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Warten auf Daten aus Amerika : Dax erreicht Rekordhoch

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Die Bullen haben in diesen Tagen an der Frankfurter Börse das Sagen. Bild: dpa

Der Dax hat am Freitagmittag ein Rekordhoch erreicht. Die 13.000-Punkte-Marke ist in Reichweite. Weitere Impulse könnten am Nachmittag vom wichtigen amerikanischen Arbeitsmarktbericht kommen.

          Der Dax hat am Freitagmittag bei 12.878 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex noch 1,40 Prozent im Plus bei 12 841,83 Punkten. Damit steht er vor dem siebten Wochengewinn in Folge. Das ist die längste Serie seit viereinhalb Jahren.

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          Motor dieser Entwicklung ist der wachsende Konjunkturoptimismus, der Börsianern zufolge in der neuen Woche Bestand haben wird. „Es tut sich etwas in Europa", betont Volkswirtin Ulrike Kastens vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Sie rechne mit einem Wachstum von zwei Prozent in diesem und 1,6 Prozent im kommenden Jahr. "Damit liegt die Euro-Zone fast gleichauf mit der amerikanischen Wirtschaft."

          Weitere Impulse könnten am Nachmittag vom wichtigen amerikanischen Arbeitsmarktbericht kommen. „Jetzt hat der Dax die Chance, in Richtung 13.000 Punkte durchzustarten“, schrieb Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Er verwies auf die Wall Street, die am Donnerstag nach guten amerikanischen Wirtschaftsdaten und dem angekündigten Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaabkommen ihre Rekordjagd fortgesetzt hatte.

          „Auch wenn es politisch und ökologisch eher tragisch ist: Der Ausstieg verringert die unmittelbaren Kosten für die amerikanische Wirtschaft“, sagte der Experte. Falls die Arbeitsmarktzahlen aus den Vereinigten Staaten stärker ausfielen als erwartet, könnte es für den Dax noch weiter bergauf gehen.

          Politische Großereignisse werden hingegen Anleger auch in der neuen Woche auf Trab halten. In Großbritannien muss Premierministerin Theresa May bei der Wahl am Donnerstag um ihre Mehrheit im Unterhaus bangen. Außerdem warten Investoren gespannt auf den Konjunkturausblick der Europäischen Zentralbank (EZB). Umfragen zufolge ist der einst deutliche Vorsprung von Mays Tories kräftig geschrumpft.

          Politik wird nächste Woche Börsengeschehen bestimmen

          Einige Demoskopen prognostizieren sogar einen Verlust der absoluten Mehrheit am 8. Juni. „Der Ausgang der Wahl hat großen Einfluss auf das Ergebnis der Brexit-Verhandlungen", betont Rabobank-Volkswirt Stefan Koopman. Sollten die Konservativen auf die Unterstützung anderer Parteien angewiesen sein, werde ein „sanfter Brexit" wahrscheinlicher, bei dem Großbritannien nach einem EU-Austritt den Zugang zum europäischen Binnenmarkt behält. Ein „Exit vom Brexit" sei aber selbst dann nicht in Sicht, wenn die oppositionellen Liberaldemokraten und die Labour-Partei eine Koalition bildeten.

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          Vor diesem Hintergrund schwankte der Kurs des Pfund Sterling in den vergangenen Tagen heftig - abhängig von den jeweiligen Umfrage-Ergebnissen. Am Freitag kostete die Währung 1,2850 Dollar. Gleichzeitig erreichten die Wetten auf einen erneuten Kurssturz des Pfund den höchsten Stand seit fast acht Monaten.

          Um die verbesserten Aussichten für die heimische Wirtschaft dürften sich auch die Beratungen der Europäischen Zentralbank drehen. „Die EZB wird auf ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag voraussichtlich einen weiteren Trippelschritt hin zu einer Beendigung der Anleihekäufe tun, indem sie die Wachstumsrisiken wohl erstmals seit langem als ausgeglichen beschreiben wird", urteilt Jörg Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank. „Bei der Sitzung im September dürfte sie dann in Aussicht stellen, die Anleihenkäufe von Januar 2018 an herunterzufahren." Aktuell pumpt die Notenbank zur Ankurbelung der Konjunktur 60 Milliarden Euro monatlich in die Finanzmärkte.

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          Quelle: casc/Reuters

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