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Commerzbank-Kapitalerhöhung : Der „Einstieg in den Ausstieg“

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Die Commerzbank hat die sechste Kapitalerhöhung in fünf Jahren durchgeboxt und will jetzt nach vorne schauen. Bild: REUTERS

Die Commerzbank hat die sechste Kapitalerhöhung in fünf Jahren durchgeboxt und will jetzt nach vorne schauen. Rund 2,5 Milliarden Euro sammelte Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus bei der jüngsten Maßnahme ein. Die Aktie gilt dennoch als Spielball von Hedgefonds.

          „Damit sind wir in der Lage, die Stillen Einlagen des SoFFin sowie der Allianz vollständig und weitaus früher als geplant abzulösen“, erklärte Vorstandschef Martin Blessing. Das Geld - insgesamt knapp 2,4 Milliarden Euro - soll in Kürze an die Retter aus der Finanzkrise fließen, der Rest dient der Kapitalstärkung. In jedem Fall sind die Stillen Einlagen nun Geschichte. Wenige Monate vor der Bundestagswahl lässt der Bankenrettungsfonds SoFFin zudem seine Beteiligung an dem Institut erstmals unter 25 Prozent fallen, und zwar auf gut 17 Prozent. Die Sperrminorität ist damit gefallen.

          Spielball von Hedgefonds

          Blessing hofft, dass die Commerzbank mit dem „Einstieg in den Ausstieg“ des Staates bald wieder eine normale Bank ist - mit einer normalen Aktionärsstruktur. Das hatte er in den vergangenen Wochen immer wieder betont. Zurzeit gilt das Papier als Spielball von Hedgefonds, die auf kurzfristige Gewinne hoffen oder auf fallende Kurse wetten.

          Doch auch bei der jüngsten Transaktion dürften die „Zocker“ maßgeblich mitgespielt haben, schätzen Branchenkenner. Dass fast 100 Prozent der Bezugsrechte ausgeübt wurden, lasse darauf schließen, dass viele Profi-Anleger am Werk gewesen seien. Sie sind für gewöhnlich aktiver als der klassische Kleinanleger. Insgesamt hatte die Commerzbank 555,6 Millionen neue Papiere zu je 4,50 Euro angeboten - musste damit aber einen Rabatt von mehr als 50 Prozent gewähren. Nach der Mitteilung zum Abschluss der Transaktion notierte die Commerzbank-Aktie am Mittwoch knapp ein Prozent fester bei gut acht Euro.

          Aktionärsschützer sind skeptisch, ob das Papier nun in ruhigeres Fahrwasser kommt. „Die Commerzbank ist eine sehr spekulative Aktie geworden. Der Druck dürfte sich noch erhöhen, wenn die Bank - wie zu befürchten ist - aus dem Dax  herausfliegt“, sagte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). „Blessing hat viele Versprechen gebrochen. Dieser Vertrauensmalus lastet auf der Aktie.“ Auch Equinet-Analyst Philipp Häßler sieht keine schnelle Kurserholung. „Vom Preis her könnte ein Einstieg zwar interessant sein, aber die Risiken bleiben im Vergleich zu anderen Banken doch sehr hoch.“ Die Bank stecke noch mitten im Umbau fest.

          Kerngeschäft mit Privatkunden schwächelt    

          Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung erhält der SoFFin die restlichen Einlagen zurück, die die Commerzbank 2008 nach der Fusion mit der Dresdner Bank erhalten hatte. 90 Prozent der 16 Milliarden Euro hatte die Bank schon getilgt. Auch die 750 Millionen Euro schwere Mitgift der Allianz wird zurückgezahlt. Der Versicherer hatte die Commerzbank ebenfalls mit einer Einlage nach der Dresdner-Übernahme gestützt. Der Münchner Konzern hielt zuletzt weniger als drei Prozent an der Commerzbank. Wie sich die Allianz bei der Kapitalerhöhung verhalten hat, wollte eine Sprecherin nicht sagen.

          Mit der Rückzahlung spart die Commerzbank nach früheren Angaben 200 Millionen Euro im Jahr, die dann für Dividenden zur Verfügung stünden. Doch eine Ausschüttung ist zumindest in diesem Jahr nicht in Sicht. Denn der großangelegte Umbau der Bank mit dem Abbau von bis zu 6000 Arbeitsplätzen kostet erst einmal viel Geld.

          Abgeschlossen sein dürfte er erst 2016. Das Kerngeschäft mit Privatkunden schwächelt. Zudem bereitet sich die Bank auf die verschärften Eigenkapitalvorschriften vor. Durch den Tausch in Aktien steigt die harte Kernkapitalquote der Commerzbank auf 8,4 Prozent von mageren 7,5 Prozent. Doch das sei keineswegs üppig, bemängelt Equinet-Analyst Häßler. „Ich würde das Thema Kapital noch nicht zu den Akten legen.“

          Quelle: FAZ.NET, Reuters

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