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China Exportschwäche gegen Staatsintervention

11.06.2009 ·  Die Hoffungen auf eine robuste wirtschaftliche Entwicklung in China fliegen hoch. Die Investitionsausgaben haben im Mai tatsächlich deutlich zugenommen. Die Exportaktivitäten dagegen blieben schwach.

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Die Hoffungen auf eine robuste wirtschaftliche Entwicklung in China fliegen hoch. Ein massives staatliches Ausgabenprogramm hat dazu beigetragen, dass sich die internationalen Börsen in den vergangenen Wochen von ihren Tiefs erholen und dass die Rohstoffpreise wieder deutlich nach oben liefen.

Die Anleger gehen in ihrem Optimismus offensichtlich davon aus, dass sich die Wirtschaft in derselben Struktur der vergangenen Jahre wieder erholen wird. Das würde bedeuten, dass sich Chinas Wirtschaft überproportional entwickeln und der restlichen Welt positive Impulse geben würde, so die Erwartungen.

Investitionsausgaben in China haben im Mai deutlich zugenommen ...

Tatsächlich zeigen die jüngsten Zahlen, dass die Investitionsausgaben in China im Mai wegen des Konjunkturprogramms in Höhe von 585 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr um knapp 33 Prozent zugenommen haben. Damit liegen sie leicht über dem Niveau der vergangenen fünf Jahre, in denen die Wachstumsraten zwischen 23 und 31 Prozent lagen.

Das ist allerdings nicht ungewöhnlich, da die Investitionsausgaben Chinas in den vergangenen Jahren im Trend ohnehin deutlich zugenommen haben. Sie mögen zwar die Binnenkonjunktur kurzfristig beflügeln. Das Problem jedoch ist, dass die Binnenwirtschaft in weiten Teilen ohnehin schon durch Überkapazitäten gekennzeichnet und gleichzeitig zu stark auf den Export ausgerichtet war und ist. Der Export jedoch ist wegen der internationalen Wirtschafts- und Kreditkrise in den vergangene Monaten förmlich eingebrochen.

Im Mai ging er im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 26,4 Prozent zurück, nachdem er im April um 22,6 Prozent, im März um 17,1 Prozent und im Februar um 25,7 Prozent geschrumpft waren. Diese Entwicklung ist Deckungsgleich mit der Beobachtung, dass die Importe in den Vereinigten Staaten und auch in Europa fallen. Der Grund liegt darin, dass die Verbraucher zumindest in jenen Regionen, die in den vergangenen Jahren einen Immobilien- und Konsumboom auf Pump erlebt hatten, ihre Bilanzen sanieren müssen. Aus diesem Grund stagniert zumindest in den angelsächsischen Staaten der Konsum. In den Vereinigten Staaten ist die Sparquote den vergangenen Monaten, ausgehend von einer sehr tiefen Niveau, deutlich gestiegen.

... die Exportaktivitäten dageben blieben schwach

Geht man davon aus, dass sie sich nicht gleich wieder von niedrigen Zinsen zu neuen Schuldeskapaden verlocken lassen, und dass auch die Banken künftig bei der Kreditvergabe restriktiver als in den vergangenen Jahren bleiben werden, so ließe sich der Boom der vergangenen Jahre nicht ohne weiteres wiederholen. Genau das würden über die bisher so stark auf den Export ausgerichteten Staaten in Asien bremsend spüren müssen. Denn wohin sollen sie ihre Waren verkaufen? Bleibt nur der Binnenmarkt. Dort lässt sich der Verbrauch allerdings nicht so schnell steigern, wie die Investitionen in Infrastrukturprogramme. Denn die Konsumenten sparen stark, da sie wirtschaftlich nicht abgesichert sind.

Das Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten mit China wird trotzdem immer größer. Es lag im Mai bei 16,8 Milliarden Dollar. Das Verhältnis im Handel zwischen China und Europa sieht ähnlich aus. Im Gegensatz zu anderen Regionen. Denn China hat in den vergangenen Monaten die Einfuhr von Energie und Rohstoffen - im Gegensatz zu den Importen allgemein - deutlich gesteigert. Experten betrachten das als Versuch, die Währungsüberschüsse diversifizierter als bisher zu investieren, um sich gegen die denkbare Schwäche einzelner Währungen abzusichern.

Gleichzeitig sind sie jedoch skeptisch, ob die Importvolumina der vergangenen Monate aufrechterhalten werden können, da die chinesischen Lager voll seien. Aus diesem Grund rechnen sie mit einer Preiskorrektur im Rohstoffsektor. Auch den massiven Kursaufschwung an der chinesischen Börse betrachten sie argwöhnisch. Denn erstens seien die Papiere schon teuer geworden. Zweitens sei nach kurzfristigem Boom, der sich aufgrund von Kaufanreizen unter anderem deutlich in steigenden Autoverkäufen in China zeigt, mit einer relativen Flaute zu rechnen. Spätestens dann sei an der chinesischen Börse ein Rückschlag fällig, heißt es.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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