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Deutsche Bank Die Aktie bleibt heiß

28.04.2009 ·  Die Deutsche Bank konnte ihren Gewinn im ersten Quartal deutlich steigern. Allerdings gibt es Bedenken bezüglich der Substanz und der Beständigkeit. Privatkunden- und Vermögensverwaltungsgeschäft entwickeln sich bescheiden.

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Mit satten Kursgewinnen von 130 Prozent auf zuletzt 42,55 Euro hatte sich der Aktienkurs der Deutschen Bank seit Anfang März des laufenden Jahres vom Ausverkauf der vergangenen beiden Jahre etwas erholt. Am Dienstag gibt er in einem schwächeren Markt jedoch wieder nach. Im frühen Handel liegt der Kurs mit 6,7 Prozent im Minus bei 40,35 Euro.

Die Deutsche Bank konnte gemäß Berechnung nach dem Bilanzstandard IFRS im ersten Quartal einen Nettogewinn von 1,18 Milliarden Euro erzielen, nachdem im ersten Quartal des Jahres 2008 noch ein Verlust von 141 Millionen Euro angefallen war. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn von 764 Euro Gewinn gerechnet.

Erträge stammen zum Teil aus seltsamen Quellen

Die Nettozinseinkünfte stiegen um 29 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, obwohl die Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle von 114 auf 526 Millionen Euro erhöht wurden. Die sonstigen Einkünfte stiegen von 1,94 auf 3,36 Milliarden Euro. Die Einnahmen aus Kommissionen und Gebühren fielen dagegen um 14 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro, während das Unternehmen „Nettoerträge aus Finanzvermögen beziehungsweise - verbindlichkeiten auf Basis so genannter Fair-Value-Bewertung“ in Höhe von 2,26 Milliarden Euro ausweist. Im ersten Quartal des vergangenen Jahres wurde diese Bilanzposition noch mit einem Minus von knapp 1,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

Die Bank habe sich auf eine „breite und solide Finanzierungsbasis sowie eine stattliche Liquiditätsreserve“ stützen können, erklärte Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann, dessen Amtszeit am Montagabend überraschend um drei Jahre verlängert worden war. „Was die weiteren Aussichten angeht, müssen wir mit anhaltenden Schwierigkeiten in unserem Geschäft rechnen“, erläuterte der Schweizer weiter. Die Bank habe jedoch das notwendige Kapital und die strategische Unabhängigkeit, durch die Krise zu kommen.

Treiber für das Ergebnis im ersten Quartal war insbesondere der Geschäftsbereich Corporate Banking & Securities, wo die Bank dank Rekorderträgen im Sales & Trading einen Gewinn vor Steuern von 1,3 Milliarden Euro habe erwirtschaften können, erläutert die Bank. Die Erholung falle vor allem im Vergleich zum vierten Quartal deutlich aus und „belastet von Einbußen im Handel mit Kreditprodukten habe das Finanzinstitut damals den Markt mit einem Verlust von 3,4 Milliarden Euro Verlust schockiert,“ geben Presseagenturen die Darstellung wider.

Die Belastungen aus negativen Marktwertanpassungen summierten sich auf eine Milliarde Euro, wovon 841 Millionen Euro auf zusätzliche Rückstellungen gegenüber Anleihen-Versicherern (Monoliner) entfielen. Darüber hinaus fiel für die Immobilie „The Cosmopolitan Resort and Casino“ eine Abschreibung von 500 Millionen Euro an. Im Jahr 2008 hatte die Bank wegen der Subprime-Krise insgesamt rund 7 Milliarden Euro abschreiben müssen.

Privatkunden- und Vermögensverwaltungsgeschäft entwickelt sich bescheiden

„Die Zahlen sind besser als erwartet ausgefallen“, kommentiert Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research das Zahlenwerk. „Die strenge Kostendisziplin ist zu loben. Allerdings werden sich die Gewinne aus dem Handel mit eigenen Anleihen so nicht wiederholen lassen.“ Dem ist ebenso wenig hinzuzufügen wie dem vorsichtigen Ausblick des Hauses auf seine weitere Zukunft.

Denn erstens lassen sich gelockerte Bewertungsregeln nicht beliebig oft ausnutzen. Zweitens sind die wirtschaftlichen Aussichten bei weitem nicht so rosig, wie Anleger in den vergangenen Wochen vorausgesetzt zu haben scheinen. Drittens müssen die Unternehmen der Branche mit einer stärkeren Regulierung rechnen, sollten sich die politischen Äußerungen der vergangenen Wochen nicht als Lippenbekenntnisse erweisen.

Daher werden Anleger dazu tendieren, Bankaktien weiterhin kritisch betrachten, auch wenn sie optisch noch so interessant aussehen mögen. Die Deutsche Bank mag zwar zu den besseren Unternehmen der Branche zählen. Allerdings kann auch sie sich nicht auf Dauer vom problematischen Umfeld abkoppeln. Das zeigt sich schon daran, dass sich das Privatkunden- und Vermögensverwaltungsgeschäft sehr bescheiden entwickelt.

Von Januar bis März verdiente das größte deutsche Kreditinstitut hier nur noch 34 Millionen Euro vor Steuern nach 492 Millionen Euro im Jahr zuvor. Das klassische Privatkundengeschäft büßte rund ein Drittel des Vorsteuerergebnisses ein. In der Vermögensverwaltung, zu der die Fondstochter DWS einen wesentlichen Anteil beiträgt, entstand sogar ein Verlust von 173 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2008 hatte die Deutsche Bank in diesem Bereich noch einen Gewinn von 188 Millionen Euro gemacht.

Die Deutsche Bank führte den Ergebnisrückgang vor allem auf die aktuelle Marktentwicklung zurück. Kunden hätten sich mit dem Handel von Wertpapieren wegen der Unsicherheit an den Märkten zurückgehalten und weniger komplexe Anlageprodukte nachgefragt. Zudem sei der Absatz von Versicherungen hinter dem Niveau des Vorjahres zurückgeblieben. Negativ auf das Ergebnis schlug auch die Risikovorsorge für faule Kredite durch, die um 35 Prozent auf 169 Millionen Euro stieg. Vor allem in Deutschland, Spanien und Polen rechnet die Deutsche Bank mit mehr Kreditausfällen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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