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Commerzbank : Aktienkurs im Abwärtstrend

In luftiger Höhe: Das Logo der Commerzbank Bild: dpa

Die Ankündigung einer Kapitalerhöhung zur Auszahlung des Soffin und der Allianz lastet auf dem Kurs. Die Transaktion ist kompliziert. Eine Dividende für das laufende Jahr ist unwahrscheinlich.

          Die Aktionäre der Commerzbank haben beim Blick auf den Kurszettel wieder einmal wenig Grund zur Freude. Innerhalb von drei Tagen hat der Kurs bei sehr hohen Handelsumsätzen um bald 20 Prozent nachgegeben, wonach die Frankfurter Großbank von der Börse nur noch mit rund 7 Milliarden Euro bewertet wird.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Die Ankündigung einer Kapitalerhöhung am Mittwoch über 2,5 Milliarden Euro hat viele Börsianer verdrossen, obgleich sich der Vorstandsvorsitzende Martin Blessing alle Mühe gab, die bevorstehende Transaktion als vorteilhaft für die Anteilseigner darzustellen. Die Kapitalerhöhung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Hauptversammlung, deren Termin auf den 19. April vorgezogen wird. Händler begründeten den deutlichen Fall des Aktienkurses am Mittwoch mit dem unerwartet hohen Volumen der Kapitalerhöhung.

          Die Bank nutzt die Gelegenheit, um zudem ihre Aktien im Verhältnis von zehn zu eins zusammenzulegen. Die Zahl der ausgegebenen Aktien sinkt somit von 5,83 Milliarden auf 583 Millionen. Das sorgt optisch für einen ansprechender aussehenden Kurs, auch wenn der Aktionär von der Zusammenlegung ansonsten unmittelbar keinen Vorteil hat. Für jene Aktionäre, die derzeit keinen durch zehn teilbaren Bestand an Aktien haben und im Zuge der Zusammenlegung Aktien entweder kaufen oder verkaufen wollen, übernimmt die Commerzbank die anfallenden Gebühren.

          Bezugsrecht für private Aktionäre

          In einer von der Nachrichtenagentur Bloomberg verbreiteten Schnellanalyse des Genfer Wertpapierhauses Makor Capital wird auf die im Branchenvergleich sehr niedrige Bewertung der Commerzbank hingewiesen, wenn man den Börsenwert ins Verhältnis zu den Kundeneinlagen setzt. Dann ergibt sich bei der Commerzbank ein Anteil des Börsenwerts von 2,8 Prozent, den von den größeren europäischen Banken nur die in schweren Nöten befindliche belgisch-französische Dexia unterbietet.

          Hingegen verfügt die französische Großbank Société Générale in etwa über vergleichbar hohen Kundeneinlagen und Kundenkredite wie die Commerzbank, aber ihr Börsenwert entspricht in etwa dem Dreifachen des Wertes der Commerzbank. Nach Einschätzung der DZ Bank ist es aber noch zu früh, um Aktien zu kaufen. Sie hält an ihrer Verkaufsempfehlung mit der Begründung fest, das Management der Commerzbank stehe vor schwierigen Aufgaben; mit der weiteren Entwicklung der Bank seien Unsicherheiten verbunden.

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          Die Frankfurter Großbank hat eine kombinierte Bar- und Sachkapitalerhöhung angekündigt. Die privaten Aktionäre erhalten ein Bezugsrecht; sie können die neuen Aktien gegen Barzahlung erwerben. Die Bezugsfrist ist für Mitte Mai bis Anfang Juni vorgesehen; der Abschluss der Transaktion ist für Ende Mai bis Anfang Juni geplant.

          Blessing: Verbesserte Aussicht auf Dividendenzahlungen

          Der Soffin als Vertreter des Bundes wird seine stille Einlage in Aktien tauschen und anschließend einen Teil seines Aktienbestandes veräußern. Am Ende der Transaktion wird der Bund keine stille Einlage mehr halten, wohl aber Aktien, die einer Beteiligung von voraussichtlich weniger als 20 Prozent an der Commerzbank entspricht. Nach der Kapitalerhöhung wird auch die Allianz nicht länger eine stille Beteiligung an der Bank halten. Die Rating-Agentur S&P teilte am Donnerstag mit, dass sie dadurch keine Änderung der Bonität erwarte.

          Die Kapitalerhöhung wird von einem Bankenkonsortium, bestehend aus der Deutschen Bank, der schweizerischen UBS und der britischen Großbank HSBC, garantiert. Das Konsortium erhält nach den Worten Blessings für seine Tätigkeit eine Vergütung im nennenswerten zweistelligen Millionenbereich.

          Blessing sagte, mit der Ablösung der stillen Einlagen entfiele für die Bank eine jährliche Zahlung von gut 200 Millionen Euro. Damit verbesserten sich für die Aktionäre die Aussichten auf Dividendenzahlungen, wobei der Vorstandsvorsitzende die Ausschüttung einer Dividende schon für das Geschäftsjahr 2013 für sehr unwahrscheinlich hält.

          Zu berücksichtigen ist aus der Sicht der Aktionäre auch der Verwässerungseffekt, der sich aus der Erhöhung des Aktienkapitals ergibt. Der Durchschnittskurs, zu dem der Soffin seine Papiere erworben hat, wird von der Bank mit etwa 3,40 Euro je Aktie angegeben. Zumindest auf absehbare Zeit dürfte der Bund seine Beteiligung nicht mit einem Gewinn verkaufen können. Im Jahre 2007 hatte der Kurs noch fast 30 Euro erreicht; viele private Altaktionäre sitzen heute auf erheblichen Buchverlusten.

          Quelle: F.A.Z.

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