem Ziel fest, das Ebitda bis 2005 auf 3,1 Prozent zu steigern. Dies wäre ein Zuwachs von 29 Prozent.

Mittelfristig kommt der Post das bis Ende 2007 geltende Briefmonopol zupass. Doch auch dies ist nichts Neues, aus dem sich Kursphantasie entwickeln ließe. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,9 basierend auf einem geschätzten Gewinn von 1,07 Euro für 2003 ist das Papier zwar günstig bewertet. Sie drängt sich aber nicht auf.

Denn charttechnisch gesehen geht die Post aber bei der „Aktie gelb“ nicht ab. Zwar hat sie sich von ihrem 52-Wochentief von 8,13 Euro im Oktober erholt, doch liegt sie innerhalb des Abwärtstrends und sucht oberhalb von neun Euro ihren Boden.

Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie der Deutschen Post AG.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wider.

Quelle: @thwi
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Emittenten-News
Anzeige
Für die Inhalte sind die Emittenten verantwortlich
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Aktienmärkte
Name Wert Änderung
  FAZ-INDEX --  --
  DAX --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei225 --  --
  Hang Seng --  --
  FAZ-Euro-Index --  --
  Eurostoxx 50 --  --
  S&P500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  SDAX --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche