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Dax DZ Bank gibt die besten Aktientipps

01.06.2011 ·  Das Londoner Analysehaus AQ hat für das Jahr 2010 gemessen, wie „wertvoll“ Analystenempfehlungen waren. Das Ergebnis: Die deutschen Banken nutzen ihren Heimvorteil. Die Analysten ausländischer Banken landen meist unter „ferner liefen“.

Von Hanno Mußler
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Die DZ Bank hat die besten Analysten für deutsche Aktien. Dies hat das Londoner Analysehaus AQ herausgefunden, indem es im Jahr 2010 die Urteile von 30 Wertpapierhäusern zum deutschen Aktienmarkt unter die Lupe genommen hat. Demnach gaben die Fachleute der DZ Bank, der Zentralbank der Volks- und Raiffeisenbanken, für die Dax-Werte den Anlegern die wertvollsten Aktienempfehlungen. Im M-Dax schnitten Anleger am besten ab, wenn sie den Tipps der Hamburger Privatbank M.M. Warburg folgten. Die DZ Bank belegt in der Rangliste der besten Analysen für den M-Dax Rang zwei. Rang zwei für den Dax belegen die Analysten vom Bankhaus Metzler.

AQ misst, wie viel Anleger verdient haben, wenn sie einer Analystenempfehlung gefolgt sind. Dabei wird zwischen Banken unterschieden, deren Analysten absolute Urteile zu einer Aktie (kaufen, verkaufen oder halten) oder relative Meinungen (über-, untergewichten oder neutral zu einem Index) abgeben. Um in die Wertung zu kommen, müssen die Prognosen zumindest drei Monate lang Bestand haben. Dabei gibt es Aktien, deren Kursentwicklung Analysten besser vorhersagen, und solche, die sie schlechter einschätzen können. Am schwersten taten sich Analysten im Jahr 2010 im Dax mit der Kursprognose und der Gewinnschätzung der Deutschen Bank. Im M-Dax hatten sie die künftige Geschäfts- und Kursentwicklung des Fernsehsenders Pro Sieben Sat 1 am schlechtesten im Griff.

Verkaufsempfehlungen „wertvoller“ als Kaufempfehlungen

Auffällig oft haben Analysten eine „falsche Meinung“ zu Aktien, die sich schlecht entwickeln. Im Dax waren 2010 RWE, Eon und Deutsche Bank die Aktien mit der schlechtesten Wertentwicklung. Diese drei sind auch unter den fünf Aktien, mit denen Anleger wenig verdient haben, wenn sie auf Analystenurteile dazu gehört haben. Tatsächlich sind Verkaufsempfehlungen „wertvoller“ als Kaufempfehlungen, weil sie viel seltener ausgesprochen werden. Gut lagen dagegen Analysten, die rechtzeitig stark steigende Aktien zum Kaufen empfahlen. Besonders lohnend für Anleger war es, auf Aktienempfehlungen zu BMW, Infineon und Volkswagen im Dax sowie Leoni, Lanxess und Aareal Bank zu achten. VW, BMW und Infineon führen die Liste der Jahresgewinner des Jahres 2010 im Dax an. Im M-Dax stehen Lanxess, Leoni und Aareal Bank unter den sechs besten Aktien.

Wichtig kann es für Anleger sein, sich die Namen der Analysten zu merken, die sich trauen, vom Konsens der Analysten abweichende Meinungen zu veröffentlichen, die sich aber im Nachhinein als richtig erweisen. Nach der Analyse von AQ haben sich Karsten Oblinger (DZ Bank), Eggert Kuls (M.M. Warburg), Heinz Müller (DZ Bank), Norbert Barth (West LB) und Tim Schuldt (Equinet) im Jahr 2010 als besonders treffsicher erwiesen. Gewinner Oblinger ist in der DZ Bank für die Beurteilung der Aktien von Siemens und Tognum zuständig. Der Zweitplazierte Kuls von M.M. Warburg tat sich mit seinen – im Nachhinein richtigen – Verkaufsempfehlungen für die Aktie von Heidelberger Druck hervor.

Deutsche Banken nutzen Heimvorteil

An der Untersuchung von AQ nahmen insgesamt 30 Wertpapierhäuser teil. Darunter sind solche wie die DZ Bank und die West LB, die eine Vielzahl deutscher Aktien beobachten; die DZ Bank beschäftigt seit fünf Jahren konstant 40 Aktienanalysen, die eine Meinung zu 180 deutschen Aktien und zu 340 Aktien insgesamt haben. Damit deckt kein Analysehaus mehr deutsche Aktien ab als die Zentralbank der Volks- und Raiffeisenbanken. An der Untersuchung nahmen auch ausländische Häuser wie die spanische Bank BBVA oder die holländische ING teil, die nur wenige deutsche Aktien beurteilen und deren Zahl an Analysten mit gesunkener Relevanz des deutschen Kapitalmarktes in den vergangenen Jahren abgenommen hat.

Auch wenn Deutsche Bank und Commerzbank an der Untersuchung von AQ nicht teilgenommen haben, so lässt sich doch ein Schluss daraus ziehen: Die Analysten deutscher Banken nutzen offenbar ihren Heimvorteil. Die Analysten ausländischer Banken landen meist unter „ferner liefen“. Am besten schnitten noch die Analysten der französischen Bank Société Générale mit Rang sechs im Dax und Rang sechs im M-Dax sowie die der britischen Royal Bank of Scotland mit Rang sieben im Dax und Rang sieben im M-Dax ab.

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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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