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Aktualisiert: 27.04.2017, 15:09 Uhr

Der Dax morgen Und wie weiter?

Die westliche Welt steckt in einer politischen und gesellschaftlichen Krise. Noch läuft die Wirtschaft und mit ihr die Börse weiter. Doch die Furcht vor einschneidenden Maßnahmen ist gewachsen.

von
© picture alliance / ZB

Ist schon die wirtschaftliche Entwicklung nicht einfach vorherzusagen, ist  das mit der Börse noch schwieriger. Schienen während der Finanzkrise die glanzvollen Tage der westlichen Hemisphäre angesichts hoher Staatsschulden und einer alternden Bevölkerung gegenüber den Schwellenländern gezählt, so hat sich die Lage verändert.

Martin Hock Folgen:

Zum Besseren? Nun, viele Schwellenländer stecken in eigene Krisen fest. Das oligarchische System in Russland leidet unter Korruption und Paternalismus und ist so innovationsfeindlich wie eh und je. Das südafrikanische ANC-Regime beginnt in Machtkämpfen und gleichfalls in Korruption zu ersticken. Und ob China der geplante Übergang von der quantitativ orientierten Produktionswirtschaft zur modernen Konsumwirtschaft gelingt, wird mit dem Ausbleiben von Fortschritten immer fraglicher.

Gleichzeitig zeigen sich in vielen Ländern der Erde Tendenzen, Freihandel und Globalisierung einzuschränken. Vielfach wird das darauf zurückgeführt, dass in den westlichen Ländern vor allem die untere Mittelschicht durch die Jahrzehnte der Globalisierung einkommensmäßig zurückgefallen ist. Aber stimmt das auch etwa für Ungarn oder die Philippinen, in denen die gesellschaftpolitischen Tendenzen ähnlich sind?

Vielleicht ist es nur ein gesellschaftspolitischer Zyklus. Wenn der Gewinn durch den Abbau von Handels- und anderen Grenzen zur Normalität wird, erscheint er gering. Dann werden Nachteile stärker wahrgenommen. Oder die Menschen sind müde von Umwälzungen und Neuem und wünschen sich mehr Beschaulichkeit und ein stärkeres Wir-Gefühl. Da dies aber im Zeitalter der Individualisierung fehlt, wendet sich der Blick hin zu offensichtlichen Gemeinsamkeiten als Abgrenzung: Sprache, Geschichte, Schweinefleisch oder nicht.

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Aber auch die (vermeintlichen) Verteilungsnachteile sind nicht zu unterschätzen. gerade, wenn es die Börse trifft. Tendenzen, wie Privatanlegern Investments in bestimmte Vermögenswerte zu untersagen oder die Vergabe von Immobilienkrediten durch eine staatliche Behörde zu reglementieren, sind schon da. Da ist es so weit nicht mehr, Investments in Aktien zu reglementieren oder gleich ganz zu untersagen. Das könnte am Ende auch der Finanzierung defizitärer Staatshaushalte dienen.

Die Sorge vor kapitalmarktfeindlichen Politikmaßnahmen angesichts auch einer mitunter feindseligen Stimmung gegenüber Bankern und Börsianern ist da und es bleibt abzuwarten, wie sich die Rahmenbedingungen langfristig entwickeln.

In den vergangenen 60 Jahren brachte der Dax rund 7 Prozent im Jahr. Lässt man die Wirtschaftswunderzeit außen vor, waren es im Durchschnitt nur knapp 3 Prozent. Bleibt alles, wie es ist, dürfte wohl das Ergebnis für die kommenden Jahre irgendwo dazwischen liegen. Sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern, werden auch die Renditen niedriger ausfallen.

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