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Chinas Börse Die Geldanlage in China ist sehr riskant

28.07.2010 ·  Die Kurse an Chinas Börsen steigen seit drei Wochen deutlich. Eine verschärfte Geldpolitik sei „vom Tisch“, heißt es. Die fundamentalen Risiken der Geldanlage in diesen Märkten aber sind wegen einer wahrscheinlichen Immobilienblase immens.

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Die Kurse an Chinas Börsen steigen nun schon seit drei Wochen deutlich, nachdem sie zuvor seit Dezember des vergangenen Jahres im Trend um 35 Prozent gefallen waren. Ausgehend vom tiefsten Stand seit April des vergangenen Jahres hat der Shenzhen Stock Exchange Component Stock Index inzwischen wieder 18 Prozent zugelegt.

Der Grund sind Erwartungen, Chinas Regierung und indirekt die Zentralbank könnten die Wirtschaft des Landes geld- und fiskalpolitisch wieder etwas mehr als zuvor stimulieren, nachdem sie in den vergangenen Monaten wegen aufkommender Inflationssorgen, dem im vergangenen Jahr angefachten und andauernden Kreditboom und vor allem auch des Preisauftriebs im Immobilienbereich restriktiver geworden waren.

An Chinas Börsen steigen zwar die Kurse wieder ...

Mit gestiegener Zuversicht über die einheimische Konjunktur habe die Börse in Schanghai am Mittwoch deutlich im Plus auf einem Zwei-Monats-Hoch geschlossen, melden den auch die Agenturen. Die chinesische Zentralbank hatte zuvor in ihrem Quartalsbericht mitgeteilt, sie sehe nur ein geringes Risiko für ein erneutes Eintauchen in die Rezession sieht. Ein Volkswirt kommentierte, eine verschärfte Geldpolitik in China sei nun wohl „vom Tisch“ sei. Stabiles und schnelles Wachstum bleibe das oberste Ziel der chinesischen Regierung, weshalb sogar Stimulusmaßnahmen durchaus vorstellbar wären.

Bankentitel führten die Gewinnerliste an. Die Kurse der Aktien der Agricultural Bank kletterten um 2,2 Prozent auf 2,84 Yuan, die der ICBC um 1,9 Prozent auf 4,36 Yuan und die der China Construction Bank um 1,4 Prozent auf 4,98 Yuan. Immobilientitel stiegen mit der Hoffnung, weitere regulatorische Eingriffe seien unwahrscheinlich seien. Die Papiere der China Vanke gewannen 2,9 Prozent auf 8,31 Yuan, die von China Merchants Property Development um 3,1 Prozent auf 18,99 Yuan.

Solche Kursbewegungen sind allerdings sehr wahrscheinlich eher das Resultat kurzfristig, taktischer Überlegungen als des Glaubens an eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in China. Während die Hoffnung weit verbreitet ist, Chinas Boom werde die Weltwirtschaft beflügeln, warnen kritische Analysten vor den Risiken. Die Professoren Yongheng Deng, Joseph Gyourko und Jing Wu von den Universitäten von Singapur, Pennsylvania und Tsinghua verweisen auf die deutlichen Anzeichen auf eine massive Immobilienpreisblase in China.

Die Preise befänden sich nicht nur auf Rekordniveaus, sondern der Auftrieb sei gerade in den vergangenen drei Jahren besonders dynamisch gewesen. Im ersten Quartal des laufenden Jahres seien die realen, qualitätsbereinigten Preise für private Wohnimmobilien in den 35 größten Städten Chinas annualisiert um rekordverdächtige 41 Prozent gestiegen, erklären sie. Problematisch seien jedoch nicht nur die hohen Preise, sondern auch das Verhältnis zu den erzielbaren Mieteinnahmen und zu den Einkommen. Die sind in manchen Regionen außerordentlich stark gestiegen und sehr hoch.

... die fundamentalen Risiken der Geldanlage in diesen Märkten jedoch sind immens

Das Verhältnis zwischen Preis und erzielbarer Jahresmiete erreicht in einzelnen Regionen Chinas Spitzenwerte von bis zu 65. Damit liegen sie auf oder über den Blasenwerten von mehr als 40, die in den Vereinigten Staaten auf dem Höhepunkt der dortigen Immobilieblase in Städten wie Oakland, San Jose, San Francisco oder auch im Orange County erreicht wurden. In Deutschland gilt ein Wert zwischen zehn und 15 als normal. Die Landpreise in China - das Land, auf dem Immobilien gebaut werden, bleibt üblicherweise staatlich und wird nur langfristig verpachtet - haben sich in den vergangenen sieben Jahren verzehnfacht.

Die Professoren halten die Immobilien in Städten wie Peking um bis zu 40 Prozent überbewertet. Was passieren würde, wenn diese Blase platze, lasse sich aus der Beschreibung verschiedenster Krisen ableiten, wie sie Reinhart and Rogoff jüngst veröffentlichten, erklären sie.

Tatsächlich stelle nicht nur die Entwicklung im Immobiliemarkt Chinas ein großes Risiko dar, sondern auch die unvernünftige Niedrigzinspolitik der chinesischen Zentralbank, erklärt Michael Pettis, Wirtschaftsprofessor und ehemaliger Rentenhändler. Sie verzerre nicht nur die effiziente Allokation von Kapital, sondern die großen Beträge an ausstehenden schlechten Krediten und den gigantischen Carry Trade, den die Zentralbank mit der Anlage der riesigen Währungsreserven im Ausland zu niedrigen Konditionen eingegangen sei, schlössen praktisch Zinserhöhungen aus.

In diesem Spannungsfeld dürften sich Chinas Vermögenspreisblasen und die globalen Ungleichgewichte im Handel weiter aufblähen, bevor es zu unvermeidlich Konsequenzen kommen wird. Das heißt, Chinas Börsen können zyklisch aufgrund der überbordenden Liquidität immer wieder zulegen. Die fundamentalen Risiken der Geldanlage in diesen Märkten jedoch sind immens.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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