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Veröffentlicht: 01.01.2002, 09:57 Uhr

China & Indien Die Wachstumsoasen liegen im (Fernen) Osten

Während die Industriestaaten mit der Rezession kämpfen verzeichnen China und Indien immer noch erstaunliche Wachstumsraten.

© dpa China wächst weiter

Von Rezession bis Depression - die Industriestaaten sorgen für negative Schlagzeilen. Nach dem Platzen der großen Technologiebubble dürfte die Luft aus den westlichen Wirtschaftssystemen erst einmal entwichen sein. Was aber nicht bedeutet, dass es global gesehen überhaupt kein Wachstum mehr gäbe.

Nur ist das mittlerweile dort zu finden, wo man es als „Westler“ nicht unbedingt auf Anhieb vermuten würde, nämlich unter anderem in Russland, vor allem aber in Indien und in China. So ist die Wirtschaft in China im Jahr 2001 nach ersten Schätzungen um 7,3 Prozent auf ein Bruttoinlandsprodukt von 9,85 Billionen chinesische Renminbi gestiegen.

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Weiteres Wachstumspotenzial in China...

Die chinesische Regierung geht sogar davon aus, die Wirtschaftsleistung bis zum 2005 verdoppeln zu können. Dabei dürften weniger die Exporte dazu beitragen, sondern vor allem auch die Inlandsnachfrage. Die Einzelhandelsumsätze haben schon in den vergangenen Jahren mit einem Anteil von 43 Prozent die Wirtschaft entscheiden mitstimuliert. Sie dürften jetzt dafür sorgen, dass zurückgehende Exporte das Wachstum nicht einbrechen lassen, sondern nur verlangsamen. Denn bei aller Größe des Binnenmarktes ist das Land nicht völlig unberührt von der Entwicklung der Weltwirtschaft.

shanhai_a.GIF © Vergrößern

So hat die Regierung auch begonnen, mit Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und durch Lohnerhöhungen für die Beamten Geld den Wirtschaftskreislauf zu bringen. Für das Jahr 2002 sind andeutungsweise ähnliche Aktionen geplant, um das Wachstum nicht unter sieben Prozent rutschen zu lassen.

... aber auch Sorgen um Reformen

Sorgen machen lediglich die sich andeutende Zurückhaltung bei der Umsetzung von Wirtschaftsreformen. Zum einen ist die Privatisierung von Staatsbetrieben nach dem Platzen der chinesischen Aktienmarktblase suspendiert worden, zum anderen scheint es die Tendenz zu geben, unrentable Staatsbetriebe doch noch am Leben erhalten, statt sie in Konkurs gehen zu lassen. Auf Grund der Wirtschaftsliberalisierung und der erweiterten Möglichkeiten zum Aktienerwerb war es an den chinesischen Börsen seit Anfang des Jahres 2000 zu markanten Kursgewinnen gekommen. Seit Juni 2001 kam es allerdings zu einer Normalisierung. Denn der Shanhai-A-Index hat seit dem rund 27 Prozent an Wert verloren.

Nichts desto Trotz dürfte die Mitgliedschaft in der WTO weitere signifikante Direktinvestitionen anziehen. Der große Binnenmarkt und der offene Arbeitsmarkt ist für internationale Unternehmen hochinteressant. Das dürfte insgesamt die Kapitalverkehrsbilanz positiv beeinflussen und die beachtlichen Währungsreserven weiter verstärken. Damit sollten sich auch Sorgen über eine mögliche Abwertung besänftigen lassen.

Spielraum auch in Indien

In Indien ist die Wirtschaft im vergangenen Quartal mit 5,3 statt der erwarteten fünf Prozent sogar überraschend stark gestiegen. Allerdings liegt das Wachstum momentan unter den acht Prozent, die nach Ansicht der Regierung notwendig wären, um die Armut der Bevölkerung innerhalb von zehn Jahren zu beseitigen. Aber „die Wirtschaft scheint wieder in Fahrt zu kommen. Wenn jetzt die Regierung Reformen entschlossen anpackt, kann die Konjunktur locker ein Wachstum von 7,5 Prozent hinlegen“, sagt Saumitra Chaudhuri der Kreditreating-Agentur ICBA in New Dehli.

So dürfte insgesamt sowohl in China aber vor allem auch in Indien für Anleger alles davon abhängen, wie intensiv die notwendigen Wirtschaftsreformen fortgeführt werden. Sollten sie zügig umgesetzt werden, könnten sich trotz der Kursverluste in den vergangenen Monaten interessante Möglichkeiten ergeben. Spezialisierte Fonds dürften dann geeignete Anlageinstrumente sein.

Die Charts zeigen die Kursentwicklung des chinesischen Shanghai-A-Index in den vergangenen sechs Monanten (oben) und den indischen Sensex 30 in den vergangenen fünf Jahren (unten).

Quelle: @cri

 

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