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Computer HP-Aktie auf schwerem Weg

20.08.2008 ·  Die Ergebnisse, die der IT-Riese Hewlett-Packard für das abgelaufene Quartal vorlegte, konnten am Dienstagabend durchaus überzeugen. Die Aktie ist nicht zu hoch bewertet, doch die Notierung hat starke Widerstände zu überwinden.

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Die Quartalssaison war bislang eher von durchwachsener Qualität. Doch ihr Abschluss scheint eher versöhnlich zu werden. Zumindest die Ergebnisse des IT-Konzerns Hewlett-Packard (HP) sind geeignete, diesen Eindruck zu erwecken.

Vor allem der schwache amerikanische Dollar half den Geschäftszahlen auf die Sprünge. Der Nettogewinn stieg dadurch um 14 Prozent auf 2,03 Milliarden Dollar oder 0,80 Dollar je Aktie. Im Vorjahr hatte HP 1,78 Milliarden Dollar verdient. Der Umsatz wuchs um 10 Prozent auf 28,03 Milliarden Dollar. Bereinigt um Wechselkurseffekte legten die Erlöse um 5 Prozent zu.

Hilfreicher Dollar

Der Nettogewinn betrug um Sondereffekte bereinigt 0,86 Dollar je Aktie im Vergleich zu 0,71 Dollar im Vorjahreszeitraum. Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten mit einem Gewinn je Anteilsschein von 0,83 Dollar bei Erlösen von 27,41 Milliarden Dollar gerechnet. Die operative Marge erhöhte sich auf 9 Prozent von 8,3 Prozent.

Verwaltungs- und Vorstandsvorsitzender Mark Hurd führte das Wachstum außer auf „beschleunigte Währungsbewegungen“ auch auf erhöhte Umsätze auf dem Heimatmarkt zurück. Die konjunkturellen Sorgen hätten die Ergebnisse nicht beeinträchtigt, die Umsätze stiegen um 4 Prozent. In Europa, dem Mittleren Osten und Afrika verzeichnete man mit 16 Prozent allerdings ein deutlich höheres Wachstum, ebenso in der Region Asien-Pazifik mit 14 Prozent.

Die Zahl der verkauften PCs stieg um 20 Prozent, der Gewinn in diesem Kerngeschäftsbereich legte um 13 Prozent zu. Bei Druckern, die lange Zeit der profitabelste Bereich des Unternehmens waren, wuchs der Gewinn lediglich um 1,9 Prozent. Das Ergebnis im Softwaregeschäft wurde mit einer Steigerung auf 122 Millionen von 51 Millionen Dollar mehr als verdoppelt.

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

„Durch das beschleunigte Wachstum und die solide Geschäftstätigkeit in allen Feldern haben wir im dritten Quartal eine starke Vorstellung geliefert“, sagte Hurd. „Wir sind überzeugt, durch unsere weltweite Position, die breite Produkt- und Dienstleistungspalette und die zunehmenden Einsparmöglichkeiten die Gewinne nennenswert steigern zu können“, fügte er hinzu. HP rechne wegen seines breit aufgestellten Geschäfts und durch Kostensenkungen auch künftig mit deutlich steigenden Gewinnen.

Indes könnte die erfolgreiche Entwicklung sich nicht ohne weiteres fortschreiben lassen. Da das Unternehmen 68 Prozent der Erlöse im Ausland erzielt, rechnen Analysten mit einer Beeinträchtigung durch den wieder erstarkten Dollar im kommenden Quartal und im nächsten Geschäftsjahr. Auch ist konjunkturell noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Das Unternehmen erwartet für das vierte Quartal einen Nettogewinn von 0,95 bis 0,97 Dollar je Aktie. Der bereinigte Nettogewinn soll bei 1,01 bis 1,03 Dollar je Anteilsschein bei Umsätzen von 30,2 Milliarden bis 30,3 Milliarden Dollar liegen. Analysten rechnen im Schnitt mit einem ausgewiesenen Gewinn je Aktie von 0,98 und einem bereinigten Gewinn von 1,01 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 30,28 Milliarden Dollar.

EDS wird einiges ändern

Die Prognose beinhaltet indes nicht die Auswirkungen der bevorstehenden Akquisition der Electronic Data Systems Corp (EDS). Im Mai hatte HP angekündigt, EDS für 13,9 Milliarden Dollar zu kaufen und damit zum zweitgrößten Technologiedienstleister nach International Business Machines Corp (IBM) zu werden. Der Kauf soll bis Ende diesen Jahres abgeschlossen werden.

EDS hat im vergangenen Geschäftsjahr 22,13 Milliarden Dollar umgesetzt und ein Betriebsergebnis von 1,13 Milliarden Dollar erzielt. Das ist rund ein Fünftel des Umsatzes von HP. Indes lag die betriebliche Marge weniger als halb so hoch wie die von HP.

Im nachbörslichen Handel stieg der Aktienkurs um 2,8 Prozent auf 44,91 Dollar gestiegen, holte damit aber größtenteils nur die Verluste auf, die er im regulären Handel verzeichnet hatte. In Deutschland legte die Kurs am Morgen bei schwachem Umsatz mehr als vier Prozent auf 30,62 Euro zu.

Vor starken Widerständen

Auch wenn sich HP im abgelaufenen Quartal gut behauptet hat, muss man die weitere Entwicklung erst einmal abwarten. Mit prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 12,6 für das laufende und 11,25 für das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie indes nicht teuer, so dass die Notierung durchaus eine etwas schwächere Gewinnentwicklung vertragen kann.

Die jüngste charttechnische Entwicklung ist dagegen ambivalent. Die Erholung nach dem Angriff auf das Jahrestief im Juli brach im August wieder ab und könnte erst bei Kursen über 46 Dollar als wieder aufgenommen betrachtet werden. Bis 49,20 Dollar sind dann starke Widerstände zu überwinden, bevor die Sieben-Jahres-Höchststände vom Ende des Jahres 2007 wieder in erreichbare Nähe rücken.

Kann HP die Prognosen einhalten, wäre die Aktie aber auch bei diesen Kursen nicht überbewertet. Angesichts der eher instabilen Marktlage, den noch ungewissen Auswirkungen des EDS-Kaufs und der wenig günstigen charttechnischen Voraussetzungen ist mit einer raschen Erholung oder neuen Höchstständen eher weniger zu rechnen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: mho
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