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Stoxx Europe 50 : Deutsche Bank rutscht aus der ersten europäischen Liga

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Ein Schatten ihrer selbst: Geschlossene Filiale der Deutschen Bank Bild: Picture-Alliance

Die Aktie der Deutschen Bank wird demnächst nicht mehr im Europa-Index Stoxx Europe 50 gehandelt. Wenigstens der Platz im Dax scheint nicht gefährdet.

          Der Verfall des Aktienkurses der Deutschen Bank hat Konsequenzen. Die Anteilsscheine von Deutschlands größtem Geldhaus werden zum 8. August aus dem Börsenindex Stoxx Europe 50 genommen, der die 50 größten Unternehmen Europas abbildet. Auch die Schweizer Großbank Credit Suisse muss den Index verlassen.

          Der Börsenbetreiber teilte die Entscheidung in der Nacht zum Dienstag mit. Der Schritt war allerdings erwartet worden. Allein seit dem Amtsantritt von Vorstandschef John Cryan im Juli 2015 ist der Kurse der Aktie um gut die Hälfte gefallen. Am Dienstag fiel dieser abermals um mehr als vier Prozent auf 11,27 Euro. Mit 11,25 Euro erreichte die Aktie im Tagesverlauf ein Rekordteif der Notierung die bis Ende 1989 zurückreicht.

          DT. BANK

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          Der Stoxx Europe 50 umfasst im Gegensatz zum bekannteren Eurostoxx50 Aktien aus Gesamteuropa und nicht nur aus dem Euroraum. Aus diesem Grund ist ein Ausscheiden der Deutschen Bank aus dem Eurostoxx50 oder gar dem Dax weniger wahrscheinlich. Allerdings rangiert die Aktie der Deutschen Bank in punkto Marktkapitalsierung mittlerweile hinter den Aktien des Luftfahrtkonzerns Airbus und des Möbelkonzerns Steinhoff, die im Nebenwerteindes M-Dax notieren. Auch der Streubesitz ist nicht signifikant höher.

          Allerdings liegt sie innerhalb des Dax' keineswegs auf dem letzten Platz, sondern auf Rang 23. Zudem weist sie - gerade in jüngster Zeit - mit das höchste Handelsvolumen auf, so dass sie derzeit kein Abstiegskandidat ist.

          Deutsche Bank und Credit Suisse stecken auch acht Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise im Umbau fest und laufen der Konkurrenz hinterher. Die Deutsche Bank hatte die Anleger in den vergangenen Tagen gleich mit mehreren Hiobsbotschaften verschreckt: Erst schrammte das Institut im zweiten Quartal nur knapp an einem Verlust vorbei, vor allem weil der wichtige Wertpapierhandel weit unter den Erwartungen blieb.

          Und beim europaweiten Stresstest landeten die Frankfurter mit einer vergleichsweise dünnen Kapitaldecke auf einem der letzten zehn Plätze. Hier schlugen vor allem die milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten zu Buche, unter denen die Deutsche Bank noch immer ächzt. Cryan hat bereits angedeutet, dass der laufende Sparkurs möglicherweise noch einmal verschärft werden muss. Denn im Niedrigzinsumfeld verzeichnet die Bank einen anhaltenden Ertragsrückgang.

          Quelle: mho./Reuters

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