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Veröffentlicht: 22.01.2016, 11:31 Uhr

Wieder steigende Aktienkurse War es das mit dem Börsenkrach?

Der Ölpreis steigt wieder. Die Börsen ebenfalls. Die noch vor Tagen vorherrschenden Unsicherheiten am Aktienmarkt scheinen erst einmal wieder vergessen zu sein. Doch was die Risikofaktoren angeht, könnte dieser Schein trügen.

von Christoph Scherbaum
© Reuters Manch Händler ist skeptisch. Die Kurse im Deutschen Aktienindex erholen sich wieder. Haben Anleger nun wieder bessere Zeiten vor sich?

Am Freitag präsentieren sich die wichtigsten Aktienmärkte fester. Die Börse in Tokio hat ein richtiges Kursfeuerwerk erlebt. Der zuletzt arg gebeutelte Nikkei-Index für 225 führende Werte schoss um 5,88 Prozent nach oben auf beinahe 17.000 Zähler. Und auch der Dax klettert wieder weiter nach oben - um mehr als 2 Prozent auf über 9700 Punkte.

So erstaunlich das klingt – nach den Crashkursen der vorangegangenen Tage winkt dem wichtigsten Börsenbarometer im Land zum Handelsende ein Wochenplus von 2 Prozent. Da stellt sich für Anleger natürlich die Frage: War es das mit den massiven Kursabschlägen oder kommt noch einmal etwas nach in einer weiteren Welle?

Den jüngsten Börsenkrach auf Raten erklären Marktteilnehmer mit einer Anzahl an Unsicherheitsfaktoren. Unter anderem mit dem Verfall des Ölpreises. Das Komische ist, so richtig weiß niemand den Ölpreisverfall einordnen zu können. Am Mittwoch war der Preis für die beiden wichtigsten Ölsorten Brent und WTI auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2003 gefallen, der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent rutschte zwischenzeitlich unter 28 Dollar. An diesem Freitag kommt es zu einem deutlichen Anstieg der Ölpreise. Das mache den Börsianern wieder Mut, sagte Aktienhändler Mark Lee von der London Capital Group. Die Börsen reagieren mit steigenden Kursen und schon kommen auch die ersten Analystenstimmen, die Einstiegschancen in Ölaktien sehen.

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Jetzt einsteigen bei Öl-Aktien?

Eigentlich auch kein Wunder, wenn man der Tatsache ins Auge sieht, dass allein der Branchenindex Euro Stoxx 600 Oil & Gas, der europäische Öl- und Gasaktien enthält,  seit Sommer 2014, als der Ölpreisrückgang einsetzte, mittlerweile über 40 Prozent an Wert verloren hat. Ob damit der Boden erreicht ist oder es noch weiter nach unten geht, ist aber umstritten.

Die Société Générale hat zuletzt  in einer Branchenstudie die Schätzungen für die Sektorgewinne im Jahr 2016 um 60 Prozent zurückgenommen. Für 2017 rechnet die Bank aber mit einer Ölpreisverdoppelung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016, ihr Votum für Ölwerte lautet daher auf Übergewichten.

Konkret empfohlen wird zum Beispiel BP mit einem Kursziel von 375 britischen Pence. Auch die UBS rät zum Einstieg in BP. Die Schweizer Großbank hat die Gewinnprognosen 2016 und 2017 für die europäischen Ölkonzerne um bis zu 40,5 Prozent gekürzt, sie hält die Aktienbewertungen nach den Kursverlusten jedoch ebenfalls für attraktiv. Favoriten der Bank sind BG, Shell, Eni und Galp.

Was die Aussichten der Ölkonzerne angeht, zeigt sich dagegen Goldman Sachs skeptischer als die Société Générale und UBS, BP wird zum Beispiel auf „Neutral„ gestuft. Grundsätzlich bleibe das Überkapazitätenproblem im Ölsektor ungelöst, auf der Nachfrageseite seien im Moment China und die Schwellenländer die größten Risikofaktoren.

„China bleibt eine Wachstumsmaschine“

Stichwort China. Auch wenn die dortigen Börsen international keine große Rolle spielen – im Zusammenhang mit der Wachstumsunsicherheit und der Sorge um die strukturelle Entwicklung der chinesischen Wirtschaft wird dies wohl auch in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder für Unsicherheiten unter Anlegern führen. Daran ändert auch nichts, dass Chinas Vizepräsident Li Yuanchao die grassierenden Sorgen um die Wirtschaftsentwicklung in seinem Land als überzogen zurückgewiesen hat. „China bleibt eine Wachstumsmaschine“, sagte der Politiker beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Sein Land habe noch enormes Entwicklungspotenzial.

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