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Der Dax 2008 bis 2015 : QE oder die Leichtigkeit des Geldes

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve in Washington: das wahre Herz der Wall Street Bild: dpa

Der Weg aus der Finanzkrise führte über eine Lockerung der Geldpolitik. Das billige Geld bestimmte jahrelang über Wohl und Wehe des Dax’.

          In den Jahren nach der Finanzkrise gewöhnten sich Börsianer an ein neues Kürzel. „QE“ für „Quantitative Easing“, meint die Form der Lockerung der Geldpolitik, die einen historischen Einschnitt in der Notenbankpolitik darstellt.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach dem Zusammenbruch des Wechselkurssystems von Bretton Woods und dem Übergang zu flexiblen Wechselkursen hatte sich eine Notenbankpolitik herausgebildet, als deren zentrales Element die Leitzinspolitik gesehen wurde. Im Trend jedoch war diese Politik eine Zinssenkungspolitik: Der Leitzins der Bundesbank hatte 1992 und der der amerikanischen Notenbank Fed schon 1981 seinen Höchststand erreichte.

          Mit der Finanzkrise erwies sich die Zinspolitik dann schon als nicht mehr ausreichend, damit die Notenbanken ihrer Funktion als letzter Kreditgeber hätten dadurch wahrnehmen können. Die Zentralbanken begannen daher in erheblich größerem Umfang als früher dem Bankensystem Geld direkt zuzuführen. Den Anfang machte die Fed im November 2008 mit einem Programm zum Ankauf von 600 Milliarden Dollar an Schulden und Wertpapieren der halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae, Ginni Mae und Freddie Mac. Im folgenden Jahr begannen auch die Schweizer Nationalbank und die Bank of England mit Ankäufen.

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          Eine Geschichte des Dax’ : Die wichtigsten Ereignisse

          Die Europäische Zentralbank bemühte sich zunächst, die Geldmengeneffekte zu neutralisieren. Die Lockerung war daher ungleich geringer. De facto wurde die EZB-Politik schon Anfang 2012 wieder restriktiv, da die Bilanzsumme der EZB durch Rückflüsse aus dem Bankensystem zu schrumpfen begann. Erst seit dem Absinken der Inflationsrate im Jahr 2014 mehren sich die Anzeichen, dass die EZB ihre Politik weiter lockern wird.

          Dem Dax bekam die quantitative Lockerung mit leichter Verzögerung gut. Im März 2009, fast auf den Tag genau sechs Jahre nach dem Ende der Technologie-Baisse erreichte der Dax seinen Tiefststand bei 3666 Punkten. Zu einem Einbruch kam es zwischenzeitlich im August 2011, nachdem die EZB zweimal nacheinander die Leitzinsen angehoben hatte. Erst mit der Umkehrung der Zinspolitik begab sich der Dax in einen zunächst bis 2015 anhaltenden Aufwärtstrend.

          Das Ende jenes Jahres sah mit einer ersten Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank auch das Ende von „QE“ in den Vereinigten Staaten. Anfang 2017 stand diese in Europa dagegen aus, wird aber erwartet.

          Quelle: FAZ

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