03.11.2005 · Die Commerzbank übertraf mit den Zahlen zum dritten Quartal die Erwartungen. Das Papier ist noch vernünftig bewertet. Es dürfte in einem positiven Umfeld von verbesserter Profitabilität profitieren und von latenten Übernahmephantasien.
Mit Kursgewinnen von bis zu knapp 1,9 Prozent auf 22,87 Euro in der Tagesspitze reagiert am Donnerstag die Aktie der Commerzbank auf die Ertragszahlen des dritten Quartals und setzt damit die Kursgewinne der vergangenen Tage fort.
Das Unternehmen konnte die Zinseinnahmen im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 7,38 Prozent auf 771 Millionen Euro steigern und die Nettokommissionen und Gebühren erhöhten sich um 13,87 Prozent auf 599 Millionen Euro. Die Bank erzielte im vergangenen Quartal einen Nettogewinn von 262 Millionen Euro oder 43 Cent je Aktie, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust von 208 Millionen Euro angefallen war.
Commerzbank profitiert vom freundlichen Marktumfeld im vergangenen Quartal
Mit diesen Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen des Marktes übertroffen. Das dürfte angesichts der positiven Entwicklung an den europäischen Finanzmärkten in den vergangenen Monaten kaum verwundern. Allerdings lassen die Sparmaßnahmen der Bank und der damit verbundene Abbau von Arbeitsplätzen und Kapazitäten unter anderem im Investmentbanking und im Eigenhandel angesichts der Rekordergebnisse bei der Deutschen Bank, UBS und anderen vermuten, daß der Gewinn bei einer anderen Strategie hätte höher ausfallen können.
Nichts desto trotz sprach die Commerzbank von einem der besten Ergebnisse in einem dritten Quartal, das für gewöhnlich wegen des flauen Handels in den Sommermonaten meist zu den schwächsten gehört. In diesem Jahr entwickelte sich die Börse aber außerordentlich gut. Das Dax-Unternehmen profitierte davon mit einem hohen Gewinn im Handel von 217 Millionen Euro, nach einem Minus von neun Millionen im Vorjahr. Die Risikovorsorge für faule Kredite fiel von 199 Millionen im Vorjahr auf 151 Millionen Euro.
Immerhin hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren im Investmentbanking und Eigenhandel nach einer späten, massiven Expansion schlechte Erfahrungen gemacht und aus diesem Grund möglicherweise recht, mit der Restrukturierung und der Redimensionierung die Risiken zu reduzieren und gleichzeitig die Ergebnisentwicklung zu verstetigen. Immerhin fehlt dem Unternehmen die Größe und die Substanz, um mit den internationalen Platzhirschen wie der UBS oder auch der Deutschen Bank mithalten zu können.
Aktie noch vernünftig bewertet - Übernahmephantasie hält an
Auf der anderen Seite stellt sich allerdings die Frage, wie und in welchen Märkten die Bank künftig wachsen will. Denn nun zeigt sich das Management auch über die Entwicklung im internationalen Corporate Banking unzufrieden und möchte auch dort den Rotstift ansetzen. Immerhin nimmt aufgrund des Schrumpfkurses die Rentabilität zu. Nach den ersten neun Monaten kam die Commerzbank auf eine um Sondererlöse bereinigte und auf das Gesamtjahr hochgerechnete Eigenkapitalrendite von gut zwölf Prozent. Bankchef Klaus-Peter Müller hat den Anlegern für das Jahr 2005 eine Rendite von acht Prozent nach Steuern versprochen, im kommenden Jahr sollten es dann zehn Prozent sein.
Immerhin gibt sich die Bank weiterhin optimistisch und redet sogar davon, die Dividende anzuheben. Gleichzeitig dürfte die Phantasie von einer anderen Seite kommen. Denn die Commerzbank gilt nach wie vor als klassisches Übernahmeziel. Je fokussierter und rentabler sie wird, desto wahrscheinlicher dürfte das werden. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15,8 und 13,4 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie zudem noch vernünftig bewertet.
Charttechnisch steht das Papier nach einem Kursgewinn von 333 Prozent in den vergangenen zweieinhalb Jahren kurz davor, sich neues Kurspotential erschließen. Insgesamt dürfte das Papier in einem anhaltend freundlichen wirtschaftlichen und Börsenumfeld weiteres Kurspotential haben. Absicherungsstrategien können jedoch nie schaden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |