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Samstag, 11. Februar 2012
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Dax-Konzerne Trübe Gewinnaussichten

23.07.2008 ·  Die nun beginnende Berichtssaison wird nach Ansicht der Analysten für einige Enttäuschungen sorgen. Die Gewinne sinken. Das dürfte einer deutlichen Erholung am Aktienmarkt entgegenstehen - es wird allerdings auch nicht viel erwartet.

Von Daniel Mohr
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An diesem Mittwoch legen mit der Merck KGaA und Volkswagen die ersten beiden Dax-Unternehmen ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Bis mit RWE und Thyssen-Krupp am 14. August die letzten beiden Dax-Konzerne berichten, dürfte es nach Ansicht der Analysten eine ganze Reihe von Enttäuschungen geben. Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) rechnen mit einem Rückgang der Nettogewinne gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 22 Prozent. Selbst ohne die Finanzwerte - bei den Banken wird ein Gewinnrückgang um 64 Prozent erwartet, bei den Versicherern um 29 Prozent - verbleibt ein geschätztes Minus von 13 Prozent.

„Das schwache erste Quartal war kein einmaliger Ausrutscher, auch im zweiten Quartal werden viele Unternehmen von teils deutlichen Gewinnrückgängen berichten müssen“, sagt Michael Köhler, Aktienstratege der LBBW. „Es wird allerdings am Aktienmarkt auch nicht viel erwartet, so dass die negativen Auswirkungen auf die Börsenkurse begrenzt bleiben dürften und die ein oder andere positive Überraschung dem Markt sogar helfen könnte.“ Als Lichtblick sieht Köhler den Chemiesektor: „Hier erwarten wir, getrieben vom hohen Ölpreis und von der starken Nachfrage nach Düngemitteln, abermals ein zweistelliges Gewinnwachstum.“

Kein Plus mehr für 2008

Im ersten Quartal hatten die Dax-Konzerne einen Gewinnrückgang um 48 Prozent vermeldet. Die meisten Analysten gehen zwar von leicht steigenden Gewinnen im zweiten Halbjahr aus, für das Gesamtjahr dürfte es aber für ein Plus nicht mehr reichen. Die Konsens-Prognose für 2008 ist mittlerweile auf einen Gewinnrückgang um 6 Prozent gesunken. Für das Jahr 2009 wird noch ein Gewinnplus von 18 Prozent erwartet. „Die Schätzungen für 2009 sind bisher fast unverändert hoch belassen worden und sind sehr ambitioniert“, sagt Köhler. „Es wird zur Nagelprobe für den Markt, inwieweit er diese Erwartungen erfüllen kann.“

Die Commerzbank hat derweil am Dienstag ihre Gewinnprognosen deutlich gesenkt. Sie hält die Schätzungen für 2008 noch für um 6 Prozent zu hoch. Für das Jahr 2009 rechnen die Analysten nur mit einer Stagnation der Gewinne. „Die operative Gewinnmarge der Unternehmen in Dax, M-Dax und Tec-Dax hat sich binnen sechs Jahren von 5 auf 10 Prozent verdoppelt. Der Hochpunkt ist nun erreicht“, sagt Andreas Hürkamp, Aktienstratege der Commerzbank. „Ein schwächeres Umsatzwachstum, der starke Euro, höhere Energie- und Transportkosten, steigende Kosten für Rohmaterial, höhere Finanzierungskosten und steigende Löhne bringen nun die Gewinnmargen unter Druck.“ Die deutlich schwächere Gewinnentwicklung stelle künftig die größte Belastung für die Entwicklung der Aktienmärkte dar.

Amerika sendet gespaltene Signale

„Die Börsenkurse sind aber bereits ein ganzes Stück gesunken und die Bewertungen auf einem Niveau angekommen, das trotz schwächerer Gewinnentwicklungen eher einen Seitwärtstrend als einen weiteren deutlichen Kursrückgang erwarten lässt“, sagt Hürkamp. Für einen Kursaufschwung bedürfe es hingegen der Europäischen Zentralbank (EZB): „Ohne Zinssenkungsphantasie in Europa wird sich der Dax wohl nicht deutlich von seinem jetzigen Niveau nach oben bewegen können.“ Wegen der durch die Preissteigerungen von Rohstoffen und Nahrungsmitteln angeheizten Inflation rechnen die Marktteilnehmer allerdings vorerst nicht mit Zinssenkungen durch die EZB.

Die Signale aus den Vereinigten Staaten, wo die Berichtssaison schon seit zwei Wochen im Gang ist, sind bisher gespalten. Banken wie die Citigroup, die Bank of America und JP Morgan haben nicht so schlechte Zahlen vorgelegt wie befürchtet. Technologieunternehmen wie Apple, Google, Ebay und Microsoft haben dagegen die Erwartungen enttäuscht. Wie nervös die Aktienmärkte derzeit auf Unternehmensdaten reagieren, zeigte sich am Dienstag. Der schwache Vodafone-Ausblick ließ nicht nur deren Aktienkurs um 14 Prozent fallen. Der europäische Sektorindex für Telekommunikationswerte gab um 7 Prozent nach, der Telekom-Aktienkurs sank um 5 Prozent.

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