Auch in diesen Tagen des Trübsinns und der Unsicherheit an den Aktienbörsen gibt es noch Unternehmen, die mit guten Nachrichten aufwarten. So die Deutsche Börse AG: Das Unternehmen hat das prognostizierte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um etwa zehn Prozent übertroffen.
Die freudige Meldung wurden von Anlegern auch positiv aufgenommen. Das Papier konnte sich schon vorbörslich bei Lang & Schwarz gegenüber dem Vortag leicht verbessern. Im Handelsverlauf am Vormittag hat die Aktie den zuerst erreichten Aufschlag von 2,82 Prozent nicht ganz halten können, befindet sich jedoch mit 33,71 Euro gegen 10.20 Uhr noch knapp 1,38 Prozent im Plus. Sie ist damit klarer Gewinner im Dax, der um 1,57 Prozent nachgegeben hat.
27 Prozent mehr Gewinn vor Steuern und Zinsen
Wie die Deutsche Börse AG mitteilte, habe das Ebit 350 bis 355 Millionen Euroi betragen. Zuletzt hatte das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von rund 320 Millionen Euro prognostiziert. Als Grund für diesen Anstieg wird die gute Geschäftsentwicklung im vierten Quartal 2002 genannt, die sich bisher fortgesetzt habe. Die maßgebliche Handelsaktivität bleibe stark. Die vorläufigen Jahreszahlen sollen am 18. Februar veröffentlicht werden.
Auch im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich das Unternehmen deutlich steigern können. Lag 2001 der Umstz bei 760 Millionen Euro, spricht die Börse AG für das vergangene Jahr von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Das Ebit lag seinerzeit bei 278 Millionen Euro - folglich ist der Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr um gut 27 Prozent gestiegen. Richtig überrascht haben die guten Zahlen der Börse AG jedoch nicht. Denn Analysten waren schon davon ausgegangen, daß das Unternehmen das Jahr 2002 über seinen Prognosen abschließen werde.
Ergebnis soll wieder zweistellig wachsen
Auf das laufende Jahr blickt die Vorstandsetage ebenfalls zuversichtlich. Das Ergebnis soll wiederum um einen zweistelligen Prozentsatz wachsen. Auch wenn Titel verkauft werden, profitiert die Deutsche Börse AG schließlich.
Die Aktie bewegt sich gleichwohl in der Nähe des im Oktober verzeichneten Jahrestiefs von 32,40 Euro. Auch charttechnisch läßt sich keine Kursphantasie ableiten. Der langfristige wie der kurzfristige Abwärtstrend ist intakt. Während üblicherweise Übernahmephantasien den Kurs treiben, hat das Papier der Börse AG davon zuletzt nicht profitieren können: Das Gerücht, das Unternehmen wolle die London Stock Exchange schlucken, brachte im Gegenteil einen Kursabschlag. Denn es wurde mit dem Gerücht verbunden, die Börse AG könnte 30 Prozent mehr zahlen, als der Konkurrent auf der Insel wert ist (Übernahmegerüchte drücken Kurs der Deutschen Börse).
Allgemeine Stimmung und Irak-Konflikt belasten Kurs
Das Unternehmen hat sich mithin nicht gegen die allgemeine Entwicklung stemmen können. Und die ist von der Konjunkturflaute und der Unsicherheit um den Fortgang der Irak-Krise bestimmt. Erst wenn dies geklärt ist, besteht bei der Börse-Aktie die Chance auf einen Bruch des Abwärtstrend.