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China Schwache Unternehmensgewinne - stark steigende Kurse

27.03.2009 ·  Mit Kursgewinnen von 34 Prozent seit Jahresbeginn gehören die Werte des Shanghai Stock Exchange Composite Index zu den besten weltweit. Allerdings ist die Gewinnentwicklung schwach und die Aktien sind zum Teil stark überbewertet.

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Mit währungsbereinigten Kursgewinnen von etwas mehr als 34 Prozent seit Jahresbeginn oder von knapp 40 Prozent seit dem Zwischentief im November des vergangenen Jahres gehören die Werte des Shanghai Stock Exchange Composite Index zu den besten weltweit.

Trotz massiv fallender Exporte, schwachen Unternehmensgewinnen und einer hohen Bewertung wetteten optimistische Anleger offensichtlich auf die robuste Entwicklung der chinesischen Wirtschaft.

Massive Kursgewinne bei ebenso massiv überbewerteten Aktien

Auf Sicht eines Monats konnten die Aktien von Unternehmen wie China National Software & Service, dem Batteriehersteller Fengfan, dem Stärkehersteller Gansu Ronghua Industry Group, dem Einzelhandelsunternehmen Nanning Department Store, dem Entwicklung von neunen Materialien Anhui Xinke New Materials oder der Jiangxi Copper Company Kursgewinne zwischen 115 und 54 Prozent verbuchen, obwohl sie mit Kurs-Gewinnverhältnissen zwischen 25 und 151 völlig irrational bewertet sind.

Solche Kursbewegungen und Bewegungen erinnern kritische Anleger an die Kursblasen und die nachfolgenden Kursverluste, die zum Beispiel vor, während und nach der Telekommunikations- und Interneteuphorie der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu beobachten gewesen waren. Solche Kursbewegungen ließen sich nur in den seltensten Fällen mit der realen Entwicklung der entsprechenden Unternehmen erklären. Auch mit Blick auf China dürfte das nicht anders sein.

Das Land mag zwar aufgrund der starken Wachstumsraten in den vergangenen Jahren angesichts der angekündigten Ausgabenprogramme optimistische Hoffnungen auf sich ziehen. Allerdings ist erstens offen, ob es sich dabei um zusätzlich geplante Ausgaben handelt und wann sie tatsächlich umgesetzt werden. Zweitens war und ist China stark von Exporten in die Industriestaaten abhängig. Dort ist die Nachfrage jedoch im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen. Entsprechend stark sind die Exporte Chinas gefallen.

Schwache Exportwirtschaft - schwache Gewinnentwicklung

Alleine im Februar sind Chinas Exportwerte um knapp 26 Prozent und die Importwerte um 24 Prozent gefallen. Der Handelsbilanzüberschuss betrug gerade noch 4,8 Milliarden Dollar, nachdem er noch einen Monat zuvor 39 Millairden Dollar betragen hatte. Die Industrieproduktion wuchs in den ersten beiden Monaten insgesamt um gerade einmal 3,8 Prozent. Die Direktinvestitionen gingen im Februar im Jahresvergleich um 26,2 Prozent zurück, die Großhandelspreise fielen um sechs Prozent und die Gewinn der Industrieunternehmen fielen um satte 37 Prozent.

Zahlen solcher Art lassen den jüngsten Kursaufschwung an der chinesischen Börse in einem seltsamen Licht erscheinen. Denn fundamental lassen sie sich nicht erklären. Kritische Analysten vermuten, die Kursgewinne seien auf die Kommandowirtschaft des Landes zurückzuführen. Staatlich geführte Unternehmen und Institutionen seien verpflichtet worden, Aktien zu kaufen um die Stimmung im Land zu verbessern. Sie hatte gerade in der Exportwirtschaft des Landes aufgrund zunehmender Entlassungen deutlich gelitten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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