23.04.2009 · Auch in Zeiten der Wirtschaftskrise behauptet sich der Computerkonzern Apple: Der Anbieter von iPhone und iPod liefert überraschend ein Gewinnplus, auch der Umsatz legt deutlich zu. Die Anleger frohlocken.
Von Tim HöfinghoffBei dem Technologiekonzern Apple läuft das Geschäft auch ohne den Chef gut - Gewinn und Umsatz legen deutlich zu. Dabei war das vergangene Quartal das erste Quartal ohne den charismatischen Konzernchef Steve Jobs. Er nimmt krankheitsbedingt eine Auszeit und will erst Ende Juni zurückkehren. Viele Apple-Kenner hatten damit gerechnet, dass ohne den 54-jährigen Jobs bei Apple gar nichts geht.
In den ersten drei Monaten dieses Jahres erhöhte Apple den Überschuss um 15 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar - dies entspricht einem Gewinn in Höhe von 1,33 Dollar je Aktie. Apple verkauft das trendige iPhone - und das Geschäft mit dem Telefon läuft so prächtig, dass der Apple-Umsatz um knapp neun Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar zulegte.
Aktienkurs steigt
Die Anleger konnten sich über die Apple-Neuigkeiten freuen, zumal das Unternehmen mit seinen Zahlen die Schätzungen der Analysten übertraf. Die Fachleute hatten lediglich mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 1,08 Dollar und einem Umsatz von 7,95 Milliarden Dollar gerechnet. Der Apple-Aktienkurs legte um mehr als drei Prozent zu. An den Aktienmärkten konnten auch andere Technologiewerte profitieren.
Apple ist nicht nur durch seine Mac-Computer bekannt. Das Unternehmen hat es geschafft, mit dem iPod den Markt für mobile Musikgeräte zu erobern und krempelte zudem mit seinem Touchscreen-Telefon iPhone den internationalen Handy-Markt um. So hat sich der Absatz des Geräts im Quartal mehr als verdoppelt und stieg auf 3,8 Millionen Stück. Das Handy ist inzwischen in 81 Ländern zu haben. Vor einem Jahr waren es lediglich 6 Länder.
Den tragbaren Musikspieler iPod setzte Apple 11 Millionen Mal ab - das entspricht einem Plus von 3 Prozent. Die im vergangenen Juli gestartete Online-Plattform App Store mit inzwischen zehntausenden Anwendungen für iPhone und iPod steuert derweil auf die Marke von insgesamt einer Milliarde Downloads zu.
Von seinen Umsätzen erzielte das Unternehmen 46 Prozent abseits des Heimatmarktes. Der Konzern will im laufenden Geschäftsjahr nun rund zwei Dutzend weitere seiner Apple-Stores eröffnen, etwa die Hälfte davon außerhalb der Vereinigten Staaten.
Computer-Geschäft leidet
Allerdings läuft bei Apple nicht alles rund: So ist der Verkauf von Macintosh-Computern zurückgegangen. Hintergrund ist, dass diese Rechner vergleichsweise hochpreisig sind. In einem generell schwachen Computermarkt ging es erstmals seit Jahren um drei Prozent auf 2,2 Millionen Stück abwärts.
Apple-Anleger hatten bisher jedoch wenig Grund zu klagen: Der Aktienkurs hat dieses Jahr bereits um 40 Prozent zugelegt - in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise ist das eher ungewöhnlich. Branchenkenner sind sich sicher: Sollten Apple-Produkte wie etwa das iPhone so erfolgreich wie bisher sein, werde sich der Aktienkurs auch weiterhin positiv entwickeln.
Das iPhone gilt als das profitabelste Produkt von Apple - mit einer Gewinnmarge von etwa 40 Prozent, berichten Apple-Analysten. Zum Vergleich: Die Marge für die Mac-Rechner beträgt etwa 35 Prozent und 25 Prozent für den Ipod.
Neue Produkte erwartet
Die Apple-Anleger haben allerdings auch sehr hohe Erwartungen, die das Unternehmen erfüllen muss. Sonst ist es mit der bisherigen Erfolgsgeschichte schnell zu Ende. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie ist relativ hoch. Das KGV auf Basis der Analystenschätzungen für das laufende Geschäftsjahr beträgt 23, für das Geschäftsjahr 2010 immerhin noch bei 20. Andere Computerhersteller wie HP kommen auf 9,5. Bei Dell beträgt das KGV 10.
Fachleute gehen jedoch davon aus, dass das Unternehmen ab Juni weitere Produkte auf den Markt bringt und damit die Umsatzahlen erhöhen kann. So ist nicht nur ein neues iPhone geplant, heißt es. Es soll auch einen iPod Touch Media Player mit einem größeren Bildschirm geben. Apple wollte dies jedoch nicht bestätigen.
Für das laufende dritte Geschäftsquartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 7,7 und 7,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 0,95 bis 1,00 Dollar liegen. Zwar hatten Analysten mit mehr gerechnet, doch es ist für Apple nicht unüblich, gerne konservative Prognosen zu liefern. Zuletzt hatte Apple stets bessere Zahlen als erwartet liefern können und die Anleger überrascht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |