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Computer Kontron-Aktie sendet Kaufsignal

27.02.2006 ·  Der Minicomputer-Hersteller Kontron blickt dank eines Großauftrages optimistisch in die Zukunft. Noch besser als die fundamentale Situation ist die technische: Der Baisse-Trend ist durchbrochen.

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Seit einigen Wochen klettert die Aktie des Minicomputer-Herstellers Kontron von Hoch zu Hoch. Das liegt zum einen an einen an einer vielversprechenden Geschäftsentwicklung, zum anderen an einer charttechnischen Situation, die manchen zum Kauf bewegt haben mag (Isin DE0006053952).

Die Kontron AG und ihre Tochtergesellschaften sind nach eigenen Angaben weltweit führend bei Systemen, die auf der Embedded-Computer-Technologie basieren. Embedded Computer steuern beispielsweise Navigationssysteme im Auto, Aufzüge, Multimedia-Telefone, Dialyse- und Röntgengeräte und Bankautomaten. Damit sieht sich Kontron in einem Wachstumsmarkt tätig.

Mehr Umsatz und Gewinn

Die Erlöse konnten gegenüber dem dritten Quartal (73,5 Millionen Euro) um „mindestens 20 Prozent auf deutlich über 88 Millionen Euro“ gesteigert werden, wie das Unternehmen Mitte Januar mitteilte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (64,5 Millionen Euro) entspricht dies einer Steigerung von über 35 Prozent.

Für das Geschäftsjahr 2005 erwartet Kontron einen Gesamtumsatz von mindestens 295 Millionen Euro gegenüber 262 Millionen Euro in 2004. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen werde sich auf etwa 23 Millionen Euro belaufen, nach 20 Millionen im Vorjahr.

Großauftrag verspricht Millionenerlöse

Außerdem konnte Kontron im vierten Quartal den größten Auftrag seiner Firmengeschichte im Gesamtwert von mehr als 100 Millionen Dollar gewinnen. Der Kunde, eines der weltweit größten Telekommunikationsunternehmen, werde den gesamten Infrastrukturbereich auf den neuen Standard „ATCA“ (Advanced Telecom Computing Architecture) anpassen, den Kontron entwickelt.

Der Kontron-Vorstandsvorsitzende Hannes Niederhauser rechnet bereits 2007 mit ersten größeren Umsätzen, 2008 mit zweistelligen Millionenbeträgen und bis 2012 mit Gesamterlösen in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr.

Idealtypischer Neuer-Markt-Wert

Manchen Aktionär wird außerdem freuen, daß Kontron auch 2006 das Aktienrückkaufprogramm fortführen will. Nachdem 2005 bereits etwa eine Million eigene Aktien im Wert von etwa 6,5 Millionen Euro erworben wurden, sollen in diesem Jahr weitere Anteile gekauft werden. Über den genauen Umfang will der Vorstand im März auf der Jahrespressekonferenz informieren.

Der Chart von Kontron zeigt idealtypisch, welche Entwicklung viele Werte aus dem Neuen Markt genommen haben. Von 2000 bis zum Jahreswechsel 2002/03 sackte der Kurs von 73,20 auf 1,70 Euro, das ist ein Gesamtbaisseverlust von 97,7 Prozent. Vom Jahreswechsel 2002/03 bis zum Jahreswechsel 2003/04 kletterte der Kurs wieder bis auf 8,70 Euro. Danach pendelte die Aktie monatelang in einer Zone zwischen 5,60 bis 8,70 Euro.

„Kontron ist ein technischer Kauf“

„In den vergangenen Wochen hat Kontron diese Seitwärtsbewegung mit einem neuen Investmentkaufsignal nach oben verlassen, so daß die weitere Aufarbeitung der Baisse wieder in Gang gekommen ist“, sagt Achim Matzke, Leiter des europäischen Indexresearch von Commerzbank Corporates & Markets.

„Da das erste mittelfristige technische Kurspotential im Test des Widerstands um 10 Euro und das langfristige technische Kurspotential deutlich höher liegen sollte, ist Kontron ein technischer Kauf mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 7,50 Euro“, sagt Matzke.

Fundamental nicht ganz so günstig

Fundamental stellt sich die Situation nicht ganz so günstig dar: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der Gewinnschätzung für 2006 beläuft sich auf 23,1, für 2007 berechnet sich ein KGV von 18,5.

Das ist nicht wenig, scheint aber noch nicht übertrieben zu sein - schließlich können Aktionäre nach dem genannten Großauftrag mit einigem Recht auf ordentlich steigende Gewinne hoffen. Absicherungsstrategien können aber natürlich nicht schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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