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Commerzbank Erster Verlierer des neuen Börsenjahres

05.01.2009 ·  Die Aktien der Commerzbank zählt zu jenen Standardwerten, für die das neue Börsenjahr nicht gut begonnen hat. Daran ist die Schlappe für Commerzbank-Chef Blessing bei der Dresdner Bank verantwortlich, aber auch grundlegende Skepsis gegenüber dieser Übernahme.

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Der erste Verlierer des neuen Börsenjahres steht schon fest. Es ist die Aktie der Commerzbank. Ihr Kurs fiel am Montag, dem zweiten Handelstag 2009, um mehr als 4 Prozent auf 6,485 Euro, während sich der Verlust des deutschen Leitindex Dax auf 0,4 Prozent beschränkte.

Der Auslöser für den Kurssturz war schon am Wochenende bekannt geworden. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte gemeldet, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Dresdner Bank die Berufung von Commerzbank-Chef Martin Blessing in den Vorstand der Dresdner Bank abgelehnt haben (Sand im Getriebe der Dresdner-Übernahme). Dies ist weder endgültig, noch wird das Votum die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank behindern (Nicht überbewerten: Ärger im Aufsichtsrat der Dresdner Bank).

Schwierige Eingliederung

Doch der Vorgang macht deutlich, dass sich die Dresdner Bank nicht ohne Weiteres in die Commerzbank wird eingliedern lassen. Insofern ist das vorläufige Nein im Aufsichtsrat der Dresdner Bank ein wichtiger Stimmungsindikator, den die Anleger am Montag auch als solchen wahr genommen haben.

„Aus unserer Sicht ist die Weigerung der Arbeitnehmervertreter, Blessing in den Vorstand zu berufen, kein positiver Indikator für die Integration der Dresdner in die Commerzbank“, sagte Analyst Philipp Hässler von Equinet laut Nachrichtenagentur dpa-AFX. Eine zweite Abstimmung könne nun Ende Januar stattfinden, berichtete das Magazin. Dann kann der Vorstandsvorsitzende der Dresdner-Mutterkonzern Allianz, Michael Diekmann, mit seinem doppelten Stimmrecht das Votum der Arbeitnehmer kippen und Blessing doch noch in den Vorstand der Dresdner Bank berufen.

Aktienrat von der Deutschen Bank

Trotz dieser Misstöne blieben die Analysten der Deutschen Bank am Montag gnädig und bestätigten ihre Empfehlung, die Aktie der Commerzbank zu halten. Auch das Kursziel ließen sie unverändert auf 9 Euro. Das liegt immerhin mehr als ein Drittel über der aktuellen Notiz.

Die Entwicklung im Bankensektor dürfte auch im neuen Jahr von Kreditrisiken dominiert werden, schrieb Analyst Matt Spick in einer Branchenstudie. Der Abschwung dürfte sich im gesamten Sektor fortsetzen, bis die Schulden abgeschrieben seien oder diese in Folge einer Inflation auf ein akzeptables Niveau sänken. Zudem bestünden für die Commerzbank weitere Gewinn- und Kapitalausstattungsrisiken. So weit Matt Spick.

Schwer einsehbare Risiken

Seine Einschätzung wird offenbar in weiten Teilen von den Anlegern geteilt. Abgesehen von den atmosphärischen Störungen zwischen Commerzbank und Dresdner Bank birgt die Transaktion auch Risiken, die sich von außen derzeit kaum ermessen lassen.

Ursprünglich sollte die Commerzbank für die Dresdner Bank 9,8 Milliarden Euro bezahlen. Jetzt sind es nur noch etwas mehr als 5 Milliarden Euro. Doch die Commerzbank selbst wird auf dem aktuellen Kursniveau mit weniger als 5 Milliarden Euro an der Börse bewertet.

Aktienkurs hat Boden gefunden

Aus charttechnischer Sicht scheint die Aktie der Commerzbank auf dem gegenwärtigen Niveau immerhin Boden gefunden zu haben. Doch dies bedeutet, dass sich der Kurs zwangsläufig schon bald von diesem Boden wieder lösen muss.

Wie kritisch die Anleger dieser Übernahme gegenüber stehen, zeigte sich auch am Montag: Während die Aktie der Commerzbank mehr als 4 Prozent verlor, wurden die Titel der Deutschen Bank nur 2,2 Prozent schwächer bewertet. Doch die Deutsche Bank hat zurzeit auch ganz andere Sorgen (Deutsche Bank: Wer wird Ackermanns Nachfolger?).

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